1000m-1500m, 2021, Kanagawa, Kanto 100, Vulkane

Myojingatake/ 明神ヶ岳

Der Myojingatake 明神ヶ岳 lag schon laenger auf meiner Bucket List. Als einer der 100 Kanto Berge und eine der bedeutenden Erhoehungen auf dem Hakone Aussenkrater, bietet er eine nette Aussicht nach Hakone. Fuer den Aufstieg gibt es mehrere Optionen. Ich entschied mich fuer den Aufsteig vom Daiyuzan Saisoji Tempel (大雄山最乗寺), was ich nur jedem empfehlen kann. Diese Tempelanlage ist sehr gross und sehr beeindruckend in einem dichten Waldstueck gelegen. In meinen 10+ Jahren in Japan habe ich viele Tempel gesehen und es gibt nicht viele die mich noch beeindrucken, aber dieser hat es definitiv getan.

Vom Daiyuzan Saisoji gibt es mehrere Wege nach oben. Der wohl beliebteste geht direkt vor dem Tempel links ab ueber eine Bruecke. Ich wuerde jedoch empfehlen zunaechst von der Bushaltestelle die Tempeltreffen hochzusteigen und einmal durch den Saisoji zu laufen. Am Ende des Tempels fuehrt eine sehr steile Treppe vorbei an zwei Waechterfiguren und oben angekommen auf der linken Seite gibt es noch einen Trailhead 登山口 zum Myojingatake hoch. Dieser Trail ist wesentlich weniger besucht, aber dennoch nicht minder spektakulaer. Da wir uns an einem Vulkankrater befinden ist die Erde hier sehr fruchtbar und man wandert durch dichte Waelder und durch mit Moos bewachsene Baeume bis man schliesslich oben am Kraterrand ankommt. Von dort aus sind es nur noch ein paar hundert Meter zur links bis zur Spitze des Myojingatake. Wenn man an der Kreuzung rechts geht, kann man direkt rueber zum Kintoki-yama, der auch nur 1.5-2h entfernt liegt.

Die eigentliche Spitze des Myojingatake ist weniger spektakulaer. Da es sich um einen sehr beliebten Berg handelt, ist dort immer sehr viel Betrieb und die paar Baenke die es gibt sind schnell besetzt. Bei klaren Tagen kann man wunderbar Fuji-san sehen, leider blieb uns dies an diesem Tag verwehrt wegen den anhaltenden dichten Wolken ueber Hakone-yama, ein sehr aktiver Vulkan mitten in Hakone. Vom Gipfel empfehle ich, entweder nach Gora 強羅abzusteigen, oder weiter auf den Myojogatake zu wandern.

Hoehe1169m
Laenge~6h
Anfahrt_Multiple, ich wuerde empfehlen von der Daiyuzan Saisoji Tempel (大雄山最乗寺) Seite zu kommen:
Daiyuzan Station (Izu Hakone Tetsudo) →Douryouson (Izu Hakone Bus)
大雄山駅(伊豆箱根鉄道)→ 道了尊(伊豆箱根バス)
RouteGPX File
<1000m, 2021, Kanagawa, Local Fuji

Miura-Fuji / 三浦富士

Es gibt viele Berge die den Namen Fuji in Japan tragen. Die meisten dehalb weil sie eine aehnliche Bedeutung fuer die lokale Region haben und weil der Berg zumindest dem richtigen wohlgeformten Zylinder des Fuji aehneln. Beim Miura-Fuji 三浦富士 frage ich mich warum dieser Berg den namen traegt. Er ist weder der hoechste Berg der Region (der hoechste auf der Miura Halbinsel 三浦半島 ist der Ogusu-yama 大楠山) noch hat er eine Fuji-aehnliche Form (obwohl dies wohl einige Japanische Webseiten so sehen). Man kann allerdings den Fuji vom Gipfel des Miura-Fuji sehen, vielleicht war das einer der Gruende ihn so zu nennen. Auf jeden Fall ist er mit 138m sehr niedrig und einfach zu besteigen von der Keikyu Line 京急線 Station YRP-Nobi YRP野比駅. Auf dem Pfad kann man noch relativ einfach den Hodai-yama 砲台山 (hier hatte man wohl waehrend der Kreigszeiten eine Artillerie Batterie stehen. Man sieht auch noch das Fundament sowie einige Steinpfeiler in der naehe der Spitze) und den Takeyama 武山 (dieser beherbergt den wichtigsten Tempel der Miura-Halbinsel und dient als wichtiger lokaler Religionsort fuer lokale Fischer) mitnehmen bevor man wieder absteigt zum beispiel nach Tsukui 津久井駅. Die ganze Tour ist sehr einfach und dauert ca. 2 Stunden.

