<1000m, 10-15km, 2024, 5-8h, Kanto 100, Saitama, Tokyo

Bonoore-yama / 棒ノ折山

Einer der bekannten Berge in der Okutama Region ist der Bonoore-yama 棒ノ折山, oder auch Bono-mine 棒の嶺 genannt. Der Berg liegt auf der Grenze zwischen Saitama und Tokyo und kann von beiden Seiten erreicht werden. Die Saitama Seite ist jedoch einfacher und daher wohl die bevorzugte Route, den Berg zu besteigen. Wenn man aus Tokyo kommt, dann muss man zunaechst bis zum Bahnhof Hannou 飯能駅 in Saitama. Dorthin fahren Expresszuege von Ikebukuro. Von Hannou dann muss man noch ca. 40 Minuten Weile mit dem Bus fahren bis zur Station Sawarabi-no-yu さわらびの湯, welches der Name des lokalen Onsens in der Gegend ist. An der Station angekommen folgt man der Strasse ein wenig weiter nach oben, bis man schliesslich an einen Staudamm kommt, den Arima Damm 有間ダム. Von dort laeuft man ueber den Damm, folgt dem Weg entlang am Naguri See 名栗湖 und stoesst bei einer Bruecke schliesslich auf den Eingang zum Wanderweg.

Der Weg ist zunaechst relativ gemaessigt durch ein Wald. Etwas schwieriger wird es wenn man an eine Stelle kommt an der, umgeben von grossen Felsen, man durch diese Schlucht an einem Fluss sich hocharbeiten muss. Auf dieser Route (mit dem Namen Shirotani-zawa Route 白谷沢登山口) ist dies die einzig anspruchsvolle Strecke, welche jedoch mit vielen Seilen ausgestattet ist, und so sollte dieses relativ kurze Stueck selbst fuer Anfanger machbar sein. Da es an einem Fluss hoch geht sollte man festes Schuhwerk tragen, da es auf den Steinen leicht rutschig werden kann. Ist dieser Teil ueberstanden, kommt man irgendwann auf eine Strassenkreuzung, von der es dann nicht mehr Weit bis zum Gipfel ist.

Der Gipfel ist sehr gross und breit, und bietet Baenke, Tische, und sogar einen Pavillon. Weiterhin steht dort auch ein grosser Kirschbluetenbaum 山桜, welcher jedoch erst im April bluehen duerfte, aufgrund der hoeheren Lage (als wir Ende Maerz oben waren, gab es noch keine einzige Bluete). Auf der gleichen Ridgeline gibt es noch einen anderen Berg, der nicht allzu weit weg ist, den Kuro-yama 黒山. Sollte man noch etwas Zeit haben, wuerde ich empfehlen diesen auch noch mitzunehmen. Den Abstieg schliesslich kann man via einer Parallelroute von der Aufstiegsroute machen, und muss somit nicht mehr bei der Felsenschlucht vorbei, man kommt aber so trotzdem am Ende wieder an dem Parkplatz an, wo der Bus haelt. Busse zurueck nach Hannou fahren ca. alle 30 Minuten, man sollte vorher auf jeden Fall den Plan anschauen.

<1000m, <10km, 1-3h, 100 Inselberge, 2024, Kyushu 100, Nagasaki

Shira-take / 白嶽

Tsushima 対馬 ist eine Insel zwischen Korea und Japan, die administrativ zur Praefektur Nagasaki gehoert. Die Insel is sehr bergig. So bergig, dass es so gut wie keine geraden Strassen gibt. Der hoechste Berg auf Tsushima ist der Shira-take 白嶽 (aka Sumoshira-take 洲藻白嶽). Der 518m hohe Berg liegt auf der suedlichen Seite von Tsushima und der Beginn des Wanderweges ist nur via Auto zu erreichen. Wie immer empfiehlt es sich frueh da zu sein, denn der Parkplatz ist relativ klein und kann keine 10 Autos beherbergen.

Der Weg nach oben ist relativ einfach und dauert nicht allzu lang (~1,5h). Auf halbem Weg befindet sich ein Torii 鳥居, denn in Gipfelnaehe befindet sich, wie so oft in Japan, auch ein Schrein. In der Naehe des Gipfels wird es sehr felsig und man sieht den markannten Gipfelfels schon beim Aufstieg. Eigentlich sind es Zwillingsfelsen, von denen man auf einen mit ein wenig Anstrengung klettern kann. Das letzte Stueck ist durchaus ein wenig Steil und man sollte sich genug Zeit lassen und seine eigene Risikogrenze kennen. Es gibt 1-2 Stellen, die sind fuer ungeuebte vielleicht ein wenig zu riskant. Die meisten sollten aber keine Probleme haben hochzukommen. Oben angekommen kann man eine tolle Aussicht ueber die Insel geniessen, vom benachbarten Zwillingsfelsen, die bergige Landschaft der Insel, sowie die vielen Seen und Fjorde, die diese Insel ausmachen. Hinter dem zweiten der Zwillingsfelsen (dort wo man nicht hoch kommt) befindet sich der besagte Bergschrein leicht versteckt. Der kurze Abstecher von nur ca. 5 Minuten ist es aber definitiv Wert vorbeizuschauen.

