<10km, 1-3h, 1000m-1500m, Japan 300, Kyushu 100, Oita, Vulkane

Tsurumi-dake / 鶴見岳

Der Tsurumi-dake ist einer der Landmark Berge der Stadt Beppu. Sichtbar aus dem Stadtzentrum ist diese Vulkangegend auch der Grund fuer die vielen heissen Quellen in der Stadt. Der Tsurumi-dake ist ein Nachbarberg des Yufu-dake und ein sehr beliebtes Ausflugsziel. So beliebt, dass dort eine Seilbahn gebaut wurde, die einen fast bis zum Gipfel bringt.

An einem Sonntag nachmittag, nachdem ich den Sobo-san 祖母山 bestiegen habe, und wieder auf dem Rueckweg zum Oita Flughafen 大分空港 war, hatte ich noch knapp 2h Zeit und wegen des einfachen Zugangs des Berges ueber die Seilbahn, entschied ich mich, dorthin noch kurz einen Abstecher zu machen. Mit der Beppu Ropeway 別府ロープウェイ kostet die Fahrt (hin und zurueck) zwar stolze 1600 Yen, aber wenn man unter Zeitdruck steht, ist das mehr als gerechtfertigt, denn es dauert nur ca. 10 Minuten bis man oben ist. Dort angekommen sind es nurnoch 10 Minuten bis zum Gipfel und man kann das Areal in gut 30 Minuten als Rundweg ablaufen (weitere Wege fuehren dort auch ab).

Als ich besuchte, war der Berg leider in Wolken gehuellt und ich konnte nur aus em Lift einen Blick auf Beppu werfen. Durch die Bucht ist sehr ausblick sehr schoen, und ich kann mir vorstellen, dass man von oben eine Gute Sicht auf die Stadt, sowie umliegende Berge wie z.B. den Yufu-dake hat. Ganz oben bei der Gipfelmarkierung stehen mehrere Sendemasten, was ein wenig an den Mitsutoge in Yamanashi erinnert.

Ansonsten muss ich sagen dass der Hike von der oberen Ropeway Station sehr unspektatkulaer ist. Es ist groesstenteils bepflastert und man laeuft Treppen bis nach ganz oben. Oben befindet sich ein Schrein gleich hinter der Seilbahnstation und man kann dort oben ein Shichi Fukujin Meguri 七福神巡り machen: Ds Besuchen von insgesamt 7 (kleineren) Schreinen, bei dem je einer der Schreine einem der 7 japanischen Glueckgoetter gewidmet ist. Wenn man ein wenig mehr Zeit hat, wuerde ich daher empfehlen die Ropeway nicht zu benutzen und den Weg nach oben zu nehmen, der sicherlich spannender ist. Denn der Tsurumi-dake ist ein aktiver Vulkan und es gibt auch einige Gegenden die rauchen, allerdings nicht auf der Spitze des Berges. Fuer mich heisst das, ich muss noch einmal wiederkommen und bei mehr Zeit, und hoffentlich klarrem Wetter die Route ueber die vulkanisch aktiven Gegenden gehen.

Name: Tsurumi-dake 鶴見岳 (Zeichen fuer Kranich 鶴 und sehen/erblicken 見)
Hoehe: 1375m
Kategorie: Nihon 300 Meizan 日本三百名山, Kyushu 100 Meizan 九州百名山
Laenge:ca. 1km (von der oberen Seibahnstation aus)
Dauer: 30m – 1h fuer die Runde
Preis:1600 Yen (Return), 1000 (One-Way) mit der Beppu Ropeway 別府ロープウェイ
Anfahrt: Beppu Ropeway 別府ロープウェイ
GPX:GPX Track
<10km, 1500m-2000m, 2021, 3-5h, Japan 100, Kyushu 100, Miyazaki

Sobo-san / 祖母山

Sobo-san 祖母山, oder auch “Grossmutter Berg”, so die woertliche Uebersetzung, war schon im Dezember 2020 bei einem Besuch in der Aso-san Region einer meiner Ziele, leider musste ich damals umplanen wegen schlechtem Wetter. Zeit, dem Berg fast ein Jahr spaeter einen Besuch abzustatten.

