<1000m, 10-15km, 2021, 5-8h, Kanagawa

Sekiro-zan / 石老山・Arashi-yama / 嵐山

Der populaerste Berg in Japan (und anscheinend auch der meistbesuchteste Berg weltweit) ist der Takao-san 高尾山 westlich von Tokyo. Wenn man die Ridge langlaeuft von Jinba-san nach Takao-san dann kann man ab und an auf einem benachbarten Berg ein grosses Riesenrad erblicken. Dieses gehoert zu einem Freizeitpark mit dem Namen “Pleasure Forest”. Der Pleasure Forest befindet ich an einem Berg mit dem Namen Arashi-yama 嵐山 in der Naehe der Station Sagami-ko. In unmittelbarere Naehe, befindet sich der Sekirou-zan 石老山, seinerseits einer der auserwaehlten 100 Berge der Kanto Region.

An einem durchwachsenen Sonntagmorgen machte ich mich auf mit der ersten Bahn nach Sagami-ko auf, um sowohl den Arashi-yama als auch den Sekiro-zan zu besteigen. Da beide Berge nicht allzu hoch sind (unter der 800m Grenze), entschied ich mich auch direkt vom Bahnhof zu starten. Wenn man nur den Sekiro-zan besteigen will, dann kann man auch ein Bus in die Naehe nehmen, aber der Arashi-yama liegt gewissermassen mit auf dem Weg ohne den Bus. Zunaechst laeuft man direkt am Sagami-ko Bahnhof geradeaus raus und nimmt die naechste Kreuzung die Strasse nach links. Dieser folgt man bis man an die Bruecke ueber den See kommt. Nebenan gibt es auch einen Staudamm, bei dem man auch ueberqueren kann. Auf dem Weg dahin sieht man bereits den Arashi-yama, in meinem Fall war dieser groesstenteils in morgendlichen Dunst gehuellt.

Am Ende der Bruecke angelangt, erreicht man nach ein paar hundert Meter links entlang auf der rechten Seite den Eingang zum Arashi-yama. Obwohl der Berg mit ca. 400m nicht so hoch ist, hat er doch einnen sehr starken Anstieg. Fast die ganze Zeit geht es relativ steil nach oben. Auf dem Gipfel angekommen findet man eine Sitzmoeglichkeit, einen Schrein, und eine kleine Power Station. Weiterhin hat man eine etwas begrenzte Aussicht auf den Sagami See. Auf dem Weg nach unten auf der anderen Seite kommt man an einem Stueck Bambuswald vorbei. Das erinnerte mich ein wenig an den Kyoto und den Bambuswald, der sich ebenfalls in der Naehe des dortigen Arashi-yamas befindet. Steigt man weiter hinab, so trifft man irgendwann auf des Parkplatz zum Pleasure Forest, der sich am gleichen Gebirge befindet. Von dort aus geht es weiter gerade aus, die Schnellstrasse ueberquert und man kann bereits den Sekirou-zan sehen.

Im Jahr 2019 gab es einen schweren Taifun in Japan, welcher einfach nur mit “Nummer 19” abgekuerzt wird (in Japan werden dei Taifune jaehrlich durchnummeriert). Dieser Taifun Nummer 19 war derart stark, dass er einige Wanderpfade in der Kanto Region stark beschaedigt hat. So leider auch einige der Pfade am Sekirou-zan. Daher muss man erst eine Weile rechts um den Berg an der Strasse laufen, bis man zu einem sicheren Aufstiegspfad kommt. Fuer diesen folgt man den Schildern zum Daimyojin-Tenboudai 大明神展望台 (Aussichtspunkt des Daimyojin). Vom Eingang geht es wieder relativ steil nach oben bis man auf besagtem Aussichtspunkt angekommen ist. Der Aussichtspunkt ist eine dort gebaute Platform mit ein wenig Aussicht auf das Umland, aber nicht allzu berauschend. Von dort aus geht es weiter ueber zwei weniger bekannte Spitzen (den Daimyojin-yama 大明神山 kurz hinter der Aussichtsplatform mit dem gleichen Namen) sowie den Shinonome-yama 東雲山. Letzteres Kanji fand ich sehr interessant, ist es doch eine besondere Lesung (ich haette wohl eher Tou-un vermutet). Shinonome, wie ich gelesen habe, ist ein altes japanisches Wort, welches das Rot-Faerben des Himmels zur Zeit den Sonnenaufgangs beschreibt. Die Kanji Bedeutung ist Ost 東 und Wolke 雲. Sehr poetisch.

