10-15km, 100 Blumenberge, 1000m-1500m, 2022, 5-8h, Hokkaido, Hokkaido 100, Japan 100, Local Fuji, Vulkane

Meakan-dake / 雌阿寒岳

Im Jahre 2007 habe ich einen Monat in dem kleinen Toristenort Akankohan 阿寒湖畔 im oestlichen Hokkaido gewohnt. Das war damals inmitten eines Austauschjahr in Japans und nach Uni und einem Praktikum, wollte ich noch etwas anderes sehen und habe mich damals bei WWOOF registriert, einen Host in einem moeglichst regionalem Ort kontaktiert ob ich dort arbeiten kann und dafuer die Unterkunft und Verpflegung bezahlt bekomme. Ich hatte damals eine Rueckmeldung aus Hokkaido und daher bin ich fuer einen Monat in das kleine Onsen Ort Akankohan direkt am Akan-See 阿寒湖, und habe dort Schnee geschippt und Teller gewaschen fuer ein Souvenirshop/Restaurant im Ort. Das war im Januar, also im tiefsten Winter in Hokkaido. Damals habe ich bereits den Oakan-dake 雄阿寒岳, der ueber den Akan-See thront, immer wieder gesehen und einmal wollte ich ihn sogar besteigen, wurde aber wegen des vielen Schnees schnell abgeschreckt.

Damals habe ich nicht gewusst dass unweit von Akankohan auch ein anderer Berg und gleichzeitig sehr aktiver Vulkan liegt: Der Meakan-dake 雌阿寒岳. Der Oakan-dake traegt das Zeichen fuer Mann und Meakan-dake das fuer Frau. Man hat den zwei markantesten Bergen um den Akan-See also die Geschlechter zugewiesen. Der bekanntere der beiden, und gleichzeitig ein 100 Meizan ist der weibliche Berg, der Meakan-dake. Immer wieder habe ich geliebgaeugelt, den Meakan-dake zu besteigen, und im May 2022 endlich bat sich dann die Gelegenheit. 

Und ich muss sagen: Wow! Was fuer ein Berg. Die Route ist nicht zu schwer und auch nicht zu leicht. Fuer die meisten genau richtig. Die Rundweg-Route mit ca. 6h Wanderzeit auch optimal. Und die Vulkanlandschaft ist einfach  umwerfend. Fuer mich definitiv einer der besten Vulkan-Hikes in Japan.

Man kann den Meakan-dake von 3 Hauptroute aus besteigen. Dafuer waehlt man entweder die Akankohan Route, die Meakan-Onsen Route, oder die Onneto Route. Dazu muss man wissen dass die Akankohan Route die laengste ist und relativ weit weg vom Dorf Akankohan startet. Die anderen beiden Routen liegen auf der gegenueberliegenden Seite und lassen sich ueber einen Rundgang auch miteinander verbinden. Ich bin damals die Meakan-Onsen Route nach oben, und dann ueber die Onneto Route abgestiegen. Der Vorteil davon ist, dass es in Meakan-Onsen ein Onsen gibt, in dem man entspannen kann nach dem anstrengendem Hike. Ein weiterer Vorteil dieses Rundweges ist das man sowohl den Akan-Fuji mitnehmen kann, wenn man die Zeit hat, als auch am wunderschoenen Onneto-See vorbeikommt, dessen starkes Blau man auch vom Berg aus sehen. 