Name: Shira-take 白嶽 / Sumoshira-take 洲藻白嶽
Hoehe:518m
Laenge:~5km
Dauer: ~3h
Startpunkt:白嶽登山口(第一駐車場)
<10km, 1-3h, 1000m-1500m, 2024, Kumamoto, Kyushu 100

Kura-dake / 鞍岳

Der Kura-dake 鞍岳 ist ein leicht weniger bekannter Berg, der ganz im Schatten seines grossen Nachbarn steht, dem Aso-san. Ich habe auch erst den Namen gelesen, nachdem ich die Liste der 100 Kyushu Meizan gelesen habe. Dabei ist der Kura-dake ein sehr schoen freistehender Berg, der sehr einfach zu erreichen ist, mit Parkplatz nur 30 Minuten vom Gipfel und mehreren Spitzen, die allesamt eine Tolle Aussicht bieten. Die Anfahrt ist ein wenig muehsam durch kleinere Ortschaften und eine laengere Bergstrasse mit mehreren Serpentinen. Dabei ist die Strasse nicht immer sehr breit, bietet aber in regelmaessigen Abstaenden Ausweichmoeglichkeiten. In Gipfelnaehe angekommen ist ausreichend Platz fuer Autos vorhanden, wenn der erste Parkplatz voll ist, dann gibt es kurz dahinter noch einen zweiten, etwas kleineren. Die Route ist sehr sehr einfach mit nur 100-200 Hoehenmetern bis zum Gipfel. Da die Gipfel alle sehr weitflaechig sind, habe ich auch viele Familien mit kleineren Kindern dort wandern sehen.

Die zwei Hauptspitzen sind der Onna-dake (女岳, weibliche Spitze) sowie der Otoko-dake (男岳, maennliche Spitze). Daneben gibt es noch den Ko-dake (子岳, Kind Spitze). Von allen dreien kann man wunderbar das Aso Gebirge 阿蘇連山, das Kuju Gebirge 九重連山, sowie den Kinpu-san 金峰山 naehe Kumamoto-Stadt. An klaren Tagen kann man sogar bis zum Unzen-dake 雲仙岳 blicken, dem bekannten Vulkan und gleichzeitig hoechster Erhebung der Praefektur Nagasaki. Ein wenig weiter ueber den Bergkamm kann man auch noch den Tsuumushi-yama ツームシ山 sowie den 孫岳 (Enkel Spitze) besteigen.

<10km, 100 Blumenberge, 1500m-2000m, 2023, 3-5h, Japan 300, Kanto 100, Tokyo, Yamanashi, Yamanashi 100

Mitou-san / 三頭山

Der Mitou-san 三頭山 stand schon laenger auf meiner Liste als bekannter und beliebter Berg in Okutama, aber ich hatte bisher nie die Gelegenheit. An einem spaeten Novemberwochenende, an dem ein paar Freunde Zeit fuer einen Tagesausflug hatten, schlug ich den Mitou-san vor und es war wirklich eine gute Entscheidung. Nicht nur ist die Wanderroute relativ moderat, man hat auch exzellente Ausblicke auf die umliegende Landschaft an klaren Tagen, inklusive einer relativ freien Fuji-san Sicht. Gerade weil der Berg so gemaessigt ist, ist er jedoch relativ beliebt und man ist dort selten allein.

Fuer die einfachste Route sollte man zunaechst zum Hinohara Tomin no Mori 檜原都民の森, wo es einen groesseren Autoparkplatz gibt, sowie eine Bus Station. Entscheided man sich fuer die oeffentlichen Verkehrsmittel, dann kann man bequem von Musashi-Itsukaichi 武蔵五日市駅 die Busse nehmen, welche ca. 50 Minuten fahren bis zum Tomin no Mori. Diese fahren jedoch nicht allzu oft und je nach Jahreszeit auch manchmal nicht, daher sollte man sich vorher ueber die aktuellen Abfahrtszeiten informieren. Da es je nach Tag auch mal mehr Andrang werden kann, greift wie oft die Logik in Japan, dass auch mehrere Busse zur gleichen Zeit fahren, so dass dort auch alle die fruehs anstehen auch mit wegkommen. Etwas, das ich wirklich zu schaetzen gelernt habe in Japan.

Ist man schliesslich am Parkplatz angekommen, so gibt es ein paar kleinere Haeusern mit einem kleinen Soba Laden und mehreren Souvenirbereiche. Kurz dahinter beginnt auch schon der Wanderweg. Man kann mehrere Routen laufen, ich wuerde die empfehlen, die zunaechst links ab geht, da man dort auch an einem Wasserfall, dem Mitou Ootaki 三頭大滝, vorbei kommt. Bis dahin ist der Anstieg recht seicht. Hinter dem Wasserfall dann wird es etwas steier, aber auch nicht uebermaessig schwierig. Nach einer Weile kommt man auf eine Ridgeline, von der man auf der linken Seite bereits schoen den Fuji-san sehen kann (bei klarem Wetter). Ist man beim Mushikari Toge ムシカリ峠 [Mushikari Pass] angekommen, dann erblickt man die sehr neue (Stand: November 2023) Mitou-san Hinangoya 三頭山避難小屋 [Mitou-san Emergency Huette], bei der man Zuflucht suchen kann bei Schlechtwetterbedingungen oder auch uebernachen kann. Solche unbemannten Berghuetten gibt es oft in Japan, allerdings sind nicht alle so neu und sehr gut erhalten wie diese. Sie hatte sogar eine relativ ordentliche Toilette.

Folgt man der Ridgeline weiter, kommt man schliesslich auf der Spitze des Mitou-san an. Mitou-san hat, wie der Name schon sagt, 3 Spitzen (Mitou 三頭 = Mi 三 [Drei] und Tou 頭 [Kopf]). Alle 3 Spitzen (der Mitou-san Seiho, 三頭山西峰 [Mitou-san Westspitze], Mitou-san Touhou 三頭山東峰 [Mitou-san Ostspitze], sowie der Mitou-san 三頭山) sind sehr nah beieinander, mit dem Mitou-san 三頭山 in der Mitte als hoechste Erhebung und Gipfelmarkierung. In der Okutama Region gibt es oft Gipfelmarkierungen aus massivem Stein, wie z.B. auch auf den benachbarten Odake-san oder dem Kawanori-yama. Wir haben die Wanderung im Spaetnovember unternommen. Zu der Zeit war die Zeit des Kouyou 紅葉 (Blaetterverfaerbung) eigentlich schon fast vorbei, aber vereinzelt konnte man noch die bunte Farbenpracht geniessen. Ungefaehr 2 Wochen vorher (Mitte November) war dort wahrscheinlich die Beste Zeit, wandern zu gehen, aber wahrscheinlich auch die wo die meisten Leute dort sind.