Hoehe183m
AnfahrtYRP Nobi Station(Keikyuu Kurihama Line)/ YRP野比駅(京急久里浜線)

<1000m, 2021, Kanagawa, Kanto 100

Ogusu-yama / 大楠山

Mal wieder schoenes Wetter gehabt an einem Sonntag. Da ich mich nur kurzfristig dazu entschied, einen kurzen Hike einzulegen, waehlte ich etwas einfaches im Grossraum Tokyo. Grossraum Tokyo ist hierbei sehr frei definiert, aber mit ca. 1h fahrzeit wenn man im Sueden Tokyos wohnt ist die Miura Halbinsel 三浦半島 definitiv noch Teil des Einzugsgebietes. Ich entschied mich, den Ogusu-yama zu erkunden, welcher auch als einer der 100 beruehmten Berge der Kanto Region gelisted ist. Der Berg (oder besser gesagt Huegel) ist mit seinen 242m nicht allzu hoch, stellt jedoch den hoechsten Punkt auf der Halbinsel dar. Routen auf den Gipfel gibt es viele. Ich entschied mich, einfach zur Station Kinugasa 衣笠駅 zu fahren und von dort zu laufen. Da ich ein wenig spaet dran war, kam ich erst gegen 12 Uhr Mittag dort an. Der Weg fuehrte ueber den Kinugasa-yama 衣笠山 auf den Ogusu-yama 大楠山. Zwischendurch geht es einige Male auf und ab und man durchquert auf dem Weg einige (Schnell-)strassen. Oben angekommen hat man eine begrenzte Sicht auf das Umland, kann aber auf die Mehresseite sehen. Auf dem Gipfel steht auch ein Geruest, wovon man einer 360 Grad Sicht haben sollte. Allerdings war dieses bei meinem Besuch geschlossen (wegen anhaltender Corona-Pandemie vermute ich). Danach kann man wahlweise auf der anderen Seite absteigen oder den Weg ein wenig zurueck und dann Richtung Yokosuka 横須賀駅 absteigen, wofuer ich mich schliesslich entschied. Wieder im Tal angekommen habe ich noch einen kurzen Abstecher ueber den Gongen-yama 権現山 gemacht. Ja, den Namen gibt es echt zuviel in Japan, nennen wir diesen einfach Miura-Gongen Yama. Weiter suedlich gibt es noch einen kleineren Berg der tatsaechlich Fuji-san 富士山 heisst aber auch oft Miura-Fuji genannt wird 三浦富士. Der Gongen-yama war schwer zugaenglich und ohne GPS haette ich den Weg auch sicher nicht gefunden, aber als ich auf dem Pfad war, ging es dann. Nur der Weg wurde wahrscheinlich laenger kaum benutzt und/oder von einem Taifung irgendwann einmal mit ein paar umgestuerzten Baeumen blockiert. Der Berg ist zwar begehrbar, aber man sollte da ein wenig aufpassen (Stand: Feb. 2021). Der Weg nach Yokosuka ist dann entlang einer groesseren Strasse. Alles in allem eine gute 4h Tour mit insgesamt 700m Hoehenunterschied und 13km Entfernung. Nicht schlecht fuer einen Samstag Nachmittag.

Hoehe242m
AnfahrtKinugasa Station (Yokosuka Line) / 衣笠駅(横須賀線)
<1000m, 2021, Kanagawa

Kobo-yama / 弘法山

Kobo-yama 弘法山 ist ein kleiner Berg (manche wuerden ihn vielleicht eher Huegel nennen) in der naehe der Stadt Hadano 秦野 in der japanischen Provinz Kanagawa 神奈川県. Der Kobo-yama Park erstreckt sich ueber mehrere Spitzen der gleichen Erhebung, namens Asama-yama 浅間山, Gongen-yama 権現山, Kobo-yama 弘法山, und Azuma-yama 吾妻山. Die meisten dieser Bergnamen kommen vielfach vor in Japan in allen moeglichen Gegenden und Hoehen. Allein Gongen-yama 権現山 gibt es sogar mehrfach mit Fuji-Blick. Der Kobo-yama liegt dabei im Schatten seiner etwas bekannteren grossen Brueder des Tanzawa-Gebirges 丹沢主脈 (Nabewari-yama 鍋割山, To-no-dake 塔ノ岳, sowie dem O-yama 大山).

Der Kobo-yama ist ein sehr einfacher Hike und in weniger als 3 Stunden von Hadano Station 秦野駅 nach Tsurumaki-Onsen 鶴巻温泉 zu schaffen (oder andersherum). Sollte man in ein Onsen springen wollen nach dem Wandern, so wuerde ich die Route von Hadano-eki 秦野駅 empfehlen. Besonders im Hochsommer (September/August)  wird man wohl trotz Einfachheit des Hikes sehr durchschwitzt sein. Ich entschied mich den Hike fuer einen kurzen Neujahrsausflug mit meiner Frau. Da man von der Spitze des Gongen-yama 権現山 auch wunderbar den Fuji-san 富士山 sehen kann, eignet sich die Route auch wunderbar zum ersten Blick auf den Fuji im Neuen Jahr 初富士見.

Den Namen Kobo-yama 弘法山 uebrigens traegt der Berg da nach der Legende nach der bekannte Japanische Moench Kukai 空海 (auch Kobo-Daishi 弘法大師 genannt) dort wohl lange Zeit trainiert hat. Kukai war instrumental fuer die Verbreitung des Shingon Buddhismus in Japan, dessen Lehre er aus seinen Reisen nach China mit nach Japan gebracht hat.

Hoehe235m
AnfahrtHadano Station (Odakyu-Line) / 秦野駅(小田急線)