Der Parkplatz am Meakan-Onsen Startpunkt ist relativ gross. Als ich frueh morgens um 6 Uhr dort ankam, waren nur eine Hand voll Autos dort. Als ich zurueck kam dann aber doch schon relativ voll. Der Aufstieg ueber die Meakan-Onsen Route bis zum Gipfel dauert in etwa 2h und ist teilweise steil, aber nichts schwieriges. Die Etappenschilder (10. Station = Gipfel) markieren den Fortschritt waehrend des Aufstiegs.  Zunaechst geht es durch einen dichten Wald, bis man auf der Hoehe der ca. 6ten Station die Baumgrenze durchbricht und auf Vulkangestein das Letzte Stueck nach oben wandert. Am Krater angekommen offenbahrt sich auch schon eine tolle Aussicht: linke Seite auf den Akan-See, den Oakan-dake, eine aktive und rauchende Stelle des Meakan-dake sowie das Umland. Andere Seite kann man in den Krater blicken und die beiden Kraterseen Ai-Numa 青沼 (Blauer Teich) sowie 赤沼 (Roter Teich) begutachten. Im Hintergrund bahnt sich auch der neben dem Meakan-dake gelegenen Akan-Fuji 阿寒富士 in seiner sehr schoen geformten Zylindergestallt. Als ich dort oben ankam an einem Mai-Tag war es noch gefroren an einigen Stellen und es gab starke eiskalte Winde, so dass man leider nicht lange auf dem Krater bleiben konnte. Folgt man dem Kraterrand, dann geht es auf der gegenueberliegenden Seite langsam wieder bergab. Nach ca. 200m Abstieg kommt man an eine Gabelung, an der man sich entscheiden kann direkt zurueck zum Onneto-Eingang abzusteigen, oder noch einen ca. einstuendigen Abstecher auf den Akan-Fuji zu machen. Mein Tip: Abstecher machen wenn es die Zeit erlaubt. Der Ausblick von Akan-Fuji ist spektakulaer und man sieht den Meakan-dake noch einmal komplett aus einem anderen Winkel. Der Anstieg jedoch  kam mir durch das viele Vulkanstein-Geroell ein wenig anstrengender vor als auf den Meakan-dake. Da es nur eine Route fuer den Akan-Fuji gibt, muss man vom Gipfel dann auch wieder auf die Kreuzung absteigen. Von dort aus geht es dann relativ gemuetlich Richtung Onneto-See. Am Eingang des Weges angekommen geht es auf der Rechten Seite durch ein Waldstueck vorbei am Onneto-See mit seiner wunderbar blauen Farbe, wieder zurueck zum Meakan-Onsen. Alles in allem, ein toller Hike und definitiv verdienter 100 Meizan Titel.

<10km, 1-3h, 1500m-2000m, 2022, Japan 100, Nagano

Kirigamine (Kuruma-yama) / 霧ヶ峰(車山)

Kuruma-yama, der Autoberg (jp. Kuruma 車 = Auto). Warum er diesen Namen traegt weiss ich nicht aber eins ist gewiss: Beim Aufstieg (von der Utsukushigahara-Seite) hoert man eine Menge Autos. dies liegt daran dass der Parkplatz an einer gut befahrenen Berg-Verbindungsstrasse liegt, der Venus Line. Bevor ich den Kuruma-yama bestieg hoerte ich einmal dies sei der einfachste der 100 beruehmten Berge. Nun da ich dort war, kann ich auf jeden Fall sagen dass er sehr einfach ist. Von der einen Seite dauert der Anstieg maximal 40 Minuten bis zum Gipfel, und wer von der anderen Seite kommt, kann mit dem Lift bis quasi zum Gipfel.

Als echte Challenge taugt der Berg also nichts, warum ist er dann eigentlich ein Hyakumeizan? Ich kann es mir nur damit erklaeren, dass die Sichten von oben sehr schoen sind und das Wandern ueber das Kirigamine Hochgebirge (nicht nur diesen einen Berg) durchaus sehr beeindruckend ist. Ich wuerde daher empfehlen nicht nur auf den Gipfel des Kurumayama, um ein Haeckchen auf der Liste zu setzen, sondern ein wenig mehr Zeit einzuplanen und auch ueber das nahe gelegene Yashimagahara Marschland (八島ヶ原高原) zu wandern.

<10km, 1500m-2000m, 2021, 3-5h, Japan 100, Kyushu 100, Miyazaki

Sobo-san / 祖母山

Sobo-san 祖母山, oder auch “Grossmutter Berg”, so die woertliche Uebersetzung, war schon im Dezember 2020 bei einem Besuch in der Aso-san Region einer meiner Ziele, leider musste ich damals umplanen wegen schlechtem Wetter. Zeit, dem Berg fast ein Jahr spaeter einen Besuch abzustatten.

Zunaechst sei gesagt, dass der Start des Wanderweges 登山口 nicht so einfach zu erreichen ist. Man braucht definitiv ein Auto, da es tief in den Waeldern ist. Da ich in Oita unterwegs war, habe ich mir dort eine Nacht als Uebernachtung gebucht und wollte dann frueh morgens zum Berg. Selbst von Oita-shi ist es noch eine 2-3 stuendige Autofahrt (und das frueh morgens/nachts wo die Strassen frei sind). Man sollte daher genug Zeit fuer den Berg einplanen. Wie oft gibt es mehrere Routen auf den Berg. Da ich am selben Tag den Flug zurueck nach Tokyo nehmen musste, bin ich von Kitatani aus gestartet 北谷登山口. Die Route ist sehr beliebt, da sie relativ einfach ist und auch am Drei-Laender-Eck (bzw. Drei-Praefekture-Eck) zwischen Kumamoto, Miyazaki, und Oita vorbeifuehrt.