<1000m, <10km, 100 Blumenberge, 2023, 3-5h, Japan 300, Kansai 100, Nara, Osaka

Yamatokatsuragi-san / 大和葛城山

Als der hoechste Berg der Praefektur Osaka steht der Yamato Katsuragi-san im Schatten seines leicht hoeheren Nachbarn Kongo-san 金剛山, welcher jedoch bereits in der Praefektur Nara liegt. Der beliebteste Weg den Yamatokatsuragi-san direkt zu besteigen liegt ebenfalls auf der Nara Seite. Von dort gibt es auch eine Ropeway, die einen bis kurz vor den Gipfel bringt, jedoch mit 950 Yen / 1500 Yen return relativ teuer ist. Wer fit genug ist fuer einen moderaten ~4h+ hike, dem empfehle ich den altbewaehrten Weg.

Der Wanderweg beginnt direkt hinter der Seilbahnstation und man muss zunaechst durch ein Eisengitter. Diese Gitter sind dafuer da, wilde Tier von den Gebaeuden fernzuhalten und haben meist Tueren, durch die man durchgehen kann, und sie nach dem passieren wieder schliessen muss. Zunaechst geht es ca. 10 Minuten gerade aus entlang eines Flusses. Danach startet der eigentliche Hike rechts ab einer Gabelung.

Man merkt sofort, dass es relativ steil nach oben im Zick-Zack geht. Dies bleibt auch so fuer eine ganze Weile bis man auf der ersten Ridgeline angekommen ist. Auf halber Strecke dahin gibt es eine Raststelle mit 2 Baenken und einem netten Ausblick auf die Nara Seite. Wie so oft sind diese steilen Wege einfacher beim Aufstieg als beim Abstieg. Ich erinnere mich, wie es mich beim Abstieg dieses ersten Anschnitts fast hingelegt haette. Eine Familie vor mir, deren Kind hat sich sogar mehrmals hingepackt. Wie immer sei beim Abstieg also Vorsicht geboten.

Auf der ersten Ridgeline angekommen ebbt der Weg leicht ab und man hat das Gefuehl schon auf der oberen Ridgeline zu sein, jedoch muss man noch einige Hoehenmeter ueberwinden, bis man schliesslich auf der finalen Ridgeline angekommen ist. Dies merkt man, wenn man die Steinpfahle sieht, die mit der Inschrift ダイアモンドトレール(Diamond Trail) versehen sind. Der Diamond Trail ist ein Long Distance Wanderweg, welcher sich ueber das gesamte Gebirgsmassiv suedoestlich von Osaka zieht, inklusive dem Yamatokatsuragi-san und dem Kongo-san.

Auf dem Hauptweg des Diamand Trail angekommen ist es dann nur noch eine Halbe Stunde oder so bis zum Gipfel auf gemaessigtem steigungen. Es gibt auch vermehrt Treppen auf dem Trail. Kurz vor dem Gipfel sieht man links die Abbiegung zur Seilbahnstation und haelt man sich geradeaus, so trifft man auf eine Relaystation und danach auf ein paar Restaurantgebaeude sowie einer Toilette. Rechts ab von dem Toilettenhaus gelangt man dann in 5 Minuten auf das breite Gipfelplateau.

Der Gipfel des Yamatokatsuragi-san ist sehr weitlaeufig, bietet Aussicht auf den benachbarten Kongo-san sowie in die Richtung Nara sowie Osaka Bucht. Auf dem Gipfel befindet sich auch eine Post-Box direkt neben der Gipfelmarkierung, die ausschaut wie ein statistischer Balken-chart. Da der Gipfel relativ frei ist, spuert man dort Wind und Kaelte stark im Herbst und Winter, so dass die meisten nach kurzem Besuch in die etwas geschuetztere Gegend bei den Gebaeuden aufhaelt. Das Restaurant dort oben hat typische Berggerichte (Soba/Udon mit Sansai [Berggemuese], Curry, etc). Es gibt dort auch eine relativ grosse Terasse, wo ich mir vorstellen kann, dass es relativ nett ist im Sommer wenn es etwas waermer ist.

Folgt man den gleichen Weg wieder nach unten so ist man nach insgesamt gut 4h+ wieder unten am Parkplatz, welcher reichlich Platz fuer Autos bietet. Unten bei der Seilbahnstation gibt es auch ein Restaurant sowie mehrere Buden, wo man etwas zu Essen bekommt.

<1000m, <10km, 2023, 3-5h, Kansai 100, Kyoto, Shiga

Minago-yama / 皆子山

Im Jahr 2006 habe ich ein Semester an einer Uni in Kyoto studiert, zu dieser Zeit jedoch ausser den Fuji-san kein anderen Berg bestiegen. Im Oktober 2023, 17 Jahre spaeter, kehrte ich nach Kyoto zurueck, um den hoechsten Berg der Praefektur zu besteigen. Der Minago-yama 皆子山 liegt noerdlich der Stadt Kyoto, direkt an der Grenze der Praefektur Kyoto und der Praefektur Shiga. Der Parkplatz fuer den Minago-yama liegt relativ unscheinbar an einer Strasse. Man muss das Navi nutzen, damit man dort nicht vorbeifaehrt. Insgesamt fasst der Parkplatz geschaetzte 10 Autos. Ich hatte mal wieder Bedenken, dass es voll sein koennte, aber zu meinem Erstaunen war dort nur ein einziges Auto, und das an einem relativ sonnigen Tag am Wochenende. Entweder der Berg ist nicht sehr bekannt, oder die meisten kommen dort mit dem Bus hin. Eine Bushaltestelle befindet sich gleich neben dem Parkplatz.

