Asama-yama / 浅間山

Japan’s Hauptinsel Honshu 本州 hat erstaunlich viele aktive Vulkane, viele davon in der naehe der Hauptstadt Tokyo. Unter diesen Vulkanen auf Honshu ist der Asama-yama – welcher ueber die idyllische japanishce Resortstadt Karuizawa 軽井沢 wacht – wohl einer der aktivsten, wenn nicht sogar der aktivste. Asama-yama besteht aus drei Kratern, von welchen der aussenstehende mit der hoechsten Erhebung Kurofu-yama 黒斑山 der aelteste ist. Weiterhin gibt es ein weiteren Krater unweit vom Hauptkrater mit dem Maekake-san als hoechstem Punkt, sowie den Hauptkrater des Asama-yama, welcher seit geraumer Zeit sehr aktiv ist.

Seit der modernen geologischen Aufzeichnungen ist Asama-yama in hoher Frequenz aktiv und nach einem explosiven Ausbruch im Jahr 2004 wurde der eigentliche Gipfel des Berges fuer die Oeffentlichkeit gesperrt. Im Laufe der naechsten Jahre gab es noch mehrere Ausbrueche, daher sollte man, bevor man versucht Asama-yama zu besteigen, sich vorher informatieren welche aktuelle Sicherheitsstufe gilt. Im Allgemeinen wurde festgelegt:

  • Asama-yama (Gipfel auf dem Hauptkrater): Generell kein Zugang wegen erhoehter vulkanischer Aktivitaet seit mehr als einem Jahrzehnt
  • Maekake-yama (Gipfel des zweiten Kraters): Nur Zugang bei niedrigster Warnstufe 1
  • Kurofu-yama 黒斑山 und Sennin-dake 仙人岳 (Gipfel des dritten Kraterrands): Nur Zugang bei Warnstufe 1 und 2
  • Kein Zugang fuer das komplette Asama-yama Gebiet bei Warnstufe 3

Die moeglichen Routen kann man farblich codiert auch hier auf der Trekking Map der Stadt Komoro 小諸市 nachlesen (nur Japanisch).

Tateshina-yama / 蓼科山

Seitdem ich die Liste der Nihon 100 Meizan studiere, fiel mir ein Berg besonders auf: Tateshina-yama 蓼科山. Nicht weil er besonders hoch, eine besondere Form, oder irgendeine andere besondere Bedeutung hat. Fuer mich hat sich fuer immer dieses Kanji fuer das “Tate” 蓼 des Tateshinas eingepraegt. In all meine Jahren in Japan habe ich dieses Kanji noch nie gesehen. Die meisten Kanji die fuer Berge benutzt werden laufen einem haeufiger ueber den Weg (bis auf ein paar Ausnahmen natuerlich), nicht jedoch tate 蓼. Tate, was eigentlich “tade” gelesen wird laut Kojien, dem japanischen Duden, bedeuted auf Deutsch Knoeterich bzw Wasserpfeffer. Eine Pflanzenart also, dessen deutschen Namen ich auch noch nie gehoert habe. Interessanterweise gibt es in der Naehe des Berges das Dorf Tateshina, was jedoch mit diesem Kanji geschrieben wird: 立科町.

Zurueck zum Berg. Als ich mir ein Tokyo Wide Pass geholt habe (seit 2020 kann man auch als in Japan lebender Auslaender in den Genuss der diversen JR Rail Passes kommen), mit dem man fuer 3 Tage lang unbegrenzten Transport mit JR Zuegen (incl. Shinkansen) geniessen kann, und ich noch ein Tag uebrig hatte, machte ich mich mit dem ersten Shinkansen von Tokyo nach Sakudaira auf, und von dort mit dem Mietwagen Richtung Nagano. Der Tateshina-yama grenzt etwas noerdlich an das beruehmte Yatsugatake Gebirge und ist ein grosser Vulkan mit schoengeformter Spitze, weshalb er auch den Namen Suwa-Fuji 諏訪富士 traegt. (Suwa 諏訪 ist eine Stadt in der Naehe auf der Nagano Seite.) Am Tag davor war in der Region tolles Wetter und man konnte meilenweit blicken. Leider hat es sich innerhalb eines Tagen komplett um 180 Grad gedreht. Auf dem Weg zum Berg fing es bereits an zu Regnen. Nun gut, zum Glueck bin ich auf so etwas vorbereitet und der Hike hoerte sich nicht zu schwer an. Man kann mit dem Auto bis zur 7ten Station nochfahren und muss dann das letzte Stueck noch besteigen, was normalerweise so um die 1.5h dauert.

