<10km, 1500m-2000m, 2022, 5-8h, Ehime, Japan 300, Local Fuji, Shikoku 100

Iyo-Fuji / 伊予富士

Wenn ich an die Landschaft auf Shikoku denke, dann kommen mir immer Bilder von sehr dichten Bergmassiven mit ueppig gruen bewachsener Fauna in den Sinn. So war es vor ein paar Jahren als ich am Tsurugi-san 剣山 war, und so sollte es auch hier in der Naehe des Ishizuchi-san 石鎚山 sein. Und tatsaechlich ist Shikoke sehr, sehr bergig. Wenn man mal von den groesseren Staedten groesstenteils in Meernaehe absieht, ist die ganze Insel enorm bergig. So bergig, dass es uebrigens auch sehr lange mit dem Auto dauert, sich dazwischen fortzubewegen. Mir war das damals auch nicht so bewusst, denn wenn man auf die Entfernung einer Strecke auf der Karte schaut, dann sieht das meistens garnicht so weit aus, doch Strassen die ueber viele Serpentinen fuehren und teilweise so eng sind, dass nur ein Auto dort in eine Richtung passt, verlangsamt die Bewegung auf der Insel.

Die naechst groessere Stadt des Ishizuchi-san Massivs ist Matsuyama, und dort kann man relativ bequem aus Tokyo mit dem Flugzeug hinfliegen. Dort ein Auto gemietet, sind es jedoch noch rund 2h Fahrt bis man in die Ishizuchi-Gegend kommt. Man merkt schon, ich rede hier immer wieder vom Ishizuchi-san, obwohl der Eintrag eigentlich fuer den Iyofuji ist. Dies liegt daran, dass (1) der Ishizuchi-san der hoechste Berg der Region (und auch West-Japans) ist und namensgebend fuer das Bergmassiv drumherum und (2) weil mein eigentliches Ziel an diesem Tag auch der Ishizuchi-san war. Als ich jedoch auf dem Weg zum Massiv bereits gesehen habe, dass dort oben Mitte April noch relativ viel Schnee liegt und ich bei Yamap gelesen habe, dass dort einige Bergsteiger selbst mit Winterausruestung (Steigeisen, Fussketten etc) noch abgerutscht waren, habe ich kurzerhalbs umgeplant und mich fuer den nahe gelegenen, leicht niedrigeren Iyo-Fuji entschieden.

Der Weg beginnt am Eingang zum Kanpu-san 寒風山. Der Kanpu-san, ein Shikoku 100 meizan, ist einer der markannteren Berge in der Gegend, dessen Name auch ein Auto-Tunnel traegt, da dieser direkt unter dem Berg durch das Massiv fuerht. Am Eingang des Wanderweges sieht man dann auch schon die Wegweiser, die sowohl zum Kanpu-san als auch zum Iyo-Fuji zeigen. Das erste Stueck dahin, bis hoch zum Kuwase-Pass 桑瀬峠 ist relativ steil und stellt wohl einer der schnellsten Ansteige auf der ganzen Route da. Nach ca. 1h ist man dann auch schon auf dem Kuwano-Pass angekommen. Als ich da war, ruhte ich mich erstmal aus und traf einen aelteren Herrn, ein lokaler, der mit seinen 75 Jahren, schon oefterer diese Route bestiegen hat. Immer wieder erstaunlich wie fit die Japaner in fortgeschrittenem Alter sind.

Vom Kuwano-Pass geht man dann links entlang und laeuft sehr angenehm ueber den Bergkamm. Hier wird dann auch schon die Sicht besser auf das Umland. Die Berge Shikokus dicht an dicht, soweit das Auge reicht, ist echt ein toller Anblick. Gerade zu sieht man dann auch irgendwann den Iyo-fuji. Kurz vor dem Gipfel geht es noch einmal sehr steil nach oben, bis man dann auf dem Gipfel ein wenig verschnaufen kann. Oben angekommen hat man eine super Sicht auf das Umland und die sogenannte UFO Line, eine Bergstrasse fuer Autos. Die Ufo-Line fuehrt noch weiter bis zum Kamegamori 瓶ヶ森 und auch zu einem Aufstieg des Ishizuchi-san. Den Ishizuchi-san kann man auch vom Gipfel des Iyo-Fuji wunderbar in der Ferne sehen. Ab hier kann man entweder den Weg wieder zurueck laufen, oder noch ein wenig weiter zum Higashi-Kuromori 東黒森 wandern. Ich entschied mich noch weiter zu wandern zum Higashi-kuromori sowie den darauffolgenden kleinen Peak des Jinen-go-no-atama 自念子ノ頭. Hat man es bis dahin geschafft, dauert die kompette Strecke mit Rueckweg so an die 7h. Wenn man nur bis zum Iyo-fuji laeuft und dann wieder zurueck entsprechend kuerzer.

