<10km, 1000m-1500m, 2022, 5-8h, Hokkaido, Hokkaido 100

Hakuun-zan / 白雲山

Von allen Praefekturen Japans ist Hokkaido meine Lieblingspreafektur. Nicht nur weil die Temperaturen dort sehr angenehm sind (wie in Mitteleuropa), oder ich dort waehrend meines ersten Japan Aufenthalt bereits einmal gelebt habe, sondern auch weil die Natur dort an vielen Orten noch nicht von den Menschen erobert wurde und auch weil es dort wunderschoene Vulkane und Bergketten gibt. 

Im vergangenem Jahr bestieg ich den hoechsten Berg Hokkaidos, welcher im Herzen des Daisetsuzan National Parks 大雪山国立公園 liegt, relativ mittig in Hokkaido. Der Park ist enorm gross und es gibt auf allen Seiten gute Wandermoeglichkeiten. Diesmal kam ich von der anderen Seite (der Tokachi Ebene) und suchte nach einem interessanten Tagesausflug nicht allzu weit von Obihiro 帯広. Auf der Karte habe ich gesehen dass man relativ einfach von Obihiro an den suedoestlichen Teil des Daisetsuzan Gebirges kommt. Dort liegt der Shikaribetsu-ko 然別湖, der hoechste Vulkansee Japans, umgeben von mehreren Bergen. Von diesen Erhebungen ist der Hakuun-zan 白雲山 wohl der bekannteste. (Nicht zu verwechseln mit dem Hakuun-dake白雲岳, welches ebenfalls eine bekannte Spitze im Daisetsuzan Gebirges ist, jedoch ein wenig weiter nordwestlich.). Der “Berg der weissen Wolken”, so der Name des Berges auf Deutsch, liegt dabei direkt am Shikaribetsu-ko. Der Beginn des Wanderweges liegt direkt am See, an einer kleinen Waldstrasse deren Eingang sich von der Hauptbergstrasse, wenn man von der Obihiro-Seite kommt, direkt am Anfang des Shikaribetsu-ko befindet. Hat man den Eingang gefunden, so befindet sich dort ein Parkplatz, der allerdings nicht zu vielen Autos Platz bietet (geschaetzte 20). Es befinden auch zwei Portable Toiletten-Kabinen dort. (Tip: ca. 3km weiter die Bergstrasse runter befindet sich der Ogigahara Aussichtspunkt 扇ヶ原展望台, auf dessen Parkplatz es bessere Toiletten gibt)

Ist man startbereit, so geht es direkt vom See nach oben durch den Wald. Nach ein paar Metern kommt man an eine Kreuzung. Man kann wahlweise geradeaus gehen am see entlang (und spaeter von der anderen Seite auf den Berg) oder rechts hinauf den direkten Weg nach oben. Ich entschied mich, direkt nach oben zu gehen und musste merken, dass der Anstieg sehr schnell steil nach oben ging. Nach etwas mehr als einer Stunde kommt man an eine weitere Kreuzung, wo man wahlweise noch ueber den Rechts abgehenden Weg einen Abstecher zum Ganseki-san 岩石山 machen kann oder den linken Weg direkt hoch auf den Hakuun-zan. Zum Gipfel sind es von dort aus nur noch 10 Minuten. Allerdings word es schnell sehr felsig und schnell wird klar, dass der Gipfel aus einer Ansammlung von Felsbrocken besteht. Oben angekommen wird man mit einer unglaublich guten Sicht auf den Shikaribetsu-ko und den umliegenden Bergen belohnt. Der Vulkansee offenbahrt ein schoenes Naturblau und an sonnigen Tagen ist der Blick wirklich atemberaubend. Auf der anderen Seite kann man an hellen Tagen ueber die Tokachi Ebene bis zum Meakan-dake blicken. In den Bergen der Gegend gibt es Berghasen ナキウサギ (dt. “Pfeifhasen”) die dort ansaessig sind, besonders in den steinigen Gegenden. Ich habe zwar keine gesehen als ich oben war, aber ein anderer Wanderer hat mir ganz euphorisch davon erzaehlt, dass kurz vorher mehrere Hasen dort gesichtet wurden. 

Fuer den Abstieg kann man auf der anderen Seite den Weg nach unten nehmen. Ich fande den Abstieg sehr steil und den Wehmg relativ zugewachsen. So dass man ein wenig aufpassen muss wo man hintritt. Nach einer weil kommt man in einen Beegpass, wo man wahlweise noch auf den benachbarten Tenbou-zan 天望山 (“Berg, der gen Himmel blickt”) hochsteigen kann, oder direkt nach unten zum See und am Wasser zurueck zum Parkplatz. Ich entschied mich den Weg ueber den Tenbou-zan zu nehmen. Dies waren noch einmal 300 Hoehenmeter wieder nach oben. Nachdem ich einer Wanderin ihre verlorenen Handschuhe gefunden und hinterhergetragen habe (jeden Tag eine gute Tat!), und sie ueberholt hatte, war ich nach einer kirzen Weile schon oben. Der Gipfel des Tenbou-zan ist dabei weniger spektakulaer als der seines grossen Nachbarn. Der Gipfel ist nicht offen, und so kann man nur in Richtung Shikaribetsu-ko blicken. Auf dem Rueckweg entschied ich mich, den Abstieg auf der anderen Seite zu nehmen, mit dem Plan dann am Seeufer wieder zurueck zum Parkplatz zu laufen. Dabei muss ich sagen dass der Abstieg auf der Seite nicht allzugut ausgeschildert ist. Ich habe einmal den falschen Weg erwischt und befand mich auf einem absolut unschoenen Abstieg durch moosbewachsene Wege und mit umgefallenen Baeumen versehte Waldstuecke. Schnell begriff ich, dass dies nicht der Weg sein kann und dank GPS habe ich dann den eigentlichen Abstiegsweg wieder gefunden. Dieser war auch auf dem offiziellen Weg sehr muehsam. Unten angekommen geht es dann eine Weile geradeaus, bis man schliesslich an das Ufer des Shikaribetsu-ko kommt. Auf dem Weg habe ich zwei Paddelboote gesehen, das scheint ein beliebter Sport auf dem See zu sein. Der Weg von dort am Wasserrand durch den Wald zurueck zum Parkplatz ist eben und extrem angenehm. Wenn man beide Berge mitnehmen will, sollte man 5.5h Stunden einplanen. 