Zunaechst sei gesagt, dass der Start des Wanderweges 登山口 nicht so einfach zu erreichen ist. Man braucht definitiv ein Auto, da es tief in den Waeldern ist. Da ich in Oita unterwegs war, habe ich mir dort eine Nacht als Uebernachtung gebucht und wollte dann frueh morgens zum Berg. Selbst von Oita-shi ist es noch eine 2-3 stuendige Autofahrt (und das frueh morgens/nachts wo die Strassen frei sind). Man sollte daher genug Zeit fuer den Berg einplanen. Wie oft gibt es mehrere Routen auf den Berg. Da ich am selben Tag den Flug zurueck nach Tokyo nehmen musste, bin ich von Kitatani aus gestartet 北谷登山口. Die Route ist sehr beliebt, da sie relativ einfach ist und auch am Drei-Laender-Eck (bzw. Drei-Praefekture-Eck) zwischen Kumamoto, Miyazaki, und Oita vorbeifuehrt.

Kurz nach Sonnenaufgang erreichte ich schliesslich den Anfangspunkt der Kitatani Route 北谷登山口. Auf der Weg dorthin finden sich mehrere Schilder dass man nicht ganz bis nach Kitatani fahren kann und dass die Strasse ab Ichinotorii 一ノ鳥居 gesperrt ist. Das ist korrekt (Stand: Dezember 2021) und man kann soweit fahren, bis man ein altes Holz-Torii sieht. Unmittelbar davor befindet sich ein Parkplatz. Dier Parkplatz ist jedoch nicht allzu gross und fasst geschaetzt so um die 30 Autos. Wie immer sollte man daher so frueh wie moeglich dort sein, damit man nicht das volle Parkplatz Problem hat. Als ich dort Anfang Dezember um 7 Uhr morgens aufschlug waren zum Glueck noch Plaetze frei, aber es waren schon bereits ca. 15 Autos dort und da es bereits sehr kalt war, sicherlich auch nicht die Peak Climbing Season.

Von Ichinitorii 一ノ鳥居 kann man dann die gepflasterte Strasse weiterlaufen, oder, wie ich gelaufen bin, den ersten ausgeschilderten Waldpfad links ab und man laeuft eine Strecke die irgendwann wieder auf der Kitatani Route muendet. Dieses Waldstueck ist zwar relativ steil, aber hat den Vorteil, dass man nicht den Umweg ueber den Kitatani Eingang nehmen muss. Trifft man wieder auf die Kitatani Route, so hat man bereits die Haelfte der zu besteigenen Hoehenmeter hinter sich. Ab hier geht es groesstenteils geradlinig durch ein Waldstueck. Ab und an gibt es auf der rechten Seite kleine Felsen, die einen guten Ausblick auf den Sobo-san 祖母山 und die umliegenden Berge auf der rechten Seite gewaehren. Ebenfalls auf der relativ ebenen Strecke passiert man irgendwann das Drei-Laender-Eck wo die drei Praefekturen Kumamoto 熊本県, Oita 大分県, sowie Miyazaki 宮崎県 aufeinandertreffen.

Weiter geradeaus kommt man irgendwann auf eine freie Ebene ohne Baeume von der man die Spitze des Sobo-san seht gut sehen kann. Danach kommt noch ein nicht all zu langer Abschnitt, der ein bisschen steiler ist bis hoch auf die Spitze. Normalerweise ist dies denke ich nicht allzu schwierig, aber Anfang Dezember war dort schon alles voller Schnee und teilweise vereist. Ein Fluss auf dem Weg war auch komplett vereist. Wenn man ein wenig aufpasst damit man nicht ausrutscht sollte dies aber auch zu dieser Zeit kein Problem sein. Ab Mitte Dezember, wie ich gehoert habe, werden die offiziellen Routen dann fuer den Winter geschlossen und man geht auf eigene Gefahr. Dabei sollte man sich nie selbst ueberschaetzen. Nachdem ich wieder zurueck war, habe ich in den News gelsen, dass am gleichen Tag jemand gestorben ist beim besteigen des Sobo-san. Den News zufolge ist der Bergsteiger allein unterwegs gewesen, auf halbem Weg (5te Station) ausgerutscht und ca. 20 Meter eine Klippe hinuntergefallen, und dann an Unterkuehlung gestorben. Anscheinend kam auf dieser Route an dem Tag auch niemand vorbei. Ich habe mir die Routen danach noch einmal angeschaut, da ich anhand des Profils der Kitatani Route mir nicht vorstellen kann, dass man irgendwo so ungluecklich faellt. Anscheinend ist die Obira Route 尾平登山口 auf der anderen Seite ein wenig schwieriger und hat einige Abschnitte mit Eisenleitern mit denen man mehrere Hoehenmeter ueberwinden muss, wo ich mir gut vorstellen kann wie man dort bei vereistem Zustand abrutschen kann. Da die Berge in Japan jedes Jahr Todesopfer fordern, sollte man gut aufpassen und vor allem sich nicht ueberschaetzen bei der vorherrschenden Witterung.