Vom Parkplatz aus muss man zunaechst ueber den Fluss bis man zu einem Tempel kommt. Dahinter started der Wanderweg, welcher schnell relativ steil wird. Nach ca.1h kommt man auf der Ridgeline an und es wird ein wenig flacher. Der Herbst hatte bereits begonnen im Oktober und so war es auf der Ridgeline realtiv windig und frisch. Zu frisch fuer meinen Kollegen Yusaku, der gedacht hatte es waere auf den Bergen genauso warm wie im Tal. Mal wieder eine Erinnerung daran, dass man immer drauf vorbereitet sein sollte, dass es mal etwas kuehler wird. Ich empfehle mindestens drei Layer ab dem Herbst.

Das letzte Stueck auf der Ridgeline ist relativ einfach. Man hat keine richtige freie Sicht bis kurz vor dem Gipfel, wo es einen Aussichtspunkt gibt, von dem man bis zum Biwa-ko 琵琶湖 schauen kann. 10 Minuten spaeter erreicht man den Gipfel, welcher relativ gross und weit ist. Ein wenig davor in windgeschuetzter Gegend war der einzig andere Wanderer an diesem Tag und hat dort zu Mittag gegessen. Wir haben dort dann auch kurz Rast gemacht und nach einem kurzen Mahl den Rueckweg angetreten.

10-15km, 1000m-1500m, 2023, 3-5h, Hokkaido, Hokkaido 100

Sahoro-dake / 左幌岳

Den Sahoro-dake 左幌岳 wollte ich schon oefter in Angriff nehmen als ich in der Gegend war. Allerdings hatte mir zuvor immer das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dieser Sonntag, als ich in der Gegend um Minami-Furano war, bot sich wettertechnisch mehr als an. 

Der Berg laesst sich von 2 Seiten her besteigen. Die eine Moeglichkeit geht ueber die Seite der Skipiste. Der andere Startpunkt 登山口 befindet sich auf dem Karikachi Pass 狩勝峠 entlang der Bergstrasse, die Minami-Furano 南富良野 und die Tokachi Ebene verbindet. Ich begann die Wanderung am Karikachi Pass, welcher einen relativ grossen Parkplatz hat. Dort gibt es auch Toiletten sowie Getraenkeautomaten. Der Eingang zum Wanderweg befindet sich rechts neben dem Verkaufshaus direkt an der Strasse. Von dort geht es erst einmal ca. anderthalb Stunden relativ gemuetlich bis auf den Sakura-yama 桜山. Lediglich vor dem Sakura-yama wird der Weg etwas steiler. Die Pfade sind auch oft etwas schmal, was jedoch nicht allzu hinderlich ist.  Auf halben Weg zum Sakura-yama gibt es eine weitere Spitze, die aber keinen Namen traegt. Der Gipfel des Sakura-yama ist relativ unscheinbar, bewachsen, und bietet keinerlei Aussicht. 

Begibt man sich weiter Richtung Sahoro-dake, so muss man zunaechst ein beachtliches Stueck wieder nach unten. Von hier kann man bereits den Gipfel des Sahoro-dake sehen. Fuer dieses letzte Stueck braucht man ca. 1h, so dass der komplette Trip mit Rueckweg ca 5h dauert. Als ich dort vorbeigelaufen bin, habe ich zwei Paraglider gesehen, die sich gerade vom Sahoro-dake in das Tal bewegt haben. Eine absolut fantastische Sicht. Da bekomm ich auch gleich Lust, das auch mal auszuprobieren. Wobei ich mich immer frage wie und wo die Gleiter landen koennen. 

Kurz vor dem Gipfel gibt es eine (kleine) Berghuette. Ein aelteres Ehepaar, dass ich auf dem Weg getroffen habe meinten, sie haetten die Nacht in dieser Huette verbracht. Nur ein paar Minuten hinter der Huette befindet sich der Gipfel des Sahoro-dake. Der Berg ist mit leicht ueber 1000m nicht allzu hoch, jedoch bietet der relativ freie Gipfel eine tolle Aussicht auf das Umland. Man kann das Hidaka Gebirge 日高連山 sehen, das Daisetsu-zan Gebirge 大雪山連山, sowie die Berge um den Shikaribetsu See 然別湖. Mitte Oktober war ein perfekter Herbsttag fuer niedrigere Berge wie den Sahoro-dake. Einige Spitzen des Daisetsuzan Gebirges wie der Tokachi-dake 十勝岳 und der Asahi-dake 旭岳 besassen zu der Zeit schon eine leichte Schneekrone. 

<10km, 1000m-1500m, 2023, 3-5h, Miyagi, Tohoku 100, Yamagata

Omoshiro-yama / 面白山

Ich muss gestehen, ich hatte vom Omoshiro-yama 面白山 bevor ich mich an selbigem Tag entschieden hatte die Route zu nehmen, noch nie gehoert. Die Praefektur Yamagata ist reich an Bergen (der Name Yamagata heisst uebersetzt “Form der Berge”), leider werden da wohl die meisten Opfer der zu bekannten Nachbarn wie Zao-san oder Gassan. Wenn man sich in der Gegen einmal umschaut, dann soeht man jedoch viel interessant geformte und relativ freistehende Berge. Der Omoshiro-yama ist einer dieser unzaehligen Berge in der Region, welcher definitiv ein Besuch wert ist.