Name:Iyo-fuji 伊予富士, Higashi-Kuromori 東黒森, Jinen-go-no-atama 自念子ノ頭
Hoehe:1756m (Iyo-Fuji), 1735m (Higashi-kuromori), 1701m (Jinen-go-no-atama)
Dauer:6-7h
Laenge:13km
Anfahrt:寒風山登山口駐車場 (Mt. Kanpu trailhead parking area)
GPX:GPX Trail
<10km, 1-3h, 1000m-1500m, Japan 300, Kyushu 100, Oita, Vulkane

Tsurumi-dake / 鶴見岳

Der Tsurumi-dake ist einer der Landmark Berge der Stadt Beppu. Sichtbar aus dem Stadtzentrum ist diese Vulkangegend auch der Grund fuer die vielen heissen Quellen in der Stadt. Der Tsurumi-dake ist ein Nachbarberg des Yufu-dake und ein sehr beliebtes Ausflugsziel. So beliebt, dass dort eine Seilbahn gebaut wurde, die einen fast bis zum Gipfel bringt.

An einem Sonntag nachmittag, nachdem ich den Sobo-san 祖母山 bestiegen habe, und wieder auf dem Rueckweg zum Oita Flughafen 大分空港 war, hatte ich noch knapp 2h Zeit und wegen des einfachen Zugangs des Berges ueber die Seilbahn, entschied ich mich, dorthin noch kurz einen Abstecher zu machen. Mit der Beppu Ropeway 別府ロープウェイ kostet die Fahrt (hin und zurueck) zwar stolze 1600 Yen, aber wenn man unter Zeitdruck steht, ist das mehr als gerechtfertigt, denn es dauert nur ca. 10 Minuten bis man oben ist. Dort angekommen sind es nurnoch 10 Minuten bis zum Gipfel und man kann das Areal in gut 30 Minuten als Rundweg ablaufen (weitere Wege fuehren dort auch ab).

Als ich besuchte, war der Berg leider in Wolken gehuellt und ich konnte nur aus em Lift einen Blick auf Beppu werfen. Durch die Bucht ist sehr ausblick sehr schoen, und ich kann mir vorstellen, dass man von oben eine Gute Sicht auf die Stadt, sowie umliegende Berge wie z.B. den Yufu-dake hat. Ganz oben bei der Gipfelmarkierung stehen mehrere Sendemasten, was ein wenig an den Mitsutoge in Yamanashi erinnert.

Ansonsten muss ich sagen dass der Hike von der oberen Ropeway Station sehr unspektatkulaer ist. Es ist groesstenteils bepflastert und man laeuft Treppen bis nach ganz oben. Oben befindet sich ein Schrein gleich hinter der Seilbahnstation und man kann dort oben ein Shichi Fukujin Meguri 七福神巡り machen: Ds Besuchen von insgesamt 7 (kleineren) Schreinen, bei dem je einer der Schreine einem der 7 japanischen Glueckgoetter gewidmet ist. Wenn man ein wenig mehr Zeit hat, wuerde ich daher empfehlen die Ropeway nicht zu benutzen und den Weg nach oben zu nehmen, der sicherlich spannender ist. Denn der Tsurumi-dake ist ein aktiver Vulkan und es gibt auch einige Gegenden die rauchen, allerdings nicht auf der Spitze des Berges. Fuer mich heisst das, ich muss noch einmal wiederkommen und bei mehr Zeit, und hoffentlich klarrem Wetter die Route ueber die vulkanisch aktiven Gegenden gehen.

Name: Tsurumi-dake 鶴見岳 (Zeichen fuer Kranich 鶴 und sehen/erblicken 見)
Hoehe: 1375m
Kategorie: Nihon 300 Meizan 日本三百名山, Kyushu 100 Meizan 九州百名山
Laenge:ca. 1km (von der oberen Seibahnstation aus)
Dauer: 30m – 1h fuer die Runde
Preis:1600 Yen (Return), 1000 (One-Way) mit der Beppu Ropeway 別府ロープウェイ
Anfahrt: Beppu Ropeway 別府ロープウェイ
GPX:GPX Track
<10km, 1-3h, 1000m-1500m, 2021, Japan 300, Niigata