Name:Hakuun-zan 白雲山 / 天望山 Tenbou-zan
Hoehe:1187m (Hakuun-zan) / 1174m (Tenbou-zan)
Dauer:5-6h
Laenge:9km
Anfahrt:白雲山・天望山・東雲湖 トウマベツ登山口
GPX:GPX Track
10-15km, 1000m-1500m, 2022, 5-8h, Akita, Japan 300, Tohoku 100

Taihei-zan / 太平山

Von all den Regionen in Japan hat Tohoku eine besondere Anziehungskraft auf mich. Von den aktiven Vulkanen in der Morioka Region, der weiten Landschaften des Hakkoda Gebirges und der rauen Sanriku Kueste im Osten, die Region hat viele interessante Seiten. Der bekannteste Berg in Akita ist wahrscheinlich der Akita-Komagatake, ein aktiver Vulkan und zugleich hoechste Erhebung in der Praefektur Akita. Weiter westlich befindet sich das Taihei-zan Gebirge 太平山, ein beliebtes Skigebiet dessen namensgebende hoechste Erhebung gleichzeitig ein bedeutender religioeser Berg ist.

An einem freien Freitag machte ich mich auf per Flugzeug von Haneda (HND) nach Akita (AXT), welches nur 1,5h entfernt vom Taiheizan liegt. Mit dem Mietwagen geht es vorbei an Vorlaefern der Stadt Akita und danach noerdlich davon beginnt eine 30-minuetige Fahrt ueber eine Bergstrasse. Zeitweise ist die Strecke gut bepflastert, jedoch sollte man nicht allzu schnell fahren, da es sehr viele Schlagloecher gibt. Auf dem Weg kommt man beim sogenannten “Nibetsu National Forest” 仁別国民の森, vorbei, wo es ein Parkplatz, ein Besucherzentrum, sowie Toiletten gibt. Fuer den Start der Wanderung auf den Taiheizan ueber die Asahimata Route 旭又ルート muss man jedoch noch ein wenig weiter fahren bis zum Parkplatz des Taiheizan Asahimata-guchi 太平山 旭又口. Dort angekommen findet man einen mittelgrossen Parkplatz vor an dessen Ende sich ein realtiv modernes Toilettenhaus befindet. Wanderkarten sowie aktuelle Hinweise kann man am Eingang entnehmen. Auf der Rechten Seite sieht man eine Bruecke, die ueber einen Fluss fuehrt. Dies ist der Beginn der ca. 6 stuendigen Rundwanderung.

Am Beginn des Weges kann man eine Schutzglocke みまりの鐘 laeuten. Danach geht es in den dichten Wald hinein. Das erste Stueck ist nicht sehr Steil und relativ einfach, bis man nach 30-40 Minuten an eine Gabelung kommt. Links geht es zum Taihei-zan 太平山 und rechts zum Houzou-dake 宝蔵岳. Beide Spitzen sind ueber einen Bergkamm verbunden, so dass es egal ist welchen Weg man geht, denn man kann die Runde ueber beide Seiten machen. Ich entschied mich fuer den direkten Anstieg zum Taihei-zan. Der Anstieg ab der Gabelung wird graduell steiler und zeitweilen geht es im Zick-Zack weg nach oben, insgesamt ueber 900m. Der ganze Grind dauert an die 2 Stunden, aber es ist nichts technisches, man muss nur eine Fuss vor den anderen setzen. Nach vielen Kurven und Steigungen kommt man schliesslich auf dem Bergkamm an. Der Taihei-zan befindet sich auf der Rechten Seite, man sieht bereits das Schreingebaeude auf der Spitze. Zur linken Seite befindet sich noch der Asahi-dake 旭岳 mit guten Aussichten auf das Umland, und so nahm ich die Spitze noch mit bevor ich mich auf den Weg zum Taihei-zan machte. An diesem schwuelen Augusttag war es kein Wunder, dass es enorm viele Insekten auf den Bergspitzen gab. Bleibt man in Bewegung, dann fliegen sie meist an einem vorbei. Ausruhen konnte ich mich daher auf dem Asahi-sake nicht und so machte ich mich gleich weiter auf den leicht hoeheren Taihei-zan. Dessen Gipfelschrein samt Haus kann man vom Bergkamm schon eindrucksvoll sehen. Kurz vor dem letzten Anstieg durchquert man auch noch ein (leider schon sehr beschaedigtes) Torii 鳥居 aus Eisen. Ein letzter Push und man ist bereits auf der Spitze des Taihei-zan. Von dort kann man sich auf den Baenken ausruhen, beim Schrein beten, und die weitreichende Aussicht geniessen.

Beim Absteig ueber den Houzou-dake 宝蔵岳 sollte man relativ vorsichtig sein, denn der Abstieg ist sehr steil. Es gibt mehrere Stellen die so steil sind, dass Eisenketten angebracht wurden, um den Abstieg bzw. Aufstieg zu erleichtern. Fuer meinen Geschmack war der Abstieg schon ein wenig zu steil. Das waere wahrscheinlich ein wenig einfacher fuer den Aufstieg. Wer ein wenig Hoehenangst hat, dem wuerde ich daher empfehlen die Route in die entgegengesetzte Richtung zu laufen, da der Abstieg auf der anderen Seite nicht so steil ist. Ist man schliesslich am Houzou-dake angekommen, so kommt kurz danach eine Kreuzung an einem Bergpass, wo der Abstieg zum Asahimata-guchi ausgeschildert ist. Sobald man den Bergkamm verlasen hat, ist es nur nuch maessiges bergabwaerts fuer ca. 1,5h bis man wieder unten am Parkplatz ist. Kurz vor dem Parkplatz gibt es eine Stueck wo der Weg durch ein Stueck Wasser laeuft. Dort besonders beim Absteig aufpassen. Mich hatte es 100m vor dem Parkplatz hingehauen da ich ausgerutscht war, und ich bin im Wasser gelandet, bzw. mit einer Hand in dem kuenstlichen Kanal, der dort gebaut wurde, und hatte mir leicht die Hand aufgeschrammt. Nichts schlimmes, aber man sollte wie immer die Rutschgefahr nicht unterschaetzen, besonders wenn es bergabwaerts geht.