Kurz nach Sonnenaufgang erreichte ich schliesslich den Anfangspunkt der Kitatani Route 北谷登山口. Auf der Weg dorthin finden sich mehrere Schilder dass man nicht ganz bis nach Kitatani fahren kann und dass die Strasse ab Ichinotorii 一ノ鳥居 gesperrt ist. Das ist korrekt (Stand: Dezember 2021) und man kann soweit fahren, bis man ein altes Holz-Torii sieht. Unmittelbar davor befindet sich ein Parkplatz. Dier Parkplatz ist jedoch nicht allzu gross und fasst geschaetzt so um die 30 Autos. Wie immer sollte man daher so frueh wie moeglich dort sein, damit man nicht das volle Parkplatz Problem hat. Als ich dort Anfang Dezember um 7 Uhr morgens aufschlug waren zum Glueck noch Plaetze frei, aber es waren schon bereits ca. 15 Autos dort und da es bereits sehr kalt war, sicherlich auch nicht die Peak Climbing Season.

Von Ichinitorii 一ノ鳥居 kann man dann die gepflasterte Strasse weiterlaufen, oder, wie ich gelaufen bin, den ersten ausgeschilderten Waldpfad links ab und man laeuft eine Strecke die irgendwann wieder auf der Kitatani Route muendet. Dieses Waldstueck ist zwar relativ steil, aber hat den Vorteil, dass man nicht den Umweg ueber den Kitatani Eingang nehmen muss. Trifft man wieder auf die Kitatani Route, so hat man bereits die Haelfte der zu besteigenen Hoehenmeter hinter sich. Ab hier geht es groesstenteils geradlinig durch ein Waldstueck. Ab und an gibt es auf der rechten Seite kleine Felsen, die einen guten Ausblick auf den Sobo-san 祖母山 und die umliegenden Berge auf der rechten Seite gewaehren. Ebenfalls auf der relativ ebenen Strecke passiert man irgendwann das Drei-Laender-Eck wo die drei Praefekturen Kumamoto 熊本県, Oita 大分県, sowie Miyazaki 宮崎県 aufeinandertreffen.

Weiter geradeaus kommt man irgendwann auf eine freie Ebene ohne Baeume von der man die Spitze des Sobo-san seht gut sehen kann. Danach kommt noch ein nicht all zu langer Abschnitt, der ein bisschen steiler ist bis hoch auf die Spitze. Normalerweise ist dies denke ich nicht allzu schwierig, aber Anfang Dezember war dort schon alles voller Schnee und teilweise vereist. Ein Fluss auf dem Weg war auch komplett vereist. Wenn man ein wenig aufpasst damit man nicht ausrutscht sollte dies aber auch zu dieser Zeit kein Problem sein. Ab Mitte Dezember, wie ich gehoert habe, werden die offiziellen Routen dann fuer den Winter geschlossen und man geht auf eigene Gefahr. Dabei sollte man sich nie selbst ueberschaetzen. Nachdem ich wieder zurueck war, habe ich in den News gelsen, dass am gleichen Tag jemand gestorben ist beim besteigen des Sobo-san. Den News zufolge ist der Bergsteiger allein unterwegs gewesen, auf halbem Weg (5te Station) ausgerutscht und ca. 20 Meter eine Klippe hinuntergefallen, und dann an Unterkuehlung gestorben. Anscheinend kam auf dieser Route an dem Tag auch niemand vorbei. Ich habe mir die Routen danach noch einmal angeschaut, da ich anhand des Profils der Kitatani Route mir nicht vorstellen kann, dass man irgendwo so ungluecklich faellt. Anscheinend ist die Obira Route 尾平登山口 auf der anderen Seite ein wenig schwieriger und hat einige Abschnitte mit Eisenleitern mit denen man mehrere Hoehenmeter ueberwinden muss, wo ich mir gut vorstellen kann wie man dort bei vereistem Zustand abrutschen kann. Da die Berge in Japan jedes Jahr Todesopfer fordern, sollte man gut aufpassen und vor allem sich nicht ueberschaetzen bei der vorherrschenden Witterung.

Oben auf dem Gipfel angekommen erwartet einem eine tolle Aussicht auf das Umland, inklusive dem Aso-san 阿蘇山, sowie den benachbarten Bergen wie zB. dem Katamuki-yama 傾山, und an klaren Tagen auch das Kuju-Bergmassiv 九重連山. Als ich oben ankam, waren dort bereits einige Leute, aber der Gipfel war relativ frei. Zwei Japaner, wie sich herausstellte, sind aus Kobe angereist um den Berg zu besteigen. Nach einer kurzen Unterhaltung begannen sie schon wieder den Abstief und eine groessere Gruppe erreichte den Gipfel. Der Berg hat noch andere, schwierigere Wege, einige die auch am Ende wieder nach Ichinotorii fuehren, aber da es an diesem Tag schon vereist war auf ueber 1500m und ich kein Risiko eingehen wollte, machte ich mich nach einem kleinen Mittagsessen (es war noch vor 11 Uhr) machte ich mich auf gleichem Weg wieder zurueck zum Eingang des Ichinotorii Weges 一ノ鳥居登山口. Auf dem Weg stellte ich fest, das unter 1500m langsam der Schnee durch die Sonnenstrahlen zu schmelzen begann und es leicht matschig wurde. Es dauerte nicht allulange da ueberholte ich die zwei Bergsteiger aus Kobe, die anscheinend die gleiche Route gekommen sind. Nach weiteren ca. 1.5h war ich dann wieder am Parkplatz und musste mir erstmal 20 Minuten lang die Schuhe sauber machen, die mich im Laufe des Hikes durch den aufgetauten Boden getragen haben.