Oben auf dem Gipfel angekommen erwartet einem eine tolle Aussicht auf das Umland, inklusive dem Aso-san 阿蘇山, sowie den benachbarten Bergen wie zB. dem Katamuki-yama 傾山, und an klaren Tagen auch das Kuju-Bergmassiv 九重連山. Als ich oben ankam, waren dort bereits einige Leute, aber der Gipfel war relativ frei. Zwei Japaner, wie sich herausstellte, sind aus Kobe angereist um den Berg zu besteigen. Nach einer kurzen Unterhaltung begannen sie schon wieder den Abstief und eine groessere Gruppe erreichte den Gipfel. Der Berg hat noch andere, schwierigere Wege, einige die auch am Ende wieder nach Ichinotorii fuehren, aber da es an diesem Tag schon vereist war auf ueber 1500m und ich kein Risiko eingehen wollte, machte ich mich nach einem kleinen Mittagsessen (es war noch vor 11 Uhr) machte ich mich auf gleichem Weg wieder zurueck zum Eingang des Ichinotorii Weges 一ノ鳥居登山口. Auf dem Weg stellte ich fest, das unter 1500m langsam der Schnee durch die Sonnenstrahlen zu schmelzen begann und es leicht matschig wurde. Es dauerte nicht allulange da ueberholte ich die zwei Bergsteiger aus Kobe, die anscheinend die gleiche Route gekommen sind. Nach weiteren ca. 1.5h war ich dann wieder am Parkplatz und musste mir erstmal 20 Minuten lang die Schuhe sauber machen, die mich im Laufe des Hikes durch den aufgetauten Boden getragen haben.

Die Region in der der Sobo-san liegt, Takachiho 高千穂町, ist eine Gegend in die tiefe Wurzeln in der japanischen Geschichte und alten Buechern wie dem Kojiki 古事記 hat. In Kyushu und auch besonders in der Takahchiho Gegend gibt es viele Schauplaetze aus den alten Goettergeschichten, die man heute noch besuchen kann. Der Name des Sobo-san kommt auch aus der japanischen Mythologie. Der Legende nach widmete der erste Tennou Japan’s, der fruehere Jinmu Tenno (神武天皇), auf der Spitze des Berges einen Schrein seiner Grossmutter, der Prinzessin Toyotama 豊玉姫, ihres Zeichens Meeresgoettin, und Nichte der sagenumwobenenen Amaterasu Sonnengoettin 天照大神. Und tatsaechlich findert sich auf dem Gipfel dieser Schrein mit der dazugehoerigen Inschrift (Im Dorf befindet sich ein weiterer Schrein mit dem Namen Sobotake Jinja 祖母嶽神社).

Name: Sobo-san 祖母山 (Grossmutter-Berg), alternativ: Ubatake 姥岳 (Berg der alten Frau) / Unohatake 鵜羽岳 (Kormoran Fluegel Berg)
Hoehe: 1756m
Kategorie: Hoechster Punkt in Miyazaki Praefektur 宮崎県の最高峰, Nihon 100 Meizan 日本百名山, Kyushu 100 Meizan 九州百名山 , Hana 100 Meizan 花百名山
Laenge: 9-10km
Dauer:4-5h
Anfahrt:Mit Auto bis zum Ichinotorii Startpunkt 一ノ鳥居登山口 bzw. Kitatani Startpunkt 北谷登山口
GPX:GPX Track
<10km, 2021, 2500m-3000m, 3-5h, Japan 100, Local Fuji, Nagano, Vulkane