<1000m, 15-20km, 2022, 5-8h, Hyogo, Japan 300, Kansai 100

Rokko-san / 六甲山

Der Rokko-san 六甲山 ist einer der beruehmtesten Berge von Kansai. Nunja, eigentlich ist es sogar eine ganze Bergkette, die sich im Norden Kobes 神戸 erstreckt. Als ich an einem Samstag in Kobe war, habe ich mir vorgenommen, die hoechste Spitze des Rokko-san zu besteigen. Da der Berg enorm beliebt ist, soll gesagt sein, dass es enorm viele Wanderwege nach oben gibt. So viele, dass man sich gar nicht entscheiden kann, welchen man nehmen soll. Ich habe mich dann schliesslich fuer eine Weg entschieden, er direkt an einer Bahnstation anfaengt. Von der JR Station Ashiya 芦屋 bin ich gestarted und nach Norden zum Trailhead gelaufen. Auf dem Weg gibt es nicht soviele Konbini, aber kurz vor dem Berg gab es links von dem kleinen Fluss, der sich dort langzieht, einen Lawson. Kurz Proviant aufgestockt ging es weiter den Schildern entlang zum Koza Waterfall/ Rock Garden.

Je naeher man dem Berg kommt, desto mehr Leute werden es und es ist schon ersichtlich hier unten, dass dies ein sehr beliebter Berg ist. Folgt man den Schildern dann kommt man irgendwann an eine Kreuzung, bei der es geradeaus zu den Koza Wasserfaellen geht und rechts ab zum Shiro-yama 城山. Man kann beide Wege nehmen aber der direktere und der mit mehr Bergen ist der ueber den Shiro-yama, Arechi-yama 荒地山, hin zum Rokko-san. Auf dem Weg gibt es immer mal wieder freie Flaechen mit einer wunderbaren Sicht auf Kobe und Osaka. Auf dem Weg zum Arechi-yama gibt es eine relativ viele Abschnitte, bei denen man ueber groessere Steinfelsen hinweg muss. Fuer so einen beliebten Berg wo auch Familien unterwegs sind, kam mir dies schon relativ mittelschwer vor. Ich kann mir vorstellen, dass andere Wege nach oben vielleicht ein wenig einfacher sind. Sollte man Probleme mit Felsenklettern haben, dann sollte man wahrscheinlich eher nicht ueber die Arechi-yama Route nach oben aufsteigen.

Nach dem Arechi-yama ist es dann relativ moderat bis zum hoechsten Punkt des Rokko-san. Als ich oben ankam, realisierte ich, dass dort eine Schnellstrasse entlang fuhr. An anderen Punkten kann man auch mit dem Lift hoch habe ich gesheen. Allerdings nimmt das den ganzen Spass aus der Sachen, so dass ich relativ froh war, genug Zeit zu haben, den Berg von unten zu besteigen, auch wenn es an diesem Junitag sehr heiss und schwuel war. Kurz vor dem Gipfel gibt es ein Rastplatz mit grosser Toleitte. Von dort aus kann man in 5 Minuten auf dem Gipfel sein. Der Gipfel an sich ist relativ weit und es befindet sich auch ein Kommunikationsmast/ Gebaeude dort oben.

Absteigen kann man dann ueber einen der unzaehligen anderen Wanderwege auf der Seite wo man gekommen ist, oder auch auf der anderen Bergseite, wo man dann im Onsen Ort Arima-Onsen rauskommt und direkt in die heissen Quellen springen kann. Da ich noch relativ viel Zeit hatte, entschied ich mich, den Bergkamm rueber zum Maya-san 摩耶山 zu laufen. Dies hat jedoch laenger gedauert als gedacht. Sollte man einen knappen Zeitplan haben, wuerde ich den Abstecher nicht empfehlen. Sollte man doch in die Richtung gehen, dann sei gesagt, dass es mehrere Cable Cars/Seilbahnen gibt auf dem Weg, mit denen man zur Not auch relativ schnell wieder nach unten kommt.

10-15km, 1500m-2000m, 2022, 5-8h, Fukui, Japan 100

Arashima-dake / 荒島岳

Der Berg der wilden/stuermischen Insel. Naja ganz so direkt uebersetzen klingt der Name auch ein wenig komisch. Ich fande den Arashima-dake jetzt weniger wild (eher gesittet und mit sehr gutem Pfad nach oben), dafuer aber extrem steil. Merkt man bereits am Anfang. Startet man vom Kadohara Course 勝原コース dann findet man sich gleich hinter dem Parkplatz auf einem betonierten Weg wieder der enorm steil nach oben verlaeuft fuer etwa 15 Minuten. Lange haben meine Versen nicht mehr so gezogen. Hat man dieses erste Stueck hinter sich, dann ist der Rest eigentlich nur noch hoch, hoch, und nochmals hoch. Aber dafuer auf angenehmerem Terrain (Waldwege und teilweise Treppen, nur manchmal mit ein wenig Steinklettern). Insgesamt braucht man knapp 3h bis ganz nach oben, und das fuer nur 5km, auf denen man ca. 1200 Hoehenmeter ueberwindet. auf dem Weg gibt es ein paar markante Stellen, wie zB. den ”Totoro Baum” oder die ”Hakuba Bank” von der man ein schoenen Ausblick auf den Haku-san haben soll. Auf halber Strecke trifft man dann endlich auf eine Gabelung. Von hier kann man Wahlweise nach links direkt hoch zum Arashima-dake (weitere 1.5km) oder rechts entlang einen kleinen Abstecher auf den kleineren Ko-Arashimadake 小荒島岳, von dem man einen schoenen Ausblick auf den Gipfel des Arashima-dake hat.

Da es sich hier mal wieder um einen 100Meizan handelt, sei wie immer angeraten enorm frueh am Start zu sein, ich kam um 6 Uhr morgens am Trailhead an nach 1 stuendiger Autofahrt aus Gujo, bei der es in Stroemen geregnet hat, und der Parkplatz war schon halb voll. Zum Glueck hat der Regen dann aufgehoert, so dass ich gleich hoch bin. Ich hatte demneachst ein paar Bedenken wegen Matsch und rutschiger Steine, aber der Weg ist relativ gut ausgebaut, so dass dies gar kein Problem war.