Weiter entlang des Weges und ein wenig mehr Steigung unterstuetzt von teilweise Treppen, erreicht man bald den Gipfel des Sekirou-zan. Dort gibt es sehr viele Sitzmoeglichkeiten auf einem grossflaechigem Areal und eine begrenzte Sicht auf dir Tanzawa-Berge. Ansonsten ist der Gipfel relativ zu und ohne weitere Aussicht. Wegen der Taifunschaeden bin ich dann den gleichen Weg wieder zurueck und die Strasse entlang bis zum Sagami-ko Bahnhof gelaufen. Die Strecke ist insofern interessant, dass man den letzten Abschnitt entlang des Sagami-ko laeuft und so die Sicht ueber den See geniessen kann.

Hoehe: Arashi-yama 嵐山: 406m / Daimyoujin-yama 大明神山: 551m / Shinonome-yama 東雲山: 620m / Sekiro-zan 石老山: 702m
Dauer:5-6h
Laenge:15km
Anfahrt: Sagami-ko Station 相模湖駅 auf der JR Chuo-sen JR中央線
GPX:GPX Track
10-15km, 2021, 2500m-3000m, 5-8h, Gunma, Japan 100, Vulkane

Asama-yama / 浅間山

Japan’s Hauptinsel Honshu 本州 hat erstaunlich viele aktive Vulkane, viele davon in der naehe der Hauptstadt Tokyo. Unter diesen Vulkanen auf Honshu ist der Asama-yama – welcher ueber die idyllische japanishce Resortstadt Karuizawa 軽井沢 wacht – wohl einer der aktivsten, wenn nicht sogar der aktivste. Asama-yama besteht aus drei Kratern, von welchen der aussenstehende mit der hoechsten Erhebung Kurofu-yama 黒斑山 der aelteste ist. Weiterhin gibt es ein weiteren Krater unweit vom Hauptkrater mit dem Maekake-san als hoechstem Punkt, sowie den Hauptkrater des Asama-yama, welcher seit geraumer Zeit sehr aktiv ist.

Seit der modernen geologischen Aufzeichnungen ist Asama-yama in hoher Frequenz aktiv und nach einem explosiven Ausbruch im Jahr 2004 wurde der eigentliche Gipfel des Berges fuer die Oeffentlichkeit gesperrt. Im Laufe der naechsten Jahre gab es noch mehrere Ausbrueche, daher sollte man, bevor man versucht Asama-yama zu besteigen, sich vorher informatieren welche aktuelle Sicherheitsstufe gilt. Im Allgemeinen wurde festgelegt:

  • Asama-yama (Gipfel auf dem Hauptkrater): Generell kein Zugang wegen erhoehter vulkanischer Aktivitaet seit mehr als einem Jahrzehnt
  • Maekake-yama (Gipfel des zweiten Kraters): Nur Zugang bei niedrigster Warnstufe 1
  • Kurofu-yama 黒斑山 und Sennin-dake 仙人岳 (Gipfel des dritten Kraterrands): Nur Zugang bei Warnstufe 1 und 2
  • Kein Zugang fuer das komplette Asama-yama Gebiet bei Warnstufe 3

Die moeglichen Routen kann man farblich codiert auch hier auf der Trekking Map der Stadt Komoro 小諸市 nachlesen (nur Japanisch).

10-15km, 1500m-2000m, 2021, 5-8h, Japan 100, Kanto 100, Tochigi, Vulkane

Chausu-dake (Nasu-dake) / 茶臼岳(那須岳)