Die Region in der der Sobo-san liegt, Takachiho 高千穂町, ist eine Gegend in die tiefe Wurzeln in der japanischen Geschichte und alten Buechern wie dem Kojiki 古事記 hat. In Kyushu und auch besonders in der Takahchiho Gegend gibt es viele Schauplaetze aus den alten Goettergeschichten, die man heute noch besuchen kann. Der Name des Sobo-san kommt auch aus der japanischen Mythologie. Der Legende nach widmete der erste Tennou Japan’s, der fruehere Jinmu Tenno (神武天皇), auf der Spitze des Berges einen Schrein seiner Grossmutter, der Prinzessin Toyotama 豊玉姫, ihres Zeichens Meeresgoettin, und Nichte der sagenumwobenenen Amaterasu Sonnengoettin 天照大神. Und tatsaechlich findert sich auf dem Gipfel dieser Schrein mit der dazugehoerigen Inschrift (Im Dorf befindet sich ein weiterer Schrein mit dem Namen Sobotake Jinja 祖母嶽神社).

Name: Sobo-san 祖母山 (Grossmutter-Berg), alternativ: Ubatake 姥岳 (Berg der alten Frau) / Unohatake 鵜羽岳 (Kormoran Fluegel Berg)
Hoehe: 1756m
Kategorie: Hoechster Punkt in Miyazaki Praefektur 宮崎県の最高峰, Nihon 100 Meizan 日本百名山, Kyushu 100 Meizan 九州百名山 , Hana 100 Meizan 花百名山
Laenge: 9-10km
Dauer:4-5h
Anfahrt:Mit Auto bis zum Ichinotorii Startpunkt 一ノ鳥居登山口 bzw. Kitatani Startpunkt 北谷登山口
GPX:GPX Track
10-15km, 2021, 2500m-3000m, 5-8h, Gunma, Japan 100, Vulkane

Asama-yama / 浅間山

Japan’s Hauptinsel Honshu 本州 hat erstaunlich viele aktive Vulkane, viele davon in der naehe der Hauptstadt Tokyo. Unter diesen Vulkanen auf Honshu ist der Asama-yama – welcher ueber die idyllische japanishce Resortstadt Karuizawa 軽井沢 wacht – wohl einer der aktivsten, wenn nicht sogar der aktivste. Asama-yama besteht aus drei Kratern, von welchen der aussenstehende mit der hoechsten Erhebung Kurofu-yama 黒斑山 der aelteste ist. Weiterhin gibt es ein weiteren Krater unweit vom Hauptkrater mit dem Maekake-san als hoechstem Punkt, sowie den Hauptkrater des Asama-yama, welcher seit geraumer Zeit sehr aktiv ist.

Seit der modernen geologischen Aufzeichnungen ist Asama-yama in hoher Frequenz aktiv und nach einem explosiven Ausbruch im Jahr 2004 wurde der eigentliche Gipfel des Berges fuer die Oeffentlichkeit gesperrt. Im Laufe der naechsten Jahre gab es noch mehrere Ausbrueche, daher sollte man, bevor man versucht Asama-yama zu besteigen, sich vorher informatieren welche aktuelle Sicherheitsstufe gilt. Im Allgemeinen wurde festgelegt:

  • Asama-yama (Gipfel auf dem Hauptkrater): Generell kein Zugang wegen erhoehter vulkanischer Aktivitaet seit mehr als einem Jahrzehnt
  • Maekake-yama (Gipfel des zweiten Kraters): Nur Zugang bei niedrigster Warnstufe 1
  • Kurofu-yama 黒斑山 und Sennin-dake 仙人岳 (Gipfel des dritten Kraterrands): Nur Zugang bei Warnstufe 1 und 2
  • Kein Zugang fuer das komplette Asama-yama Gebiet bei Warnstufe 3

Die moeglichen Routen kann man farblich codiert auch hier auf der Trekking Map der Stadt Komoro 小諸市 nachlesen (nur Japanisch).