Man kann den Berg von mehreren Seiten besteigen. Ich entschied mich auf die Tendo Hochebene 天童高原 zu fahren und von dort zu starten. Der Parkplatz liegt inmitten einem Campinggebiet und man kommt auch an mehreren Skiliften vorbei. Parkplaetze fuer Camper und Hiker sind getrennt, man sollte daher ausschau nach den Schildern mit “登山者専用駐車場” halten. Hat man einen Parkplatz gefunden, so muss man zunaechst durch den Campingplatz. Einige der Camping Aufseher koennen die Frage stellen ob man zum Hiken gekommen ist. Dies bejaht man einfach und sie lassen einen durch bzw. zeigen freundlich den Weg.

Hinter dem Campingplatz muss man durch ein Tor (dies sollte man auch wieder schliessen wegen der Wildtiere in der Gegend) und schnell befindet man sich auf dem eigentlichen Wanderweg. Der Berg ist, wie der Name bereits sagt, ein wirklich interessanter Berg (Omoshiroi = interessant). Die Route kann man in ca drei Drittel einteilen. Das erste Drittel ist sehr einfach mit nur minimalem Anstieg. Das zweite Drittel ist der Anstieg auf den Misawa-san 三沢山, was aber auch jicht allzu schwer ist. Und das letzte Drittel ist der Weg vom Misawa-san hoch auf den Omoshiro-yama, und dieses Stueck ist ploetzlich sehr steil. Bei trockenem Wetter anstrengend aber machbar. Bei feuchtem Wetter, wie an dem Tag wo ich dort war (am Vortag hatte es geregnet), ist dieses letzte Drittel ein wenig anstrengend, besonders der Abstieg, weil man wie immer hoellisch aufpassen muss, dass man nicht ausrutscht. Ist diese Strecke jedoch ueberwunden, so ist der Rest ein Kinderspiel.

Der Gipfel des Omoshiro-yama ist relativ frei und man kann wunderbar ueber die Bergwelt Yamgatas blicken. An klaren Tagen bis zum Gassan. Ein naher markanter Berg den man wunderbar sehen kann ist auch der Daitou-dake 大東岳, ebenfalls ein Tohoku 100 Berg. Der Berg soll seinen Namen urspruenglich von Shiro-yama (weisser Berg) haben. Die Spitze des Omoshiro-yama wird auch oft Kita-omoshiro-yama genannt, so dass keine Verwechselungsgefahr mit dem etwas weiter suedlich gelegenen Minami-ushiro-yama 南面白山 besteht.Man kann den Berg von mehreren Seiten besteigen. Ich entschied mich auf die Tendo Hochebene 天童高原 zu fahren und von dort zu starten. Der Parkplatz liegt inmitten einem Campinggebiet und man kommt auch an mehreren Skiliften vorbei. Parkplaetze fuer Camper und Hiker sind getrennt, man sollte daher ausschau nach den Schildern mit “登山者専用駐車場” halten. Hat man einen Parkplatz gefunden, so muss man zunaechst durch den Campingplatz. Einige der Camping Aufseher koennen die Frage stellen ob man zum Hiken gekommen ist. Dies bejaht man einfach und sie lassen einen durch bzw. zeigen freundlich den Weg. Hinter dem Campingplatz muss man durch ein Tor (dies sollte man auch wieder schliessen wegen der Wildtiere in der Gegend) und schnell befindet man sich auf dem eigentlichen Wanderweg. Der Berg ist, wie der Name bereits sagt, ein wirklich interessanter Berg (Omoshiroi = interessant). Die Route kann man in ca drei Drittel einteilen. Das erste Drittel ist sehr einfach mit nur minimalem Anstieg. Das zweite Drittel ist der Anstieg auf den Misawa-san 三沢山, was aber auch jicht allzu schwer ist. Und das letzte Drittel ist der Weg vom Misawa-san hoch auf den Omoshiro-yama, und dieses Stueck ist ploetzlich sehr steil. Bei trockenem Wetter anstrengend aber machbar. Bei feuchtem Wetter, wie an dem Tag wo ich dort war (am Vortag hatte es geregnet), ist dieses letzte Drittel ein wenig anstrengend, besonders der Abstieg, weil man wie immer hoellisch aufpassen muss, dass man nicht ausrutscht. Ist diese Strecke jedoch ueberwunden, so ist der Rest ein Kinderspiel. Der Gipfel des Omoshiro-yama ist relativ frei und man kann wunderbar ueber die Bergwelt Yamgatas blicken. An klaren Tagen bis zum Gassan. Ein naher markanter Berg den man wunderbar sehen kann ist auch der Daitou-dake 大東岳, ebenfalls ein Tohoku 100 Berg. Der Berg soll seinen Namen urspruenglich von Shiro-yama (weisser Berg) haben. Die Spitze des Omoshiro-yama wird auch oft Kita-omoshiro-yama genannt, so dass keine Verwechselungsgefahr mit dem etwas weiter suedlich gelegenen Minami-ushiro-yama 南面白山 besteht.

<10km, 1500m-2000m, 2023, 3-5h, Miyagi, Tohoku 100

Byobu-dake / 屏風岳

Der Gipfel des Byobu-dake 屏風岳 ist der hoechste Punkt der Praefektur Miyagi. Man kann den Berg sowohl von Sendai (Miyagi-Seite) als auch von Yamagata Stadt (Yamagata-Seite) erreichen. Um den Berg ueber die kuerzeste Route zu erreichen muss man zunaechst auf die etwas noerdlich gelegene Zao Echoline 蔵王エコーライン: Eine Bergstrasse – die wie der Name vermuten laesst – in das Zao-Gebirge fuehrt. Der Wanderweg zum Byobu-dake startet an der selben Stelle wo man auch direkt an den Okama Kratersee お釜 des Zao-san 蔵王山 gelangen kann. Diese Stelle ist auf der Zao Echoline mit dem unverkennbaren Schild des Okama お釜 ausgeschildert. Moechte man zum Byobu-dake, kann man direkt am Strassenrand parken, allerdings gibt es dort nicht allzuviele Parkplaetze (geschaetzt ca 10). Andernfalls muss man einen der anderen Parkplaetze fuer den Okama Kratersee nehmen (Achtung: einige sind kostenplichtig) und dann etwas die Strasse hinunterlaufen.