Am Trailhead der 7ten Station angekommen die Regensachen uebergezogen und noch schnell am Parkplatz ums Eck gegangen ging es auch schon los. Es gibt mehrere Parkplaetze am Trailhead und als ich dort war hatte es noch gut Platz, aber das war wie gesagt auch ein regnerischer Tag. Ich kann mir vorstellen dass es an schoenen Tagen dort sehr voll wird wegen dem einfachen Zugang. Daher wuerde ich wie immer empfehlen sehr frueh da zu sein. Ein Torii 鳥居 am Strassenrand markiert den Eingang. Zunaechst fuehrt der Weg durch einen Wald und nach einem mittellangen relativ einfachen Anstieg wird es graduell steiler. An normalen Tagen sollte das kein Problem sein aber an Regentagen/mit Schnee kann das schon recht rutschig sein, zumal es auch sehr steinig wird. Nach ca 1h durch dieses Waldstueck kommt man schliesslich an die Tateshina Huette 蓼科山荘 auf der Shogun Ebene 将軍平. Von dort rechts abgebogen und es sind nur noch 30 Minuten bis zum Gipfel. Am Fusse der Huette liegt auch ein Schild auf dem steht “山頂まで約30分ファイト!!”/”Bis zum Gipfel noch 30 Minuten durchhalten!!”. Das letzte Stueck ist wirklich realtiv felsig und steil. An einigen Stellen gibt es Eisenketten zur Hilfe, es ist aber nichts schwieriges. Als ich dort ankam wurde es realtiv kalt und der Regen von unten hat sich in Schnee gewandelt und das ganze Kletterstueck war zugeschneit. Alle anderen Hiker hatten schon leichte Form der Steigeisen アイゼン dabei (ja es heisst tatsaechlich “Aizen” (=Eisen) auf Japanisch). Seit dieser Erfahrung habe ich mir auch gesagt, dass ich diese immer dabei haben sollte ab Oktober. Nach ein paar wackeligen Klettereinlagen kam ich dann auf der Berghuette neben dem Gipfel an. Rechts davon geht es zur Gipfelmarkierung, welche ein Pfeiler ist, das Gipfelschild liegt drunter und man kann es aufheben fuer die Photos.

Der Gipfel des Tateshina ist ein mittelgrosser Krater und in der Mitte befindet sich der Tateshina-Schrein. Auf der anderen Seite dann noch ein Aussichtspunkt. Anscheinend soll man bei gutem Wetter vom Gipfel eine wunderbare Aussicht auf das Umland haben, inklusive der Yatsugatake Berggruppe sowie den noerdlichen japanischen Alpen (北アルプス). Bei den Wetterbedingungen als ich dort war konnte man keine 20 Meter weit blicken, so dass mir die Aussicht verwehrt blieb. Wenigstens wollte ich ein wenig den Krater umwandern, jedoch ist dieser sehr Steinig und die Umrundung erwies sich bei Naesse, Kaelte, und eingeschraenkter Sicht als rutschige Angelegenheit. Als ich dann auch noch ungluecklich ausrutschte entschied ich mich wieder zurueck in Richtung Gipfelhuette. Dort angekommen stellte ich mein Rucksack auf einer der Baenke draussen vor der Huette ab, und erblickte den Hinweis auf den Baenken, dass das Ausruhen auf diesen 300 Yen kostet (!). Da es immer kaelter wurde entschloss ich mich zum Abstieg und erinnerte mich schnell daran gleich nach der Heimfahrt ein paar Steigeisen zu besorgen. Wieder auf der Shogun Ebene angekommen entschloss ich weiter gerade aus dem Weg zu folgen zum Maekake-yama und den Abstieg von dort zu nehmen. Man steigt dort parallel zum Weg den ich hoch genommen habe ab und muss dann nurnoch ein wenig die Strasse zurueck laufen. Auf dem Rueckweg fand ich am Strassenrand einen Schaedel und teile einer Wirbelsaeule eines Tieres. Das war das erste Mal dass ich solch gruselige Knochen gefunden habe. Ich war dort am 31.10. (Halloween!), ob dies damit zu tun hatte? 😉