Tateshina-yama / 蓼科山

Seitdem ich die Liste der Nihon 100 Meizan studiere, fiel mir ein Berg besonders auf: Tateshina-yama 蓼科山. Nicht weil er besonders hoch, eine besondere Form, oder irgendeine andere besondere Bedeutung hat. Fuer mich hat sich fuer immer dieses Kanji fuer das “Tate” 蓼 des Tateshinas eingepraegt. In all meine Jahren in Japan habe ich dieses Kanji noch nie gesehen. Die meisten Kanji die fuer Berge benutzt werden laufen einem haeufiger ueber den Weg (bis auf ein paar Ausnahmen natuerlich), nicht jedoch tate 蓼. Tate, was eigentlich “tade” gelesen wird laut Kojien, dem japanischen Duden, bedeuted auf Deutsch Knoeterich bzw Wasserpfeffer. Eine Pflanzenart also, dessen deutschen Namen ich auch noch nie gehoert habe. Interessanterweise gibt es in der Naehe des Berges das Dorf Tateshina, was jedoch mit diesem Kanji geschrieben wird: 立科町.

Zurueck zum Berg. Als ich mir ein Tokyo Wide Pass geholt habe (seit 2020 kann man auch als in Japan lebender Auslaender in den Genuss der diversen JR Rail Passes kommen), mit dem man fuer 3 Tage lang unbegrenzten Transport mit JR Zuegen (incl. Shinkansen) geniessen kann, und ich noch ein Tag uebrig hatte, machte ich mich mit dem ersten Shinkansen von Tokyo nach Sakudaira auf, und von dort mit dem Mietwagen Richtung Nagano. Der Tateshina-yama grenzt etwas noerdlich an das beruehmte Yatsugatake Gebirge und ist ein grosser Vulkan mit schoengeformter Spitze, weshalb er auch den Namen Suwa-Fuji 諏訪富士 traegt. (Suwa 諏訪 ist eine Stadt in der Naehe auf der Nagano Seite.) Am Tag davor war in der Region tolles Wetter und man konnte meilenweit blicken. Leider hat es sich innerhalb eines Tagen komplett um 180 Grad gedreht. Auf dem Weg zum Berg fing es bereits an zu Regnen. Nun gut, zum Glueck bin ich auf so etwas vorbereitet und der Hike hoerte sich nicht zu schwer an. Man kann mit dem Auto bis zur 7ten Station nochfahren und muss dann das letzte Stueck noch besteigen, was normalerweise so um die 1.5h dauert.

Am Trailhead der 7ten Station angekommen die Regensachen uebergezogen und noch schnell am Parkplatz ums Eck gegangen ging es auch schon los. Es gibt mehrere Parkplaetze am Trailhead und als ich dort war hatte es noch gut Platz, aber das war wie gesagt auch ein regnerischer Tag. Ich kann mir vorstellen dass es an schoenen Tagen dort sehr voll wird wegen dem einfachen Zugang. Daher wuerde ich wie immer empfehlen sehr frueh da zu sein. Ein Torii 鳥居 am Strassenrand markiert den Eingang. Zunaechst fuehrt der Weg durch einen Wald und nach einem mittellangen relativ einfachen Anstieg wird es graduell steiler. An normalen Tagen sollte das kein Problem sein aber an Regentagen/mit Schnee kann das schon recht rutschig sein, zumal es auch sehr steinig wird. Nach ca 1h durch dieses Waldstueck kommt man schliesslich an die Tateshina Huette 蓼科山荘 auf der Shogun Ebene 将軍平. Von dort rechts abgebogen und es sind nur noch 30 Minuten bis zum Gipfel. Am Fusse der Huette liegt auch ein Schild auf dem steht “山頂まで約30分ファイト!!”/”Bis zum Gipfel noch 30 Minuten durchhalten!!”. Das letzte Stueck ist wirklich realtiv felsig und steil. An einigen Stellen gibt es Eisenketten zur Hilfe, es ist aber nichts schwieriges. Als ich dort ankam wurde es realtiv kalt und der Regen von unten hat sich in Schnee gewandelt und das ganze Kletterstueck war zugeschneit. Alle anderen Hiker hatten schon leichte Form der Steigeisen アイゼン dabei (ja es heisst tatsaechlich “Aizen” (=Eisen) auf Japanisch). Seit dieser Erfahrung habe ich mir auch gesagt, dass ich diese immer dabei haben sollte ab Oktober. Nach ein paar wackeligen Klettereinlagen kam ich dann auf der Berghuette neben dem Gipfel an. Rechts davon geht es zur Gipfelmarkierung, welche ein Pfeiler ist, das Gipfelschild liegt drunter und man kann es aufheben fuer die Photos.