10-15km, 100 Blumenberge, 1000m-1500m, 2022, 5-8h, Hokkaido, Hokkaido 100, Japan 100, Local Fuji, Vulkane

Meakan-dake / 雌阿寒岳

Im Jahre 2007 habe ich einen Monat in dem kleinen Toristenort Akankohan 阿寒湖畔 im oestlichen Hokkaido gewohnt. Das war damals inmitten eines Austauschjahr in Japans und nach Uni und einem Praktikum, wollte ich noch etwas anderes sehen und habe mich damals bei WWOOF registriert, einen Host in einem moeglichst regionalem Ort kontaktiert ob ich dort arbeiten kann und dafuer die Unterkunft und Verpflegung bezahlt bekomme. Ich hatte damals eine Rueckmeldung aus Hokkaido und daher bin ich fuer einen Monat in das kleine Onsen Ort Akankohan direkt am Akan-See 阿寒湖, und habe dort Schnee geschippt und Teller gewaschen fuer ein Souvenirshop/Restaurant im Ort. Das war im Januar, also im tiefsten Winter in Hokkaido. Damals habe ich bereits den Oakan-dake 雄阿寒岳, der ueber den Akan-See thront, immer wieder gesehen und einmal wollte ich ihn sogar besteigen, wurde aber wegen des vielen Schnees schnell abgeschreckt.

Damals habe ich nicht gewusst dass unweit von Akankohan auch ein anderer Berg und gleichzeitig sehr aktiver Vulkan liegt: Der Meakan-dake 雌阿寒岳. Der Oakan-dake traegt das Zeichen fuer Mann und Meakan-dake das fuer Frau. Man hat den zwei markantesten Bergen um den Akan-See also die Geschlechter zugewiesen. Der bekanntere der beiden, und gleichzeitig ein 100 Meizan ist der weibliche Berg, der Meakan-dake. Immer wieder habe ich geliebgaeugelt, den Meakan-dake zu besteigen, und im May 2022 endlich bat sich dann die Gelegenheit. 

Und ich muss sagen: Wow! Was fuer ein Berg. Die Route ist nicht zu schwer und auch nicht zu leicht. Fuer die meisten genau richtig. Die Rundweg-Route mit ca. 6h Wanderzeit auch optimal. Und die Vulkanlandschaft ist einfach  umwerfend. Fuer mich definitiv einer der besten Vulkan-Hikes in Japan.

Man kann den Meakan-dake von 3 Hauptroute aus besteigen. Dafuer waehlt man entweder die Akankohan Route, die Meakan-Onsen Route, oder die Onneto Route. Dazu muss man wissen dass die Akankohan Route die laengste ist und relativ weit weg vom Dorf Akankohan startet. Die anderen beiden Routen liegen auf der gegenueberliegenden Seite und lassen sich ueber einen Rundgang auch miteinander verbinden. Ich bin damals die Meakan-Onsen Route nach oben, und dann ueber die Onneto Route abgestiegen. Der Vorteil davon ist, dass es in Meakan-Onsen ein Onsen gibt, in dem man entspannen kann nach dem anstrengendem Hike. Ein weiterer Vorteil dieses Rundweges ist das man sowohl den Akan-Fuji mitnehmen kann, wenn man die Zeit hat, als auch am wunderschoenen Onneto-See vorbeikommt, dessen starkes Blau man auch vom Berg aus sehen. 

Der Parkplatz am Meakan-Onsen Startpunkt ist relativ gross. Als ich frueh morgens um 6 Uhr dort ankam, waren nur eine Hand voll Autos dort. Als ich zurueck kam dann aber doch schon relativ voll. Der Aufstieg ueber die Meakan-Onsen Route bis zum Gipfel dauert in etwa 2h und ist teilweise steil, aber nichts schwieriges. Die Etappenschilder (10. Station = Gipfel) markieren den Fortschritt waehrend des Aufstiegs.  Zunaechst geht es durch einen dichten Wald, bis man auf der Hoehe der ca. 6ten Station die Baumgrenze durchbricht und auf Vulkangestein das Letzte Stueck nach oben wandert. Am Krater angekommen offenbahrt sich auch schon eine tolle Aussicht: linke Seite auf den Akan-See, den Oakan-dake, eine aktive und rauchende Stelle des Meakan-dake sowie das Umland. Andere Seite kann man in den Krater blicken und die beiden Kraterseen Ai-Numa 青沼 (Blauer Teich) sowie 赤沼 (Roter Teich) begutachten. Im Hintergrund bahnt sich auch der neben dem Meakan-dake gelegenen Akan-Fuji 阿寒富士 in seiner sehr schoen geformten Zylindergestallt. Als ich dort oben ankam an einem Mai-Tag war es noch gefroren an einigen Stellen und es gab starke eiskalte Winde, so dass man leider nicht lange auf dem Krater bleiben konnte. Folgt man dem Kraterrand, dann geht es auf der gegenueberliegenden Seite langsam wieder bergab. Nach ca. 200m Abstieg kommt man an eine Gabelung, an der man sich entscheiden kann direkt zurueck zum Onneto-Eingang abzusteigen, oder noch einen ca. einstuendigen Abstecher auf den Akan-Fuji zu machen. Mein Tip: Abstecher machen wenn es die Zeit erlaubt. Der Ausblick von Akan-Fuji ist spektakulaer und man sieht den Meakan-dake noch einmal komplett aus einem anderen Winkel. Der Anstieg jedoch  kam mir durch das viele Vulkanstein-Geroell ein wenig anstrengender vor als auf den Meakan-dake. Da es nur eine Route fuer den Akan-Fuji gibt, muss man vom Gipfel dann auch wieder auf die Kreuzung absteigen. Von dort aus geht es dann relativ gemuetlich Richtung Onneto-See. Am Eingang des Weges angekommen geht es auf der Rechten Seite durch ein Waldstueck vorbei am Onneto-See mit seiner wunderbar blauen Farbe, wieder zurueck zum Meakan-Onsen. Alles in allem, ein toller Hike und definitiv verdienter 100 Meizan Titel.

<10km, 1500m-2000m, 2022, 5-8h, Ehime, Japan 300, Local Fuji, Shikoku 100

Iyo-Fuji / 伊予富士

Wenn ich an die Landschaft auf Shikoku denke, dann kommen mir immer Bilder von sehr dichten Bergmassiven mit ueppig gruen bewachsener Fauna in den Sinn. So war es vor ein paar Jahren als ich am Tsurugi-san 剣山 war, und so sollte es auch hier in der Naehe des Ishizuchi-san 石鎚山 sein. Und tatsaechlich ist Shikoke sehr, sehr bergig. Wenn man mal von den groesseren Staedten groesstenteils in Meernaehe absieht, ist die ganze Insel enorm bergig. So bergig, dass es uebrigens auch sehr lange mit dem Auto dauert, sich dazwischen fortzubewegen. Mir war das damals auch nicht so bewusst, denn wenn man auf die Entfernung einer Strecke auf der Karte schaut, dann sieht das meistens garnicht so weit aus, doch Strassen die ueber viele Serpentinen fuehren und teilweise so eng sind, dass nur ein Auto dort in eine Richtung passt, verlangsamt die Bewegung auf der Insel.