Azumaya-san / 四阿山

Schon laenger hatte ich den Azumaya-san 四阿山 auf der Karte immer mal wieder gesehen, daher wurde es Zeit, diesem Vulkan einmal einen Besuch abzustatten. Wie so viele Berge in Japan hat auch dieser Berg mehrere Namen. Neben der am haeufigsten Lesung als Azumaya-san 四阿山, gibt es noch 吾妻山 and 吾嬬山, wobei letzteres Agatsuma-yama gelesen wird. Weiterhin gibt as auch weitere Azumaya-san sowohl in Nagano, als auch in Saitama, jedoch mit folgender Kanji Lesung: 四阿屋山. Das Kanji von 四阿山 ist also hoechst wahrscheinlich ein Ateji 当て字, da 四 (=4, “shi”, “yon”) und 阿 (“a”) zusammen mit Yama 山 normalerweise kein Azumaya-san bilden. Der Stratovulkan ist realtiv markant in der Gegend und der Krater des ruhenden Vulkans ist ca. 3km weit. Auf dem Krater befinden sich mehrere Spitzen: Neko-dake 根子岳, Azumaya-san 四阿山 (der hoechste Peak), Urakura-yama 浦倉山, Kimyo-san 奇妙山.

Bewaffnet mit dem Tokyo Wide Pass (ein JR East Pass der 3 Tage unbegrenzte Fahrt im Grossraum Tokyo ermoeglichs [inkl. Shinkansen] und 10.000 Yen kostet), machte ich mich an einem schoenen Samstag frueh auf nach Ueda 上田市 in Nagano, welches praktischerweise ein Shinkansen Bahnhof besitzt. Was ich erst spaeter realisiert hatte ist dass Ueda genau eine Station ausserhalb der Reichweite des Tokyo Wide Passes liegt, da bereits zu Nagano gehoerend. Zum Glueck kann man die eine Station relativ einfach als add-on dazukaufen fuer diesen Fall. Gesagt, getan. kurz vor 8 Uhr morgens stand ich vor dem Autoverleih um so frueh wie moeglich am Berg zu sein. Da es sich um ein 100 Meizan handelt, ist es ratsam so frueh wie moeglich da zu sein. Ich habe schon so oft vor uebervollen Parkplaetzen gestanden, besonders an Wochenenden. Japan ist und bleibt ein Land der Bergsteiger. Die 100 Meizan sind besonders beliebt, gerade an Wochenenden und bei gutem Wetter. Und frueh heisst in Japan richtig frueh. 8 Uhr morgens ist an vielen Orten schon zu spaet…

Dementsprechend war ich ueberrascht dass ich an diesem tollen Samstag ueberhaupt kein Problem mit Parkplaetzen hatte. Es gibt mehrere Routen auf den Berg hoch. Eine der beliebtesten ist, die Wanderung auf den Azumaya-san mit dem benachbarten Neko-dake zu verbinden. Eine der Routen dafuer startet an der Sugadai Farm 菅平牧場, welche bereits auf ueber 1500 Hoehenmetern liegt. Dort kann man direkt mit dem Auto hinfahren, muss aber fuer den Eintritt in das Gebiet und den dort gelegenen Parkplatz 200 Yen bezahlen (pro Person, nicht pro Auto!). Dort angekommen gibt es ueber 3 verschiedene Parkplaetze und an diesem Wochenende mit super Wetter waren noch genug plaetze frei fruehs um 9 Uhr. Von dort aus startet der Weg direkt geradeaus hoch zum Neko-dake 根子岳. Der Weg an sich ist relativ einfach und es dauert nur eine gute Stunde bis man auf der Spitze ist. Auf dem Weg sollte man immer mal wieder dan Blick zurueck wagen denn die Aussicht auf das Umland ist fantastisch. Man sieht die kompletten japanischen Kita Alps. Absolut fantastisches Panorama. Oben angekommen hat man dies sogar rundum.