Am Tag als ich angekommen war, gab es noch genug Plaetze direkt an der Strasse. Allerdings war das Wetter alles andere als gut, deshalb war es dort wahrscheinlich auch nicht so voll. Der Wetterbericht hatte zwar ein wenig schlechtes Wetter angesagt, prophezeite spaeter aber, dass es aufhellen wird. Dies ist leider nicht geschehen. Das Wetter in den Bergen ist wirklich immer unberechenbar. Da ich aber beim letzten Besuch in der Gegend auch schon den Byobu-dake wegen schlechtem Wetter uebersprungen habe, wollte ich es diesmal drauf ankommen lassen.

Gegen meine Vernunft begab ich mich vom Parkplatz zum Eingang des Wanderweges und machte mich auf. Zunaechst ist der Weg sehr flach und Laufplanken unterstuetzen den Weg. Nach ca 20 Minuten kommt man an eine Gabelung von der man einfach geradeaus gehen muss. Der linke Weg fuehrt zu einer Emergency Huette, wo man sich als Wanderer drin aufhalten bzw. ausruhen kann, wenn einen das schlechte Wetter erwischt. Nach einer Weile des relativ anspruchslosen Weges geht es schliesslich bergauf, allerdings an keinem der Punkte sehr steil. Das einzige Problem bei Tagen wie dieser waren die schlammigen und matschigen Wege, die es einem nicht leicht gemacht haben und man musste immer aufpassen, nicht ins Matsch zu laufen oder auszurutschen. Andernfalls ein relativ einfacher Hike wuerde ich sagen, der ueber 2 kleinere Spitzen schliesslich weiter auf den Byobu-dake fuehrt. Der Gipfel des Byobu-dake ist relativ unspektakulaer. Eine der Himmelsrichtungen war relativ frei und so denke ich, dass es bei guter Sicht von dort ein Blick gibt, konnte es aber nicht bestaetigen an besagtem Tag. Die ganze Zeit wo ich dort unterwegs war kam mir nur ein anderer Wanderer entgegen und ich ueberholte auf dem Weg zwei aeltere Damen, die ich aber beim Rueckweg dann nicht mehr getroffen habe. Ich nehme an, sie sind auf halber Strecke wieder umgekehrt, als der Regen staerker wurde. Das war sicherlich keine schlechte Entscheidung. Als ich zurueck kam war ich total durchnaesst und musste mich dann spaeter erst einmal in der Badewanne akklimatisieren. Das war doch windiger und kaelter als ich vermutet hatte an dem Tag. Man sollte daher wirklich nie die Temperaturen in den Bergen unterschaetzen, auch wenn es im Tal recht mild ist.

10-15km, 1000m-1500m, 2023, 5-8h, Hokkaido, Hokkaido 100, Vulkane

Oakan-dake / 雄阿寒岳

In der Akan-ko (Akan See) Gegend gibt es zwei aus der Landschaft herausstechende Vulkane: Den Oakan-dake 雄阿寒岳 sowie den Meakan-dake 雌阿寒岳. Von den beiden ist der Meakan-dake wohl der beliebtere bei den meisten Hikern, nicht nur weil er ein von Kyuya Fukada auserwaehlter Hyakumeizan ist, sondern auch weil es sich um einen sichtbar rauchenden aktiven Vulkan handelt und die Szenerie mit dem angrenzenden Akan-Fuji 阿寒富士 mit perfekter Zylinderform sehr beeindruckend ist. Der Oakan-dake besitzt beides nicht, ist aber dennoch ein absolut spektakulaerer Berg.

Dies war nicht mein erstes Mal dass ich vor dem Oakan-dake stand, mit der Intention ihn zu besteigen. Das erste Mal war im Januar 2007, als ich ein Monat im anliegenden Akankohan Onsen Dorf lebte. Zu dieser Zeit ist der Akan-ko komplett zugefroren, und in jugendlichem Leichtsinn machte ich mich mit dem Fahhrad auf zum Oakan-dake. Schnell musste ich jedoch feststellen, dass ich weder ausgeruestet war fuer so einen Hike, noch der tiefe Schnee und das Eis eine einigermassen sichere Wanderung gewaehrleisten haetten. Damals habe ich nicht gedacht dass ich einmal zum Akan-ko zurueckkehren wuerde. Nun war ich bereits mehrere Male wieder in der Gegend und dieses Mal, 16 Jahre nach dem ersten Versuch) wollte ich den Oakan-dake noch einmal in Angriff nehmen.

Der Eingang zum Berg liegt etwas suedlich an einer Strasse die direkt aus dem Akankohan Dorf kommt. Dort gibt es auch zwei convenience stores (7/11 sowie Seico Mart, Stand 2023/09/24). Der Parkplatz fuer Autos ist sehr sehr klein. Wenn man zu spaet kommt laeuft man Gefahr keinen mehr abzubekommen. Ich war frueh morgens um ca. 7 Uhr bereits am Parkplatz jedoch waren die offiziellen ca. 10 Plaetze schon alle besetzt. Ich habe mich daraufhin vor eine Baustelle gestellt, in der Hoffnung dass die Bauarbeiter am Sonntag nicht arbeiten und niemand einen Bagger ausfahren muss (es war am Ende kein Problem). Es gibt auch eine Moeglichkeit mit dem Bus anzureisen, jedoch fahren diese sehr selten und unregelmaessig. Es gibt auch keinen Fahrplan ausgehangen an der Bushaltestelle.