Kinpoku-san / 金北山

Sadogashima 佐渡ヶ島 ist grob aufgeteilt in zwei Inselhaelften. Die gebirgibe Suedhaelfte sowie die ebenfalls gebirgibe Nordhaelfte, welche beide durch eine flache Ebene verbunden sind. Durch die Form beider Haelften (oval) und den Fakt dass die Suedhaelfte nach Westen weiter ragt und die Nordhaelfte nach Osten, gibt der Insel die stilisitischen Form eines “S”. Der Hoechste Punkt auf der Insel stellt der Kinpoku-san 金北山 (dt. Nord-Gold Berg) dar. Frueher hiess der Berg wohl schlichtweg Hoku-san (北山) doch seitdem grosse Goldvorkommen auf der Insel gefunden wurden zum Anfang der Edo Zeit, hat der Berg seinen heutigen Namen bekommen.

Auf dem Gipfel befindet sich eine alte verlassene Radarstation der japanischen Selbstverteidigugskraefte (自衛隊). Die Station war lange im Betrieb um Radarsignale auf der Seite des Japanischen Meeres abzufangen (dafuer eignet sich die Lage Sados sehr gut) bis ins Jahr 2010. Seit dem ist eine modernere Radarstation auf dem benachbarten Myoken-san 妙見山 gebaut wurden, welche wie eine grosse weisse Box aussieht. Vom Tal her kann man die “Box” sehr gut sehen, und sehr leicht mit der Spitze des Kinpoku-san verwechseln. Interessanterweise wissen selbst die Einheimischen nicht wirklich den Unterschied. Die in Sado geboren und aufgewachsene Landlady in der Unterkunft wo wir blieben, hatte vom Kinpoku-san mit der grossen weissen Box auf dem Gipfel gesprochen. Weiterhin war ihr nicht bekannt, dass man ueberhaupt auf den Gipfel kann als Privatperson.

Tatsaechlich muss man, je nach Route, durch eine Gegend in der mehrere dieser Radaranlagen stehen und die von den japanischen Selbstverteitdigungsstreitkraeften bewirtschafted wird. War es frueher vielleicht nicht moeglich, so ist dies nun durchaus passierbar, vorausgesetzt, man reicht ein Formblatt ein, auf dem Name und Plan der Wanderer vermerkt sind, ein sogenanntes Tozan-Todoke 登山届け (siehe hier bzw hier fuer das Formblatt (jp.)). Um es einzureichen kann man es bequem an einer Box (登山届けボックス) am Eingang des Wanderwegs hinein werfen.

Wanderwerg die auf den Kinpokusan fuehren gibt es mehrere. Die wohl beliebteste Treking Tour ist vom Donden Hochland zu starten und die 6h+ ueberquerung zum Kinpoku-san zu begehen. Da dies ein One-way trip ist und wir mit Auto unterwegs sind, entschieden wir uns den Berg von der anderen Seite zu besteigen. Der Startpunkt liegt beim Hakuun-Dai Observation Deck 交流センター 白雲台, ein Rastplatz auf der Osado Skyline, eine Bergueberfuehrungsstrasse mit Aussucht in das Tal. Hakuun 白雲 heisst nichts anderes als “weisse Wolken”. Vom Rastplatz mit einigen Parkplaetzen dann geht es auch schon los. Das Tor des Weges welches der japanischen Streitkraefte gehoert kann man nach Abgabe des Wanderplans links passieren. Danach ist der Weg ausgeschildert auf Japanisch, aber die WEge die man nicht gehen darf sind unverkennbar mit einem X markiert.

Die Spitze des Kinpoku-san kann man bereits vom Parkplatz der Hakuun-dai Station sehen. Bis zur Spitze sind es weniger als 5km und es sollte nicht laenger als 1.5h brauchen um oben anzukommen. Auf dem Weg passiert man die grosse weisse Box auf dem Myoken-san sowie ein paar andere Radarstationen auf mehreren Huegeln. Oben angekommen wird man von der verlassenen Radarstation begruesste. auf der rechten Seite gibt es eine Treppe die zu einem Tempel auf der Spitze fuehrt, dort befindet sich auch das Gipfelkreuz/-schild. Weiterhin steht dort eine Steintafel mit einem Relief der 7 Gluecksgoetter (七福神). Vom Tempel aus hat man eine sehr gute Aussicht in das Tal in der Mitte der Insel, inklusive des Ryotsu Hafens 両津港.

Name:Kinpoku-san 金北山, Hoku-san 北山 (ehemals)
Hoehe:1172m
Laenge: 9km
Dauer: 2.5h
Anfahrt: Mit Auto bis zum 交流センター 白雲台 Observation Deck
GPX:GPX Track