Vom Neko-dake dann geht es weiter ueber den Bergkamm zum Azumaya-san. Dafuer muss man zunaechst wieder ein ganzes Stueck absteigen um das dann auf der anderen Seite wieder hochzuwandern. Der Absteig vom Neko-dake ist relativ frei, er Aufsteieg auf der anderen Seite geht groesstenteils durch einen Wald. Im spaeten Oktober lag auf dieser Schattenseite noch relativ viel Schnee, aber der Anstieg ist nichts technisches und sehr einfach, daher sollte es keine groesseren Probleme geben. Auf derm Kamm des Berges angekommen links halten und nach ca 20 Minuten sieht man bereits die Spitze, wo man dann nach 10 weiteren Minuten schon ankommt. Auf der Spitze befindet sich, wie auf vielen anderen Bergen in Japan, ein Gipfelschrein. Da es ein beliebter Berg ist versameln sich einige Leute an der Spitze, es sollte aber immer noch irgendwo ein Plaetzchen zum hinsetzen geben. An guten Wettertagen ist die Sicht von oben phaenomenal! Man hat freie Sicht auf den Asama-yama 浅間山 und die benachbarten Berge wie den Asama-kakushi-yama 浅間隠山.

Chausu-dake (Nasu-dake) / 茶臼岳(那須岳)

Honshu 本州 ist voller aktiver Vulkane. Das habe ich frueher auch nicht so gewusst aber selbst als Tagestrip aus Tokyo kann man viele aktive Vulkane besuchen und auch besteigen. Einer davon ist der Nasu-dake 那須岳 im Norden der Praefektur Tochigi 栃木県. Da diese Praefektur nicht direkt an Tokyo grenzt, sollte man, wenn man es als Tagestrip aus Tokyo plant, die Anreise mit dem Shinkansen planen. Man kann relativ bequem mit dem Shinkansen aus Tokyo direkt nach Nasu Shiobara 那須塩原 fahren und dann von dort entweder mit einem Bus weiter oder mit dem Auto. Ich hatte mich dafuer entschieden einen Mietwagen zu nehmen und so bin ich direkt mit dem ersten Shinkansen aus Tokyo hoch nach Nasu-Shiobara, frueh morgens um 8 das Auto geholt, und direkt die knappe Stunde zum Berg gefahren. Und eines kann ich sagen. Ich haette keine Minute spaeter da sein sollen. Die Parkplaetze an der Ropeway station waren schon komplett dicht. Die nun ankommenden Autos haben sich auf der Bergstrasse gestaut, und mussten so lange warten bis welche den Parkplatz verlassen. Und das kann dauern. Da der Nasu-dake ein hyakumeizan ist, und auch relativ einfach zu erreichen ist, sollte man sich hier besonders an Wochenenden und Feiertagen auf viele, viele Menschen einstellen. Ich hatte da noch etwas glueck, denn vor mir waren nur ein paar weitere Autos die gewartet haben, so konnte ich nach 15 Minuten dann schon ein Parkplatz einnehmen. Jede Minute spaeter haette den Trip jedoch wertvolle Zeit gekostet. Sollte ich nochmal herkommen, dann wuerd ich entweder unter der Woche kommen, oder wahrscheinlich den Bus von Nasu-Shiobara nehmen.

Der Berg wird oft einfach nur als Nasu-dake 那須岳 bezeichnet. Wie so oft in Japan ist das ein wenig irrefuehrend, denn Nasu-dake steht fuer das komplette Vulkangebirge, welches aus mehreren Spitzen besteht, darunter auch dem Chausu-dake 茶臼岳, dem Asahi-sake 朝日岳, sowie dem Sanbonyari-dake 三本槍岳 (hoechster Punkt auf dem Gebirge). Der naechste Gipfel vom Chausu-dake ist der Asahidake 朝日岳, welchen die meisten zusammen mit dem Chausu-dake besteigen. Sowohl Asahi-dake 朝日岳 als auch Chausu-dake 茶臼岳 sind beliebte Bergnamen in Japan und wenn man nach ihnen sucht, sollte man immer Toshigi oder Nasu-dake im Search-String haben, sonst wird man womoeglich zu anderen Bergen mit dem gleichen Namen und gleichen Kanji gefuehrt.