Am Parkplatz befindet man sich direkt an einem Auslaeufer des Akan-ko. Dann geht es vorbei an zwei kleineren Seen, Taro-ko 太郎湖 und Jiro-ko 次郎湖. Nach ca 1h geht es etwas steiler nach oben, was sich bis zur 5ten Station durchzieht. Die 5te Station liegt bereits auf dem aeusseren Kraterrandsgebiet, so dass es von dort relativ gemaessigt noch einmal 1h ueber den Krater geht, bis man nach kurzem Ab- und wieder Aufstieg beim Kratergipfel ankommt. Der eigentliche Gipfel bietet keine freie Sicht auf den Akan-ko, dafuer aber auf den Innenkrater sowie auf die oestlich gelegenen kleineren Seen Penketo ペンケトー sowie Panketo パンケトー. (Penke und Panke stammt aus Ainu und symbolisieren Oben und Unten, mit dem To als das Ainu Wort fuer See.) Freie Sicht auf den Akan-ko hat man beim Aufstieg kurz bevor man auf der 5ten Station landet.

Es gibt nur einen Weg nach oben und so miss man den gleichen Weg wieder zurueck. Der steile Aufstieg entpuppt sich beim Abstieg als noch schwieriger. Wenn man mit steilen Wanderungen ein Problem hat, sind vllt. Wanderstoecke hilfreich. Ich habe auch laenger fuer den Abstieg gebraucht als ich dachte und so habe ich anstelle der allgemein angegeben Zeit von 6h ca. 7h fuer die komplette Tour gebraucht. Bei Regen oder nassen Tagen wuerde ich nicht empfehlen wegen der starken Rutschgefahr auf den steileren Abschnitten. Ansonsten ist der Oakan-dake ein absolut toller Vulkan, und ein guter Hike in der Gegend.

In Ainu Sprache wurde jedem der zwei markanten Akan-ko Bergen ein Geschlecht zugeordnet als maennlicher Berg (Ainu “pin-neshiri” 「ピンネシリ) und weiblicher Berg (Ainu “ponmachi-neshiri”, 「ポンマチネシリ), und so bedeutet im Japanischen Meakan-dake 雌阿寒岳 (mit dem Zeichen fuer “mesu” 雌 = weiblich) einfach “Weiblicher Akan Berg” sowie Oakan-dake 雄阿寒岳 (mit dem Zeichen fuer “osu” = maennlich) dementsprechend “Maennlicher Akan Berg”.

<10km, 1500m-2000m, 2023, 3-5h, Japan 100, Tohoku 100, Vulkane, Yamagata

Zao-san / 蔵王山

Ein weiterer 100 Meizan der schon laenger auf meiner Liste stand. Ich hatte schon oefter und von vielen Leuten vom Zao-san 蔵王山 gehoert, groesstenteils wegen der Hauptattraktion, ein grosser tuerkisfarbener Kratersee, dem Okama 御釜.

Wie viele andere Berge in Japan besteht der Zao-san nicht nur aus einem Berg sondern kennzeichnet eine Gebirgsregion, das sogenannte Zao Gebirge 蔵王連山. In diesem Gebirge gibt es viele Spitzen, die bekanntesten drei in unmittelbarer naehe des Kratersees sind der Katta-dake 刈田岳, der Kumano-dake 熊野岳, sowie der Jizo-dake 地蔵岳. Wenn man den Berg besucht wuerde ich empfehlen die Route ueber alle drei Spitzen zu laufen, es ist ein relativ angenehmer Hike, da man oben auf dem Plateau des Zao Gebirges laeuft und nur vergleichsweise wenige Hoehenmeter ueberbruecken muss.

Will man zuerst zum Kratersee dann ist der Zugang von Sueden wohl am Besten geeignet. Wenn man von der Zao Echoline kommt, dann sieht man irgendwann ein Schild mit einer Zufahrt zum Okama. Das letzte (kurze) Stueck mit dem Auto liegt hinter einer Schranke und man muss 550yen bezahlen um auf den naechsten Parkplatz zu kommen (Stand: Mai 2023). Man kann aber auch ein wenig weiter unten parken vor der Schranke wenn dort noch Parkplaetze sind und dann das letzte Stueck (ca.30 Minuten) hochwandern. Vom Parkplatz aus geht es direkt geradeaus ca. 100 Meter und schon sieht man den Okama Kratersee. An schoenen Tagen glaenzt das tuerkisgruen wirklich sehr schoen. 10 Minuten weiter zur rechten Seite befindet sich auch schon der Gipfel des Katta-dake, mit Gipfelschrein. Von dort hat man auch noch einmal einen guten Blick auf den Okama Kratersee sowie die sogenannte Uma-no-se 馬の背 (zu dt. Pferderuecken) Ridgeline, die direkt hinueber zum Kumano-dake fuehrt.

Der Kumano-dake ist der hoechste Punkt im Zao Gebirge und fuer viele das eigentliche Ziel der Wanderung. Vom Okama Kratersee ist es weniger as 1 Stunde bis auf die Spitze. Man laeuft die ganze Zeit auf Vulkangeformten Boden und hat den Okama Kratersee meist im Blick auf einer Seite. Kurz vor dem Gipfel gibt es eine Gabelung. Der rechte Pfad fuehrt zur Emergency Hut, der linke direkt hoch zum Gipfel. Man sollte immer sich vor Augen halten, dass der Zao-san ein aktiver Vulkan ist, und obwohl es meist Anzeichen gibt wenn die Aktivitaet sich wieder erhoeht, ist es nicht mit 100-prozentiger Sicherheit vorauszusehen ob und wann der Berg wieder ausbricht. Man sollte sich vor Besuch definitiv ueber die aktuellen Warnungen informieren, am besten auf der Seite des Japanischen Wetteramtes.