Die naechst groessere Stadt des Ishizuchi-san Massivs ist Matsuyama, und dort kann man relativ bequem aus Tokyo mit dem Flugzeug hinfliegen. Dort ein Auto gemietet, sind es jedoch noch rund 2h Fahrt bis man in die Ishizuchi-Gegend kommt. Man merkt schon, ich rede hier immer wieder vom Ishizuchi-san, obwohl der Eintrag eigentlich fuer den Iyofuji ist. Dies liegt daran, dass (1) der Ishizuchi-san der hoechste Berg der Region (und auch West-Japans) ist und namensgebend fuer das Bergmassiv drumherum und (2) weil mein eigentliches Ziel an diesem Tag auch der Ishizuchi-san war. Als ich jedoch auf dem Weg zum Massiv bereits gesehen habe, dass dort oben Mitte April noch relativ viel Schnee liegt und ich bei Yamap gelesen habe, dass dort einige Bergsteiger selbst mit Winterausruestung (Steigeisen, Fussketten etc) noch abgerutscht waren, habe ich kurzerhalbs umgeplant und mich fuer den nahe gelegenen, leicht niedrigeren Iyo-Fuji entschieden.

Der Weg beginnt am Eingang zum Kanpu-san 寒風山. Der Kanpu-san, ein Shikoku 100 meizan, ist einer der markannteren Berge in der Gegend, dessen Name auch ein Auto-Tunnel traegt, da dieser direkt unter dem Berg durch das Massiv fuerht. Am Eingang des Wanderweges sieht man dann auch schon die Wegweiser, die sowohl zum Kanpu-san als auch zum Iyo-Fuji zeigen. Das erste Stueck dahin, bis hoch zum Kuwase-Pass 桑瀬峠 ist relativ steil und stellt wohl einer der schnellsten Ansteige auf der ganzen Route da. Nach ca. 1h ist man dann auch schon auf dem Kuwano-Pass angekommen. Als ich da war, ruhte ich mich erstmal aus und traf einen aelteren Herrn, ein lokaler, der mit seinen 75 Jahren, schon oefterer diese Route bestiegen hat. Immer wieder erstaunlich wie fit die Japaner in fortgeschrittenem Alter sind.

Vom Kuwano-Pass geht man dann links entlang und laeuft sehr angenehm ueber den Bergkamm. Hier wird dann auch schon die Sicht besser auf das Umland. Die Berge Shikokus dicht an dicht, soweit das Auge reicht, ist echt ein toller Anblick. Gerade zu sieht man dann auch irgendwann den Iyo-fuji. Kurz vor dem Gipfel geht es noch einmal sehr steil nach oben, bis man dann auf dem Gipfel ein wenig verschnaufen kann. Oben angekommen hat man eine super Sicht auf das Umland und die sogenannte UFO Line, eine Bergstrasse fuer Autos. Die Ufo-Line fuehrt noch weiter bis zum Kamegamori 瓶ヶ森 und auch zu einem Aufstieg des Ishizuchi-san. Den Ishizuchi-san kann man auch vom Gipfel des Iyo-Fuji wunderbar in der Ferne sehen. Ab hier kann man entweder den Weg wieder zurueck laufen, oder noch ein wenig weiter zum Higashi-Kuromori 東黒森 wandern. Ich entschied mich noch weiter zu wandern zum Higashi-kuromori sowie den darauffolgenden kleinen Peak des Jinen-go-no-atama 自念子ノ頭. Hat man es bis dahin geschafft, dauert die kompette Strecke mit Rueckweg so an die 7h. Wenn man nur bis zum Iyo-fuji laeuft und dann wieder zurueck entsprechend kuerzer.

Name:Iyo-fuji 伊予富士, Higashi-Kuromori 東黒森, Jinen-go-no-atama 自念子ノ頭
Hoehe:1756m (Iyo-Fuji), 1735m (Higashi-kuromori), 1701m (Jinen-go-no-atama)
Dauer:6-7h
Laenge:13km
Anfahrt:寒風山登山口駐車場 (Mt. Kanpu trailhead parking area)
GPX:GPX Trail
<1000m, 15-20km, 2022, 5-8h, Fukuoka, Kyushu 100

Homan-zan 宝満山 / Sangun-san 三郡山

Wer im Grossraum Fukuoka nach Bergen sucht, der wird um den Homan-zan 宝満山 nicht herum kommen. Seines Zeichens einer der 100 auserwaehlten Berge von Kyushu, ist er einer der beliebtesten Berge zum besteigen in der Fukuoka Region. Den Berg und die Gegend verbindet viel Geschichte und selbst Moenche der buddhistischen Shugendo-Sekte sind hier seit jahrhunderten ihren asketischen Praktiken nachgegangen. Wie zu erwarten befindet sich daher auch oben auf dem Gipfel ein groesserer Schrein.

Der Homan-zan ist recht einfach zu erreichen mit den oeffentlichen Verkehrmitteln. Zunaechst muss man nach Dazaifu 太宰府 fahren, welches ein beliebtes Ausflugsziel in Fukuoka ist, mit netter Vorstadtpromenade sowie dem Dazaifu Tenmangu 太宰府天満宮, einer der wichtigsten Tempel der Gegend. Der eigentliche Beginn des Wanderweges ist jedoch am Kamado Schrein 竈門神社, etwas Abseits des Dazaifu Honmangu. Am Dazaifu Bahnhof angekommen kann man daher entweder die 30-40 Minuten zum Kamado Schrein laufen (meine Empfehlung), oder einen lokalen Bus zum Kamado Schrein nehmen, der so um die 15 Minuten braucht. Entscheidet man sich, den Weg zu Fuss zu gehen, so kommt man direkt am Dazaifu-Tenmangu vorbei, laeuft dann dahinter durch einen Tunnel, dann ein wenig die Homan Strasse 宝満通り Strasse entlang des Kyushu Institute of Information Sciences 九州情報大学 bis zum Kamada Schrein. Nicht weit Abseits vom Weg gibt es auch einige Onsen mit Rotenburo (wie z.B. das Tsukushi no Yu 都久志の湯) alls man den gleichen Weg wieder zurueck laeuft und ein wenig Entspannung braucht). Kurz vor dem Kamado Schrein sieht man auch eine ganze Reihe von Parkplaetze, die jedoch alle ca. 400Yen kosten (Stand: Februar 2022).