Die wohl einfachste Route nach oben startet an der Nasu Ropeway Station 那須ロープウェイ山麓駅. Dort ist auch einer der groesseren Parkplaetze in der Naehe (ein andere ist ein bisschen weiter hinten am Trailhead und ein anderer ein wenig weiter unten, aber in Laufreichweite). Von dort kann man wahlweise mit der Ropeway in die Naehe des Gipfels oder zu Fuss hoch. Da ich unter Zeitdruck stand, habe ich die Ropeway genommen, aber ich muss sagen, dass dies nicht unbedingt noetig ist. Der Weg nach oben ist nicht so weit (ca. 1h) und auch nicht so schwer, und die Ropeway faehrt auch nur 5 Minuten und ist dafur relativ teuer (1800 Yen Round Trip). Oben angekommen ist es dann nurnoch ca 20 Minuten zu Fuss zum Gipfel. Da es sich um ein Vulkankrater handelt, ist der Gipfel an sich sehr felsig, also sollte man bei Schnee und Regen etwas aufpassen. Als ich dort hoch bin war es Ende Oktober und oben lag bereits Schnee und durch die Winde war es auch sehr kalt obwohl es im Tal durch das gute Wetter relativ mild war. Man sollte also wie immer auf alles gefasst sein. Oben findet man dann ein Torii 鳥居, den Nasudake Gipfelschrein 那須岳神社, sowie die Gipfelmarkierung den Chausu-dake 茶臼岳. Die Aussicht von oben ist phaenomenal. Danach kann man einmal den Krater umrunden und weiter Richtung Asahi-dake 朝日岳 wandern. Hierzu muss man zunaechst wieder etwas absteigen, an einem Pass und einer Berghuette vorbei, und dann auf der anderen Seite wieder hoch. Die Landschaft ist typisch Vulkan mit schoen farbigem Sand und felsigen Klippen. Es gibt eine kurze Klettereinlage mit Eisenketten zur Hilfe aber nichts schwieriges. Vom Asahi-dake hat man eine tolle Sicht auf den Chausu-dake. Danach kann man entweder den Weg wieder zurueck, oder falls noch Zeit besteht, weiter bis zum Sanbonyari-dake und zurueck.

Hayachine-san / 早池峰山

Nachdem ich im Herbst 2020 sowohl den Iwate-san als auch den Hachimantai besuchte, wollte ich eigentlich auch den dritten 100 Meizan in der Gegend, den Hayachine-san 早池峰山, mitnehmen, mir lief aber leider die Zeit davon. Grund genug dies gut einem Jahr spaeter nachzuholen. An einem Sonntag nach einem Taifun, an dem ein perfektes Herbstwetter vorausgesagt wurde, stieg ich in den erstn Shinkansen in Richtung Morioka. Dort angekommen schnell zum Autoverleih und direkt in die oestliche Bergregion gefahren. Durch die vielen Serpentinenstrassen und nur rudimentaer ausgebauten Bergstrassen muss man von Morioka zum Hayachine mindestend 1.5h Autofahrt einrechnen (das Navi zeigt sogar bis zu 2h an). Will man den Wagen am gleichen Tag wieder zurueck geben dann hat man somit zwischen 5-6h in den Bergen. Fuer den Hayachine-san reicht dies.

Der eigentliche Trailhead faengt an der Odagoshi 小田越 Station an. Dort gibt es eine Huette 小田越山荘 sowie eine Bushaltestelle, jedoch keinen Parkplatz. Reist man mit dem Auto an, dann kann man nur ein wenig weiter unten am Kawaranobo 川原の坊 Camping Ground parken. Wie ueberall in Japan ist dieser Parkplatz jedoch frueh morgens schon sehr dicht. Da ich erst mit dem Shinkansen aus Tokyo ankam, war schon alles voll 満車 als ich dort aufschlug. Ein lokaler Mitarbeiter des dort ebenso ansaessigen Hayachine Besucherzentrums 早池峰総合休憩所 hat mir zum Glueck erlaubt am Strassenrand zu parken. Zu beachten ist, dass es in Kawaranobo sowie in Odagoshi die einzigen richtigen Toiletten gibt. Begibt man sich auf den Weg zum Hayachine-san, dann wird eindruecklich darauf hingewiesen, dass es nicht erlaubt sei, das kleine oder grosse Geschaeft auf dem Berg zu machen. Zu diesem Zweck werden unten sogenannte “portable Toiletten” verkauft, Plastebeutel, in denen man seine Exkremente sammeln soll und dann unten am Ausgang des Trailhead on grosse Tonnen werfen kann. Auf dem Weg gibt es dann einige Toiletten Booths, wo man abgeschirmt von anderen Wanderern sich mit dem Beutel bemuehen kann. Ich verstehe zwar wieso dies geamcht wird, aber es ist natuerlich trotzdem ulkig. Ich entschied mich letztendlich auf Risiko einfach hochzugehen. An diesem sonnigen Tag war es zum Glueck relativ warm und ich habe mehr ausgeschwitzt als was ich an Wasser zu mir nahm, so dass ich in den gut 4h nicht auf Toilette musste.