Der Gipfel des Kumano-dake ist relativ unspektakulaer. Von dort geht es dann weiter, zunaechst ein wenig wieder bergab, und anschliessend hoch zum Jizo-dake auf der anderen Seite. Die Spitze des Jizo-dake ist auch eher unspektakulaer, allerdings befindet sich auf der anderen Seite, dort wo sich ein anderer Eingang zum Berg befindet, verbunden mit einer Seilbahn Station, eine imposante Jizo Statue, fuer die es sich lohnt auch noch einmal hinabzusteigen.

Ein Jizo 地蔵 (auch 地藏 geschrieben) ist ein Boddhisatva aus dem Buddhistischen Glauben der ueber Kinder, Reisende und die Unterwelt wacht. Man sieht Jizo- Statuen sehr oft in Japan. In Tempeln oder ab und an am Wegesrand. Meist werden sie aus Respekt und zum Schutz vor Kaelte von den lokalen Anwohnern in ein rotfarbenes Gewand gekleidet.

<10km, 1000m-1500m, 2023, 5-8h, Chugoku 100, Okayama

Ushiroyama / 後山

An einem perfekten Fruehlingstag machte ich mich auf, mit einem Bekannten aus Himeji, den hoechsten Berg der Praefektur Okayama zu besteigen. Ushiroyama 後山, so der Name des Berges, liegt genau genommen direkt auf der Grenze von Okayama und Hyogo. Da Hyogo jedoch noch einen groesseren Berg besitzt (den Hyonosen 氷ノ山, den man vom Gipfel des Ushiroyama sehen kann), ist der Ushiroyama eher bekannt als der hoechste Berg von Okayama.

Es gibt verschiedene Routen nach oben aber da wir aus der Richtung Himeji kamen (also aus Sueden), entschieden wir uns fuer den Suedaufstieg vom Ushiroyama Camping Platz 後山キャンプ場. An besagtem Camping Platz gibt es einen mittelgrossen Auto Parkplatz, eine Gegend wo man BBQs abhalten kann, sowie eine Toilette. Anfang April lief dort jedoch das Wasser nicht. Folgt man der Strasse, die man gekommen ist, zurueck um ca 5 Minuten zu Fuss, so findet man den Eingang zum Ushiroyama auf der rechten Seite, gleich neben dem Rauschen eines Flusses. Am Eingang kann man sein Hiking Plan in einer dafuer vorgesehenen Box lassen, es gibt eine Erklaerung zum Berg (nur Japanisch), und es gibt mehrere (!) Schilder auf denen vor Baeren gewarnt wird. Es kann schon sein, dass dort mal Baeren gesichtet wurden aber ich wuerde mal vermuten dass dies wirklich extrem selten vorkommt.

Die Route beginnt zunaechst leicht, wird aber dann relativ schnell steiler. Das erste Stueck laeuft man entlang des Flusses, den man am Eingang schon gesehen hat. Es gibt ca 3 Stellen, wo man den Fluss ueberqueren muss. Eine davon ist ein wenig schwieriger, aber hat man das geschafft, ist auch der schwierigste Part des Hikes bezwungen. Ist man am Ende des Weges entlang des Flusses angelangt, so beginnt eine Weile der weitere Aufstieg im Zick-Zack Manier. Nach 1.5h ungefaehr kommt man dann auf der Ridgeline an und ab diesem Punkt wird der Rest des Hikes relativ einfach. Als nettes Bonus wird ab dort die Sicht auch freier, so dass man einen guten Blick auf das Umland hat.

Sobald man auf der Ridge angekommen ist, befindet sich der Funaki-yama 船木山 ein paar Minuten weiter auf der rechten Seite und weitere 30 Minuten (bzw. rund 600m) dann schliesslich der Gipfel des Ushiroyamas. Die Ridgeline ist sehr gruen und es macht wirklich Freude, dort oben lang zu spazieren und die Blicke in die Ferne schweifen zu lassen. Vom Gipfel des Ushiroyama kann man an guten Tagen sogar den Hyonosen 氷ノ山 sehen. Vom Gipfel des Ushiroyama kan man dann noch ein paar weitere Gipfel weiter gehen, aber wir entschieden uns aus Zeitgruenden den Weg wieder zurueck an die erste Kreuzung zu nehmen. Von dort sind wir noch einmal 30 Minuten in die andere Richtung (vom Aufstieg links) spaziert auf ein weiteren Berg, um dann den Weg wieder zurueck ueber den Zick-Zack abstieg und den Weg entlang am Fluss bis hin zum Parkplatz zu folgen.

Alles in allem fand ich die Gegend oben sehr schoen und waere etwas mehr Zeit dagewesen, haetten wir auch noch ein wenig weiter ueber die Ridgeline spazieren koennen. Was noch zu sagen ist: Der Berg war ueberhaupt nicht gut besucht. Wir waren ueber lange Strecken wirklich die einzigen auf der Strecke. Und das an einem Sonntag und wirklich perfektem Tag (blauer Himmel, gute Fruehlingstemperatur). Ich kann es mir nur so erklaeren, dass der Berg aufgrund der Tatsache, dass er nicht so einfach zu erreichen ist (~2h Autofahrt von Himeji), nicht allzu viele Leute zum Wandern anregt. Aus meiner Sicht aber (und vllt. gerade deshalb auch) ein absoluter Tipp!