Der Gipfel des Tateshina ist ein mittelgrosser Krater und in der Mitte befindet sich der Tateshina-Schrein. Auf der anderen Seite dann noch ein Aussichtspunkt. Anscheinend soll man bei gutem Wetter vom Gipfel eine wunderbare Aussicht auf das Umland haben, inklusive der Yatsugatake Berggruppe sowie den noerdlichen japanischen Alpen (北アルプス). Bei den Wetterbedingungen als ich dort war konnte man keine 20 Meter weit blicken, so dass mir die Aussicht verwehrt blieb. Wenigstens wollte ich ein wenig den Krater umwandern, jedoch ist dieser sehr Steinig und die Umrundung erwies sich bei Naesse, Kaelte, und eingeschraenkter Sicht als rutschige Angelegenheit. Als ich dann auch noch ungluecklich ausrutschte entschied ich mich wieder zurueck in Richtung Gipfelhuette. Dort angekommen stellte ich mein Rucksack auf einer der Baenke draussen vor der Huette ab, und erblickte den Hinweis auf den Baenken, dass das Ausruhen auf diesen 300 Yen kostet (!). Da es immer kaelter wurde entschloss ich mich zum Abstieg und erinnerte mich schnell daran gleich nach der Heimfahrt ein paar Steigeisen zu besorgen. Wieder auf der Shogun Ebene angekommen entschloss ich weiter gerade aus dem Weg zu folgen zum Maekake-yama und den Abstieg von dort zu nehmen. Man steigt dort parallel zum Weg den ich hoch genommen habe ab und muss dann nurnoch ein wenig die Strasse zurueck laufen. Auf dem Rueckweg fand ich am Strassenrand einen Schaedel und teile einer Wirbelsaeule eines Tieres. Das war das erste Mal dass ich solch gruselige Knochen gefunden habe. Ich war dort am 31.10. (Halloween!), ob dies damit zu tun hatte? 😉

<10km, 1-3h, 1500m-2000m, 2021, Iwate, Tohoku 100

Yakushi-dake / 薬師岳

Der Yakushi-dake 薬師岳 ist mittelhoher Berg unweit des beruehmten Hayachine-san. Der Trailhead ist sogar an der gleichen Stelle wo auch der beliebteste Weg zum Hayachine-san anfaengt, an der Odagoshi 小田越 Station. Wie man nach Odagoshi kommt ist im Post zum Hayachine erklaert. Von Odagoshi geht es ziemlich gerade aus auf den Berg, das erste Stueck durch einen Wald mit mittelstarkem Anstieg, bis es spaeter etwas felsiger wird und man auch mal eine Eisenleiter nehmen muss. Zwischendurch kann man ab und an durch das Dickicht den Hayachine-san erblicken. Nach gut 40 Minuten durchbricht man dann schon die Baumgrenze und kurz danach ist man auch schon auf dem Gipfelplateau. Von dort noch einen 10 minuetigen Weg geradeaus/leicht erhoeht, bis man den Gipfel erreicht. Bei gutem Wetter hat man von der Spitze auf 1645m eine tolle Sicht auf das Umland sowie den Hayachine-san, der gleich nebenan ist.

Name:Yakushi-dake 薬師岳
Hoehe: 1645m
Dauer: 2h
Laenge: ~4km
Anfahrt: Mit dem Auto bis zum Kawahara-no-bo Parkplatz 河原の坊駐車場 und von dort bis zu Odagoshi Trailhead 小田越登山口 laufen
GPX:GPX Track
<10km, 100 Blumenberge, 1500m-2000m, 2021, 3-5h, Iwate, Japan 100, Tohoku 100