Zurueck zum Kawaharanobo Camping Ground. Dort parkt man also und muss das Stueck Strasse nach Odagoshi zunaechst laufen, was zwischen 30-40 Minuten dauert. In Odagoshi angekommen geht es dann auch schon in ein Waldstueck was zunaechst mit Holzbrettern am Boden versehen ist, bis es dann ein wenig steiler wird. Nach 20-30 Minuten durchbricht man die Baumgrenze und man had eine tolle Sicht auf den Yakushi-dake 薬師岳, welcher sich gegenueber des Hayachine-san befindet und welcher auch ueber Odagoshi erreichbar ist. Das naechste Stueck ist dann relativ felsig aber nicht allzu schwer. Als ich dort lang ging wehte relativ starker Wind, so dass ich trotz den ueber 25 Grad dann doch zum Pullover griff. Weiter nach oben verdichten sich die Felsen und irgendwann kommt man an ein Stueck, wo man Eisenleitern hochklettern muss. Das ist nicht so schlimm wie es sich anhoert, kann aber fuer nicht Schwindelfreie vielleicht ein wenig Probleme bereiten. Da ich mich selbst auch zu der Gruppe zaehle, habe ich einfach nicht nach unten geschaut, und das Stueck so ueberwinden. Rueckzu ist es dann nochmal in die andere Richtung, was ein wenig mehr mulmig macht, aber auch OK ist. Allerdings kann ich mir vorstellen dass die Klettereinlagen bei schlechtem Wetter schon ein wenig waghalsiger anmuten, und wuerde daher empfehlen den Hayachine-san nur bei gutem Wetter zu besteigen. Danach kommt man relativ schnell auf den Berggrat und dann noch 10 Minuten auf Holzplanken-Boden und man ist schon oben. Der Gipfel ist sehr weit, und es sind auch immer gut viele Leute dort. Die Markierung ist vor einem Schrein, und daneben stehen viele andere Markierungen, wie Eisenschwerter etc. Wenn an Richtung Westen schaut kann man an klaren Tagen den Iwate-san relativ gut sehen.

Den gleichen Weg wieder zurueck gehend, brauch man zwischen 4-5h fuer den Hayachine-san. Der Aufstieg von Odagoshi ist dabei nicht die einzige Moeglichkeit. Es gibt noch eine laengere, wenig populaererer Route von Norden (Odagshi ist im Sueden) und dann noch eine sehr steile Route die direkt am Kawaharanobo Parkplatz beginnt, die aber aufgrund von Beschaedigungen durch Wetter aktuell nciht passierbar ist (Stand: 2021).

Name:Hayachine-san 早池峰山
Hoehe: 1917m
Dauer: 4-5h
Laenge: ~9km
Anfahrt: Mit dem Auto bis zum Kawahara-no-bo Parkplatz 河原の坊駐車場 und von dort bis zu Odagoshi Trailhead 小田越登山口 laufen
GPX:GPX Track