Am Kamado Schrein angekommen, begeht man sich durch das imposante erste Tor und ein paar Stufen weiter hinten ist man auch schon beim Hauptschrein. Der Wanderweg geht von dort an der rechten Seite ab. Als ich durch den Kamado Jinja ging, fielen mir die vielen Ema 絵馬 (Holztafeln, an denen Wuensche geschrieben werden und im Schrein aufgehaengt werden) auf mit vielen Motiven des sehr populaeren Anime Kimetsu no Yaiba 鬼滅の刃 (oder auch Demon Slayer auf Englisch). Wie sich herausstellte ist der Schrein ein Mekka fuer Fans der Anime Serie, da der Protagonist den gleichen Nachnamen wie der Schrein hat Kamado 竈門. Der Manga-ka (Mangazeichner) kommt urspruenglich aus der Fukuoka Gegend in Kyushu und daher hat wohl dieser Schrein als Inspiration fuer den Namen der Hauptfiguren gegolten. Ein anderer Name fuer Homan-zan ist uebrigens Kamado-yama 竈門山.

Auf der rechten Seite vom Kamado Schrein schliesslich beginnt der Wanderweg. Es gibt mehrere Wege nach oben, Ich entschloss mich, den Weg ueber den Odake-yama 大嶽山 zu nehmen, welcher auch ein kleinen Schrein beherbergt, den Odake-jinja 大嶽神社. Der Anfang ist wie immer ziemlich entspannt und fuehrt durch ein nettes dichtes Waldstueck. Nach einer halben Stunde gas es eine Kreuzung und eine Treppe links ab, die weiter zum Homan-zan fuehrt. Der Weg ist gut ausgeschildert, wenn auch groesstenteils nur auf Japanisch. Kurze Zeit spaeter ist mana uch schon auf dem Odake-yama. welcher mit 439m nicht allzu hoch ist. Dort befindet sich ein Schrein auf einer Erhoehung, die man durch steile Steinstuen erreichen kann. Davor befindet sich zwei alte verrostete rotes Torii 鳥居 sowie ein neueres. Nebenan findet sich auch das Fundament eines alten Hauses. Es scheint als waere dies frueher einmal ein Ort des Gebets gewesen aber wohl mittlerweile nicht mehr so gepflegt. Folgt man dem Weg weiter geradeaus kommt man nach kurzer Zeit an eine Kreuzung. Nimmt man den Weg diagonal nach links, geht es Richtung Homan-zan.

Der Weg ab der Kreuzung wird dann ein wenig steiler. Ab hier geht es relativ schnell nach oben und teilweise auch vorbei an grossen Felsen. Die Gegend um den Gipfel ist relativ felsig und so wundert es nicht, dass dort ab und an auch Eisenketten haengen, die das Klettern ein wenig erleichtern. Nach ca. 50 Minuten ist man dann schliesslich oben auf dem Gipfel angelangt und kann den Rundum-Blick geniessen. Neben dem Gipfelschrein gibt es auch einen grossen heiligen Fels, von dem man den besten Blick hat. An klaren Tagen kann man bis nach Fukuoka-Stadt sehen. Als ich oben angekommen bin, war super Wetter, schon relativ warm und das im Februar. Dieses tolle Wetter wollte ich ausnutzen und habe mich daher kurzfristisch entschlossen, weiter bis zum Sangun-san 三郡山 zu laufen. Der Sangun-san ist ein wenig hoeher als der Homan-zan und liegt noch eine ganze Strecke hinter dem Homan-zan. Auf dem Weg dorthin kommt man am Bucchou-san 仏頂山, und am am Tokin-yama 頭巾山 vorbei. Auf dem Weg bis zum Sangun-san wandert man dann auch die restlichen 100 Hoehenmeter, was aber ueber die lengere Entfernung des Berggrats relativ gemuetlich machbar ist. Am Sangun-san angekommen findet man dann eine Radarstation vor. Kurz dahinter liegt der Gipfel des Sangun-san. Von dort hat man nach 3 Seiten freien Blick und kann auch noch einmal auf den Homan-zan zurueckblicken. Von hier aus kann man dann wieder ins Tal absteigen. Der Abstieg ist dabei sehr steil und Vorsicht sei geboten. Weiter unten kommt auch ein Abschnitt mit Fluss, was ein wenig rutschig sein kann. Irgendwann kommt man dann auf eine Strasse und von dort ist es ein ziemlich langer Weg zu Fuss, vorbei an diversen Campingplaezen, mehreren Wohnsiedlungen, bis zur Station Umi 宇美駅. Spaeter habe ich gelsen, dass man beim Abstieg vom Tokin-yama an einem bekannten Wasserfall vorbeikommt, der auch noch zu der Zeit wo ich da war gefroren war. Haette ich das gewusst, waere ich das kurze Stueck zum Tokin-yama wieder zurueck gelaufen und von dort abgestiegen. Der Abstieg vom Sangun-san war relativ unspektakulaer.

NameHoman-zan 宝満山 (a.k.a Kamado-yama 竈門山 and Mikasa-yama 御笠山)
HoeheOdake-yama 大嶽山 439m, Homan-zan 宝満山 829.6m, Bucchou-san 仏頂山 868.7m, Tokin-yama 頭巾山 901m, Sangun-san 三郡山 936m
Dauer6h
Laenge17km
Anfahrt Dazaifu Station 太宰府駅 auf der Nishitetsu Dazaifu Line 西鉄太宰府線
GPXGPX Track
<1000m, 10-15km, 2021, 5-8h, Kanagawa

Sekiro-zan / 石老山・Arashi-yama / 嵐山

Der populaerste Berg in Japan (und anscheinend auch der meistbesuchteste Berg weltweit) ist der Takao-san 高尾山 westlich von Tokyo. Wenn man die Ridge langlaeuft von Jinba-san nach Takao-san dann kann man ab und an auf einem benachbarten Berg ein grosses Riesenrad erblicken. Dieses gehoert zu einem Freizeitpark mit dem Namen “Pleasure Forest”. Der Pleasure Forest befindet ich an einem Berg mit dem Namen Arashi-yama 嵐山 in der Naehe der Station Sagami-ko. In unmittelbarere Naehe, befindet sich der Sekirou-zan 石老山, seinerseits einer der auserwaehlten 100 Berge der Kanto Region.