Hayachine-san / 早池峰山

Nachdem ich im Herbst 2020 sowohl den Iwate-san als auch den Hachimantai besuchte, wollte ich eigentlich auch den dritten 100 Meizan in der Gegend, den Hayachine-san 早池峰山, mitnehmen, mir lief aber leider die Zeit davon. Grund genug dies gut einem Jahr spaeter nachzuholen. An einem Sonntag nach einem Taifun, an dem ein perfektes Herbstwetter vorausgesagt wurde, stieg ich in den erstn Shinkansen in Richtung Morioka. Dort angekommen schnell zum Autoverleih und direkt in die oestliche Bergregion gefahren. Durch die vielen Serpentinenstrassen und nur rudimentaer ausgebauten Bergstrassen muss man von Morioka zum Hayachine mindestend 1.5h Autofahrt einrechnen (das Navi zeigt sogar bis zu 2h an). Will man den Wagen am gleichen Tag wieder zurueck geben dann hat man somit zwischen 5-6h in den Bergen. Fuer den Hayachine-san reicht dies.

Der eigentliche Trailhead faengt an der Odagoshi 小田越 Station an. Dort gibt es eine Huette 小田越山荘 sowie eine Bushaltestelle, jedoch keinen Parkplatz. Reist man mit dem Auto an, dann kann man nur ein wenig weiter unten am Kawaranobo 川原の坊 Camping Ground parken. Wie ueberall in Japan ist dieser Parkplatz jedoch frueh morgens schon sehr dicht. Da ich erst mit dem Shinkansen aus Tokyo ankam, war schon alles voll 満車 als ich dort aufschlug. Ein lokaler Mitarbeiter des dort ebenso ansaessigen Hayachine Besucherzentrums 早池峰総合休憩所 hat mir zum Glueck erlaubt am Strassenrand zu parken. Zu beachten ist, dass es in Kawaranobo sowie in Odagoshi die einzigen richtigen Toiletten gibt. Begibt man sich auf den Weg zum Hayachine-san, dann wird eindruecklich darauf hingewiesen, dass es nicht erlaubt sei, das kleine oder grosse Geschaeft auf dem Berg zu machen. Zu diesem Zweck werden unten sogenannte “portable Toiletten” verkauft, Plastebeutel, in denen man seine Exkremente sammeln soll und dann unten am Ausgang des Trailhead on grosse Tonnen werfen kann. Auf dem Weg gibt es dann einige Toiletten Booths, wo man abgeschirmt von anderen Wanderern sich mit dem Beutel bemuehen kann. Ich verstehe zwar wieso dies geamcht wird, aber es ist natuerlich trotzdem ulkig. Ich entschied mich letztendlich auf Risiko einfach hochzugehen. An diesem sonnigen Tag war es zum Glueck relativ warm und ich habe mehr ausgeschwitzt als was ich an Wasser zu mir nahm, so dass ich in den gut 4h nicht auf Toilette musste.

Zurueck zum Kawaharanobo Camping Ground. Dort parkt man also und muss das Stueck Strasse nach Odagoshi zunaechst laufen, was zwischen 30-40 Minuten dauert. In Odagoshi angekommen geht es dann auch schon in ein Waldstueck was zunaechst mit Holzbrettern am Boden versehen ist, bis es dann ein wenig steiler wird. Nach 20-30 Minuten durchbricht man die Baumgrenze und man had eine tolle Sicht auf den Yakushi-dake 薬師岳, welcher sich gegenueber des Hayachine-san befindet und welcher auch ueber Odagoshi erreichbar ist. Das naechste Stueck ist dann relativ felsig aber nicht allzu schwer. Als ich dort lang ging wehte relativ starker Wind, so dass ich trotz den ueber 25 Grad dann doch zum Pullover griff. Weiter nach oben verdichten sich die Felsen und irgendwann kommt man an ein Stueck, wo man Eisenleitern hochklettern muss. Das ist nicht so schlimm wie es sich anhoert, kann aber fuer nicht Schwindelfreie vielleicht ein wenig Probleme bereiten. Da ich mich selbst auch zu der Gruppe zaehle, habe ich einfach nicht nach unten geschaut, und das Stueck so ueberwinden. Rueckzu ist es dann nochmal in die andere Richtung, was ein wenig mehr mulmig macht, aber auch OK ist. Allerdings kann ich mir vorstellen dass die Klettereinlagen bei schlechtem Wetter schon ein wenig waghalsiger anmuten, und wuerde daher empfehlen den Hayachine-san nur bei gutem Wetter zu besteigen. Danach kommt man relativ schnell auf den Berggrat und dann noch 10 Minuten auf Holzplanken-Boden und man ist schon oben. Der Gipfel ist sehr weit, und es sind auch immer gut viele Leute dort. Die Markierung ist vor einem Schrein, und daneben stehen viele andere Markierungen, wie Eisenschwerter etc. Wenn an Richtung Westen schaut kann man an klaren Tagen den Iwate-san relativ gut sehen.