Hakkoda-san / 八甲田山

GPX:GPX Track

Iwaki-san / 岩木山

Der Iwaki-san ist ein imposanter Vulkan in Aomori Praefektur, dem noerdlichstem Verwaltungsgebiet auf der Insel Honshu. Der Vulkan ist freistehend und bei gutem Wetter in allen umliegeneden Staedten wie z.B. Hirosaki 弘前市 oder Aomori 青森市 zu sehen. Kein Wunder also dass der Vulkan tief in der Kultur und Gesellschaft Aomori’s verankert ist und auch in der Liste der 100 beruehmten japanischen Berge gelistet ist. Der Namensursprung ist nicht eindeutig geklaert, man vermutet entweder dass es ein Ainu Ursprung haben kann, oder aber auch dass es von Steinschloss (石の城) kommt, was dann zu 岩城 (gelesen Iwaki) wurde und dann vereinfacht zu 岩木 (gelesen Iwaki). Auf der Tsugaru Ebene gelegen und von der Form an Fuji-san erinnernd, nennt man den Iwaki-san lokal auch Tsugaru-Fuji 津軽富士.

Auf den Vulkan gibt es mehrere Routen, doch die bequemste ist, die Tsugaru Skyline mit dem Auto hochzufahren, denn dort gibt es ein Parkplatz auf der 8ten Station. Allerdings kostet die Nutzung der Skyline 1830 Yen (Stand: 2021) und es ist eine relativ lange Serpentinenstrasse mit 69 Nadelohrkurven. Wer damit kein Problem hat kann von der 8ten Station dann entweder mit dem Lift weiter, oder von dort anfangen mit dem Wandern. Ich persoenlich wuerde den Lift skippen, da man maximal 40 Minuten dadurch Zeit spart und man von der obersten Lift Station trotzdem noch 30 Minuten zum Gipfel braucht. Von der 8ten Station sind es soweie nur 1-1.5h bis nach oben. An der 8ten Station gestarted geht es ca 3-40 Minuten durch ein dichtes Waldstueck bis man durch an die Baumgrenze stoesst, ab wann es dann nur noch vulkanisches Gestein. Auf dem Weg nach oben trifft man einige interessante Steinformationen und eine Huette, wo andere Wnaderwege zusammen laufen.

Oben angekommen findet man die Gipfelmarkierung in Form einer Steinpyramide, sowie eine unbemannte Huette und einen Shinto-Schrein. Bei guter Witterung hat man von oben ein 360 Grad Sicht auf die Tsugaru Ebene. Als ich dort ankam hat es leider schon ziemlich angefangen zu regnen und die Sicht blieb mir verwehrt, obwohl es kurz vorher im Tal noch sonnig war. Eine weitere Erinnerung daran, dass das Wetter in den Bergen unberechenbar ist und man immer die Regensachen dabei haben sollte, wie ich auch and diesem Tag (zum Glueck).

NameIwaki-san 岩木山
Hoehe1625m
Fuji NameTsugaru Fuji 津軽富士, Oku Fuji 奥富士
DauerVon der 8ten Station: 2-3h
Entfernung__4km
AnfahrtUeber die Tsugaru Skyline mit dem Auto (Zugang kostet 1860 Yen), dann entweder zu Fuss besteigen (1.5h bis zum Gipfel) oder weiter mit dem Lift und dann nur noch ca. 0.5h bis zum Gipfel.
GPXGPX Track

Daisetsu-zan (Asahi-dake) / 大雪山(旭岳)

Tokachi-dake / 十勝岳

Lange bevor ich mich intensiver mit dem 110meizan beschaeftigte war mir der Name Tokachi ein Begriff, wenn auch in anderem Kontext. In japanischen Supermaerkten gibt es eine Camembert Kaesesorte, die sich Tokachi nennt. Tokachi ist nicht nur der Name des beruehmten Berges/Vulkans sondern auch der Name eines Gebiets in Hokkaido. Und da Hokkaido bekannt ist fuer Molkereiprodukte in Japan erstaunt es nicht, dass der Name Tokachi relativ gelaeufig ist.

Hoehe: 2077m
Laenge: ~18km
Anfahrt: Tokachidake Observatory (十勝岳望岳台) oder einfach nur Bougaku-dai 望岳台
Dauer: ~8-9h
GPX:GPX Track

Adatara-yama / 安達太良山

Im Winter ein beliebtes Skigebiet, in allen anderen Jahreszeiten ein Mekka fuer Meizanologen (das Wort gibt es nicht wirklich). Der Adatara-yama ist eine weitere Bergperle mitten in Honshu. Wenn man in der Gegend um Fukushima/Koriyama/Inawashiro/Aizu ist, wuerde ich definitiv ueber einen Abstecher nachdenken. Der Adatara-yama ist ein aktiver Schichtvulkan, it eindrucksvollem grossem Krater.