Honshu 本州 ist voller aktiver Vulkane. Das habe ich frueher auch nicht so gewusst aber selbst als Tagestrip aus Tokyo kann man viele aktive Vulkane besuchen und auch besteigen. Einer davon ist der Nasu-dake 那須岳 im Norden der Praefektur Tochigi 栃木県. Da diese Praefektur nicht direkt an Tokyo grenzt, sollte man, wenn man es als Tagestrip aus Tokyo plant, die Anreise mit dem Shinkansen planen. Man kann relativ bequem mit dem Shinkansen aus Tokyo direkt nach Nasu Shiobara 那須塩原 fahren und dann von dort entweder mit einem Bus weiter oder mit dem Auto. Ich hatte mich dafuer entschieden einen Mietwagen zu nehmen und so bin ich direkt mit dem ersten Shinkansen aus Tokyo hoch nach Nasu-Shiobara, frueh morgens um 8 das Auto geholt, und direkt die knappe Stunde zum Berg gefahren. Und eines kann ich sagen. Ich haette keine Minute spaeter da sein sollen. Die Parkplaetze an der Ropeway station waren schon komplett dicht. Die nun ankommenden Autos haben sich auf der Bergstrasse gestaut, und mussten so lange warten bis welche den Parkplatz verlassen. Und das kann dauern. Da der Nasu-dake ein hyakumeizan ist, und auch relativ einfach zu erreichen ist, sollte man sich hier besonders an Wochenenden und Feiertagen auf viele, viele Menschen einstellen. Ich hatte da noch etwas glueck, denn vor mir waren nur ein paar weitere Autos die gewartet haben, so konnte ich nach 15 Minuten dann schon ein Parkplatz einnehmen. Jede Minute spaeter haette den Trip jedoch wertvolle Zeit gekostet. Sollte ich nochmal herkommen, dann wuerd ich entweder unter der Woche kommen, oder wahrscheinlich den Bus von Nasu-Shiobara nehmen.

Der Berg wird oft einfach nur als Nasu-dake 那須岳 bezeichnet. Wie so oft in Japan ist das ein wenig irrefuehrend, denn Nasu-dake steht fuer das komplette Vulkangebirge, welches aus mehreren Spitzen besteht, darunter auch dem Chausu-dake 茶臼岳, dem Asahi-sake 朝日岳, sowie dem Sanbonyari-dake 三本槍岳 (hoechster Punkt auf dem Gebirge). Der naechste Gipfel vom Chausu-dake ist der Asahidake 朝日岳, welchen die meisten zusammen mit dem Chausu-dake besteigen. Sowohl Asahi-dake 朝日岳 als auch Chausu-dake 茶臼岳 sind beliebte Bergnamen in Japan und wenn man nach ihnen sucht, sollte man immer Toshigi oder Nasu-dake im Search-String haben, sonst wird man womoeglich zu anderen Bergen mit dem gleichen Namen und gleichen Kanji gefuehrt.

Die wohl einfachste Route nach oben startet an der Nasu Ropeway Station 那須ロープウェイ山麓駅. Dort ist auch einer der groesseren Parkplaetze in der Naehe (ein andere ist ein bisschen weiter hinten am Trailhead und ein anderer ein wenig weiter unten, aber in Laufreichweite). Von dort kann man wahlweise mit der Ropeway in die Naehe des Gipfels oder zu Fuss hoch. Da ich unter Zeitdruck stand, habe ich die Ropeway genommen, aber ich muss sagen, dass dies nicht unbedingt noetig ist. Der Weg nach oben ist nicht so weit (ca. 1h) und auch nicht so schwer, und die Ropeway faehrt auch nur 5 Minuten und ist dafur relativ teuer (1800 Yen Round Trip). Oben angekommen ist es dann nurnoch ca 20 Minuten zu Fuss zum Gipfel. Da es sich um ein Vulkankrater handelt, ist der Gipfel an sich sehr felsig, also sollte man bei Schnee und Regen etwas aufpassen. Als ich dort hoch bin war es Ende Oktober und oben lag bereits Schnee und durch die Winde war es auch sehr kalt obwohl es im Tal durch das gute Wetter relativ mild war. Man sollte also wie immer auf alles gefasst sein. Oben findet man dann ein Torii 鳥居, den Nasudake Gipfelschrein 那須岳神社, sowie die Gipfelmarkierung den Chausu-dake 茶臼岳. Die Aussicht von oben ist phaenomenal. Danach kann man einmal den Krater umrunden und weiter Richtung Asahi-dake 朝日岳 wandern. Hierzu muss man zunaechst wieder etwas absteigen, an einem Pass und einer Berghuette vorbei, und dann auf der anderen Seite wieder hoch. Die Landschaft ist typisch Vulkan mit schoen farbigem Sand und felsigen Klippen. Es gibt eine kurze Klettereinlage mit Eisenketten zur Hilfe aber nichts schwieriges. Vom Asahi-dake hat man eine tolle Sicht auf den Chausu-dake. Danach kann man entweder den Weg wieder zurueck, oder falls noch Zeit besteht, weiter bis zum Sanbonyari-dake und zurueck.

10-15km, 100 Blumenberge, 2000m-2500m, 2021, 5-8h, Hokkaido, Hokkaido 100, Japan 100, Japan Ultra, Vulkane

Daisetsu-zan (Asahi-dake) / 大雪山(旭岳)