An einem durchwachsenen Sonntagmorgen machte ich mich auf mit der ersten Bahn nach Sagami-ko auf, um sowohl den Arashi-yama als auch den Sekiro-zan zu besteigen. Da beide Berge nicht allzu hoch sind (unter der 800m Grenze), entschied ich mich auch direkt vom Bahnhof zu starten. Wenn man nur den Sekiro-zan besteigen will, dann kann man auch ein Bus in die Naehe nehmen, aber der Arashi-yama liegt gewissermassen mit auf dem Weg ohne den Bus. Zunaechst laeuft man direkt am Sagami-ko Bahnhof geradeaus raus und nimmt die naechste Kreuzung die Strasse nach links. Dieser folgt man bis man an die Bruecke ueber den See kommt. Nebenan gibt es auch einen Staudamm, bei dem man auch ueberqueren kann. Auf dem Weg dahin sieht man bereits den Arashi-yama, in meinem Fall war dieser groesstenteils in morgendlichen Dunst gehuellt.

Am Ende der Bruecke angelangt, erreicht man nach ein paar hundert Meter links entlang auf der rechten Seite den Eingang zum Arashi-yama. Obwohl der Berg mit ca. 400m nicht so hoch ist, hat er doch einnen sehr starken Anstieg. Fast die ganze Zeit geht es relativ steil nach oben. Auf dem Gipfel angekommen findet man eine Sitzmoeglichkeit, einen Schrein, und eine kleine Power Station. Weiterhin hat man eine etwas begrenzte Aussicht auf den Sagami See. Auf dem Weg nach unten auf der anderen Seite kommt man an einem Stueck Bambuswald vorbei. Das erinnerte mich ein wenig an den Kyoto und den Bambuswald, der sich ebenfalls in der Naehe des dortigen Arashi-yamas befindet. Steigt man weiter hinab, so trifft man irgendwann auf des Parkplatz zum Pleasure Forest, der sich am gleichen Gebirge befindet. Von dort aus geht es weiter gerade aus, die Schnellstrasse ueberquert und man kann bereits den Sekirou-zan sehen.

Im Jahr 2019 gab es einen schweren Taifun in Japan, welcher einfach nur mit “Nummer 19” abgekuerzt wird (in Japan werden dei Taifune jaehrlich durchnummeriert). Dieser Taifun Nummer 19 war derart stark, dass er einige Wanderpfade in der Kanto Region stark beschaedigt hat. So leider auch einige der Pfade am Sekirou-zan. Daher muss man erst eine Weile rechts um den Berg an der Strasse laufen, bis man zu einem sicheren Aufstiegspfad kommt. Fuer diesen folgt man den Schildern zum Daimyojin-Tenboudai 大明神展望台 (Aussichtspunkt des Daimyojin). Vom Eingang geht es wieder relativ steil nach oben bis man auf besagtem Aussichtspunkt angekommen ist. Der Aussichtspunkt ist eine dort gebaute Platform mit ein wenig Aussicht auf das Umland, aber nicht allzu berauschend. Von dort aus geht es weiter ueber zwei weniger bekannte Spitzen (den Daimyojin-yama 大明神山 kurz hinter der Aussichtsplatform mit dem gleichen Namen) sowie den Shinonome-yama 東雲山. Letzteres Kanji fand ich sehr interessant, ist es doch eine besondere Lesung (ich haette wohl eher Tou-un vermutet). Shinonome, wie ich gelesen habe, ist ein altes japanisches Wort, welches das Rot-Faerben des Himmels zur Zeit den Sonnenaufgangs beschreibt. Die Kanji Bedeutung ist Ost 東 und Wolke 雲. Sehr poetisch.

Weiter entlang des Weges und ein wenig mehr Steigung unterstuetzt von teilweise Treppen, erreicht man bald den Gipfel des Sekirou-zan. Dort gibt es sehr viele Sitzmoeglichkeiten auf einem grossflaechigem Areal und eine begrenzte Sicht auf dir Tanzawa-Berge. Ansonsten ist der Gipfel relativ zu und ohne weitere Aussicht. Wegen der Taifunschaeden bin ich dann den gleichen Weg wieder zurueck und die Strasse entlang bis zum Sagami-ko Bahnhof gelaufen. Die Strecke ist insofern interessant, dass man den letzten Abschnitt entlang des Sagami-ko laeuft und so die Sicht ueber den See geniessen kann.

Hoehe: Arashi-yama 嵐山: 406m / Daimyoujin-yama 大明神山: 551m / Shinonome-yama 東雲山: 620m / Sekiro-zan 石老山: 702m
Dauer:5-6h
Laenge:15km
Anfahrt: Sagami-ko Station 相模湖駅 auf der JR Chuo-sen JR中央線
GPX:GPX Track
10-15km, 2021, 2500m-3000m, 5-8h, Gunma, Japan 100, Vulkane

Asama-yama / 浅間山

Japan’s Hauptinsel Honshu 本州 hat erstaunlich viele aktive Vulkane, viele davon in der naehe der Hauptstadt Tokyo. Unter diesen Vulkanen auf Honshu ist der Asama-yama – welcher ueber die idyllische japanishce Resortstadt Karuizawa 軽井沢 wacht – wohl einer der aktivsten, wenn nicht sogar der aktivste. Asama-yama besteht aus drei Kratern, von welchen der aussenstehende mit der hoechsten Erhebung Kurofu-yama 黒斑山 der aelteste ist. Weiterhin gibt es ein weiteren Krater unweit vom Hauptkrater mit dem Maekake-san als hoechstem Punkt, sowie den Hauptkrater des Asama-yama, welcher seit geraumer Zeit sehr aktiv ist.