Es gibt mehrere Routen nach oben. Wir entschieden uns die Route vom Numajiri-tozanguchi 沼尻登山口 zu nehmen. Numajiri ist ein beliebtes Skigebiet und der Wanderweg beginnt ein bisschen weiter ueber der Skipiste. Fuer die Anreise braucht man ein Auto. Man faehrt zunaechst an das Skigebiet, folgt dann einer nicht gut ausgebauten Strasse entlang des Skiliftes und faehrt quasi die ganze Piste nach oben. Am Ende des Liftes (und Ende der Skipiste) geht es noch eine kurze Strecke weiter ueber die holprige Strasse bis man schliesslich den Parkplatz am Eingang erreicht. Von dort aus ist es ein ca. 5h loop Hike hoch zum Adatara-yama Hauptgipfel, ueber den Tetsuzan (dem hoechsten Punkt des Gebirges), vorbei an der Emergency Hut und schliesslich vorbei an einem Schwefelback wieder zurueck zum Parkplatz.

Auf dem Weg Zurueck zum Numajiri Trailhead 沼尻登山口 kommt man an einem Gedenkstein vorbei aus dem 2 Propeller ragen. Der sogenannte Shakunage Turm 石楠花の塔 soll an den Hubschrauberabsturz an der Stelle der japanischen Selbstverteidigungsstreitkraefte aus dem Jahr Showa 33 (1958) erinnern.

Alles in allem ein mittlerer Hike. Besteigt man zunaechst noch durch dichte Waelder, erreicht man nach 1-1.5h den Vulkankrater, an dem sich die Landschaft stark veraendert und man durch die fuer Vulkane typische marsaehnliche Landschaft wandert. An guten Tagen hat man eine wunderbare Aussicht in das Tal sowie in den Adatara-yama Krater.

Bandai-san / 磐梯山

Der Bandai-san 磐梯山 ist ein prominenter Schichtvulkan im Norden des Inawashiro Sees 猪苗代湖 in der Praefektur Fukushima. Der Vulkan ist im Jahr 1888 relativ stark ausgebrochen, was die Form des Berges sehr stark veraendert hat und den heutigen Teil Ura-Bandai 裏磐梯 geformt hat. Davor hatte der Bandai-san eine aehnlich zylindrische Form wie der Fuji, woher er auch den Beinamen Aizu-Fuji 会津富士 bekam. Aizu-Wakamatsu 会津若松, oder manchmal auch nur Aizu 会津 genannt ist eine alte traditionelle Stadt westlich des Inawashiro Sees. Wer mehr ueber den Berg und die Eruption Ende des 19ten Jahrhunderts erfahren moechte, dem sei ein Besuch im lokalen Bandai Vulkan Museum angeraten. Das japanische Wetteramt hat auch sehr interessante Informationen zum Bandai-san auf ihrer Website (auf Englisch)

Es gibt mehrere Routen auf den Berg. Die einfachste und wohl beliebteste Route startet am Happodai 八方台登山口, welches sich direkt mittig der sogenannten Gold-Line ゴールドライン befindet, eine Bergstrasse die von Sueden nach Ura-Bandai fuehrt. Beim Happodai Eingang befindet sich ein relativ grosser Parkplatz, es sei aber trotzdem jedem geraten, so frueh wie moeglich zu kommen. Da der Bandai-san auch unter den 100 beruehmten Bergen Japans zaehlt, ist er extrem beliebt als Wanderziel.

Der Hike an sich ist nicht allzu schwer und den Gipfel erreicht man in ca. 2 Stunden. Auf dem Weg passiert man eine alte verlassene Huette in der Naehe einer heissen Schwefelquelle 温泉, das Naka-no-yu 中の湯. Ca. 20 Minutem vor em Gipfel erreicht man ein Plateau von dem es eine Gute Aussucht auf das Umland gibt. Von dort aus sind es dann nur noch ca. 20. Minuten bis zum Gipfel. Der Gipfel an sich bietet ebenso eine freie Sicht auf das Umland.