Den gleichen Weg wieder zurueck gehend, brauch man zwischen 4-5h fuer den Hayachine-san. Der Aufstieg von Odagoshi ist dabei nicht die einzige Moeglichkeit. Es gibt noch eine laengere, wenig populaererer Route von Norden (Odagshi ist im Sueden) und dann noch eine sehr steile Route die direkt am Kawaharanobo Parkplatz beginnt, die aber aufgrund von Beschaedigungen durch Wetter aktuell nciht passierbar ist (Stand: 2021).

Name:Hayachine-san 早池峰山
Hoehe: 1917m
Dauer: 4-5h
Laenge: ~9km
Anfahrt: Mit dem Auto bis zum Kawahara-no-bo Parkplatz 河原の坊駐車場 und von dort bis zu Odagoshi Trailhead 小田越登山口 laufen
GPX:GPX Track

<1000m, <10km, 1-3h, 2021, Aomori

Azuma-dake / 東岳

Wer nach einem sehr einfachen, ja fast schon familienfreundlichen Hike in der Naehe von Aomori sucht, dem sei der Azuma-dake ans Herz gelegt. Als willkommendes Extra gibt es auf halber Strecke eine Raststelle die eine freie Sicht auf Aomori-Bucht, Aomori-Stadt, sowie die sich im Westen befindlichen Berge wie z.B. den Iwaki-san bietet.

Am einfachsten ist die Anfahrt mit dem Auto. Man muss zunaechst Richtung West-Aomori fahren und dann einen relativ kleinen und engen Waldweg hinter dem New Aomori Sports Park 新青森県総合運動公園 nehmen. Nach 10 Minuten fahrt ist man dann auch schon am Parkplatz, der nur rund 2km von der Bergspitze entfernt ist. Der Parkplatz ist nicht allzu gross, aber da der Berg wohl eher unter den Einwohnern bekannt ist, sollte dort genug Platz frei sein.

Vom Parplatz ist es dann auch realtiv einfach ncah oben. Nach ca. 20 Minuten wird das Waldstueck etwas freier und man kann ein wenig in eine Richtung des Umlandes blicken. Dann nach ca. 40 Minuten ist man auch schon am Aussichtspunkt angekommen. Moechte man weiter, dann folgt man einfach den Schildern mit der Aufschrift Choujou 頂上 und man kommt nach kurzer Zeit an ein verlassenes Gebaeude. Passiert man dies auf der rechten Seite, so folgt ein Abschnitt mit steilerem Anstieg, bis man oben auf der Ridge ankommt. Dort hat man die Wahl nach links zu gehen, wo ein weiterer Aussichtsplatform wartet (allerdings ist die Sicht weiter unten wesentlich freier), oder man geht die rechte Seite weiter und erreicht den Gipfel nach c.a. 7 Minuten. Die Spitze des Azuma-dake ist dabei relativ unspektakulaer und bietet absolut keine Aussicht. Leider kann man den Hike auch nicht als Rundweg machen, so dass es einem nur uebrigbleibt, den gleichen Weg wieder zurueck zum Parkplatz zu gehen.

Uebrigens: der Name Azuma-dake 東岳 ist wie viele nicht einzigartig in Japan. “Azuma”/”higashi” heisst ganz einfach Osten und “dake”/”take”/”gaku” 岳 steht fuer Berg. Besonders auf Bergen mit mehreren Spitzen kommt es oft vor, dass diese dann einfach als Ost-Spitze 東岳 oder West-Spitze 西岳 betitelt werden. Ein Beispiel hierfuer sind die Spitzen des Myougi-san 妙義山 in der Praefektur Gunma.

Name:Azuma-dake / 東岳
Hoehe: 684m
Laenge: 4km
Dauer:2-3h
Anfahrt:Auto bis zum Parkplatz
GPX: GPX Track