Seit der modernen geologischen Aufzeichnungen ist Asama-yama in hoher Frequenz aktiv und nach einem explosiven Ausbruch im Jahr 2004 wurde der eigentliche Gipfel des Berges fuer die Oeffentlichkeit gesperrt. Im Laufe der naechsten Jahre gab es noch mehrere Ausbrueche, daher sollte man, bevor man versucht Asama-yama zu besteigen, sich vorher informatieren welche aktuelle Sicherheitsstufe gilt. Im Allgemeinen wurde festgelegt:

  • Asama-yama (Gipfel auf dem Hauptkrater): Generell kein Zugang wegen erhoehter vulkanischer Aktivitaet seit mehr als einem Jahrzehnt
  • Maekake-yama (Gipfel des zweiten Kraters): Nur Zugang bei niedrigster Warnstufe 1
  • Kurofu-yama 黒斑山 und Sennin-dake 仙人岳 (Gipfel des dritten Kraterrands): Nur Zugang bei Warnstufe 1 und 2
  • Kein Zugang fuer das komplette Asama-yama Gebiet bei Warnstufe 3

Die moeglichen Routen kann man farblich codiert auch hier auf der Trekking Map der Stadt Komoro 小諸市 nachlesen (nur Japanisch).

10-15km, 1500m-2000m, 2021, 5-8h, Japan 100, Kanto 100, Tochigi, Vulkane

Chausu-dake (Nasu-dake) / 茶臼岳(那須岳)

Honshu 本州 ist voller aktiver Vulkane. Das habe ich frueher auch nicht so gewusst aber selbst als Tagestrip aus Tokyo kann man viele aktive Vulkane besuchen und auch besteigen. Einer davon ist der Nasu-dake 那須岳 im Norden der Praefektur Tochigi 栃木県. Da diese Praefektur nicht direkt an Tokyo grenzt, sollte man, wenn man es als Tagestrip aus Tokyo plant, die Anreise mit dem Shinkansen planen. Man kann relativ bequem mit dem Shinkansen aus Tokyo direkt nach Nasu Shiobara 那須塩原 fahren und dann von dort entweder mit einem Bus weiter oder mit dem Auto. Ich hatte mich dafuer entschieden einen Mietwagen zu nehmen und so bin ich direkt mit dem ersten Shinkansen aus Tokyo hoch nach Nasu-Shiobara, frueh morgens um 8 das Auto geholt, und direkt die knappe Stunde zum Berg gefahren. Und eines kann ich sagen. Ich haette keine Minute spaeter da sein sollen. Die Parkplaetze an der Ropeway station waren schon komplett dicht. Die nun ankommenden Autos haben sich auf der Bergstrasse gestaut, und mussten so lange warten bis welche den Parkplatz verlassen. Und das kann dauern. Da der Nasu-dake ein hyakumeizan ist, und auch relativ einfach zu erreichen ist, sollte man sich hier besonders an Wochenenden und Feiertagen auf viele, viele Menschen einstellen. Ich hatte da noch etwas glueck, denn vor mir waren nur ein paar weitere Autos die gewartet haben, so konnte ich nach 15 Minuten dann schon ein Parkplatz einnehmen. Jede Minute spaeter haette den Trip jedoch wertvolle Zeit gekostet. Sollte ich nochmal herkommen, dann wuerd ich entweder unter der Woche kommen, oder wahrscheinlich den Bus von Nasu-Shiobara nehmen.

Der Berg wird oft einfach nur als Nasu-dake 那須岳 bezeichnet. Wie so oft in Japan ist das ein wenig irrefuehrend, denn Nasu-dake steht fuer das komplette Vulkangebirge, welches aus mehreren Spitzen besteht, darunter auch dem Chausu-dake 茶臼岳, dem Asahi-sake 朝日岳, sowie dem Sanbonyari-dake 三本槍岳 (hoechster Punkt auf dem Gebirge). Der naechste Gipfel vom Chausu-dake ist der Asahidake 朝日岳, welchen die meisten zusammen mit dem Chausu-dake besteigen. Sowohl Asahi-dake 朝日岳 als auch Chausu-dake 茶臼岳 sind beliebte Bergnamen in Japan und wenn man nach ihnen sucht, sollte man immer Toshigi oder Nasu-dake im Search-String haben, sonst wird man womoeglich zu anderen Bergen mit dem gleichen Namen und gleichen Kanji gefuehrt.

Die wohl einfachste Route nach oben startet an der Nasu Ropeway Station 那須ロープウェイ山麓駅. Dort ist auch einer der groesseren Parkplaetze in der Naehe (ein andere ist ein bisschen weiter hinten am Trailhead und ein anderer ein wenig weiter unten, aber in Laufreichweite). Von dort kann man wahlweise mit der Ropeway in die Naehe des Gipfels oder zu Fuss hoch. Da ich unter Zeitdruck stand, habe ich die Ropeway genommen, aber ich muss sagen, dass dies nicht unbedingt noetig ist. Der Weg nach oben ist nicht so weit (ca. 1h) und auch nicht so schwer, und die Ropeway faehrt auch nur 5 Minuten und ist dafur relativ teuer (1800 Yen Round Trip). Oben angekommen ist es dann nurnoch ca 20 Minuten zu Fuss zum Gipfel. Da es sich um ein Vulkankrater handelt, ist der Gipfel an sich sehr felsig, also sollte man bei Schnee und Regen etwas aufpassen. Als ich dort hoch bin war es Ende Oktober und oben lag bereits Schnee und durch die Winde war es auch sehr kalt obwohl es im Tal durch das gute Wetter relativ mild war. Man sollte also wie immer auf alles gefasst sein. Oben findet man dann ein Torii 鳥居, den Nasudake Gipfelschrein 那須岳神社, sowie die Gipfelmarkierung den Chausu-dake 茶臼岳. Die Aussicht von oben ist phaenomenal. Danach kann man einmal den Krater umrunden und weiter Richtung Asahi-dake 朝日岳 wandern. Hierzu muss man zunaechst wieder etwas absteigen, an einem Pass und einer Berghuette vorbei, und dann auf der anderen Seite wieder hoch. Die Landschaft ist typisch Vulkan mit schoen farbigem Sand und felsigen Klippen. Es gibt eine kurze Klettereinlage mit Eisenketten zur Hilfe aber nichts schwieriges. Vom Asahi-dake hat man eine tolle Sicht auf den Chausu-dake. Danach kann man entweder den Weg wieder zurueck, oder falls noch Zeit besteht, weiter bis zum Sanbonyari-dake und zurueck.

10-15km, 100 Blumenberge, 2000m-2500m, 2021, 5-8h, Hokkaido, Hokkaido 100, Japan 100, Japan Ultra, Vulkane

Daisetsu-zan (Asahi-dake) / 大雪山(旭岳)