<1000m, 10-15km, 100 Blumenberge, 2021, 3-5h, Kanagawa, Kanto 100

Shoutou-san/ 生藤山

Ein weiterer leicht erreichbarer Berg von der JR Chuo Main Line JR中央本線 ist der Shoutou-san in der japanischen Praefektur Kanagawa. Mit unter 1000m ist der Berg fuer Anfaenger geeignet. Leider kann man nicht direkt mit der Bahn an den Eingang 登山口, sondern muss von der am naechsten gelegenen Bahnstation Fujino Station 藤野駅 noch ca 20-30 Minuten Busfahrt in kauf nehmen. Dabei muss man sagen, Busse in Japan sind sehr verlaesslich, allerdings auch sehr klein. Als grosser Europaeer (wie ich) hat man dort arge Platzprobleme, und kann in 80% der Sitze nicht gerade sitzen. Die anderen Sitze, die ein wenig freier sind, haben meist Prioritaet fuer aeltere, schwangere, behinderte Menschen etc. Daher ziehe ich es meist vor zu stehen. Ein anderes Problem mit Bussen in Japan ist, dass diese aufgrund der kleinen Groesse nicht allzuviele Menschen transportieren koennen und bei beliebten Routen wie dieser (der Wanderweg zum Jinba-san liegt auf der gleichen Route) kann man schnell in die Situation kommen in den ersten Bus nicht reinzukommen wegen der langen Schlange. So war es auch an diesem Sonntag morgen. Zum Glueck war ich frueh genug dort und habe eine Weile in 5ter Position an der Haltestelle gewarte. Bis der Bus ankam war die Schlange schon enorm lang und nur ca. die Haelfte der Menschen kamen mit dem ersten Bus weg.

Sobald man im Bus ist, fahrt man bis zur Station Kamazawa Iriguchi 鎌沢入口. Dort ausgestiegen findet man bereits die Wegweiser vor. Fuer den Shoutou-san geht man zunaechst rechts ab, bis es links der Strasse ein wenig bergab in einer Gegend mit ein paar Haeusern bergab geht. Folgt man der Strasse entlang mehrerer Kurven und leichten Steigungen, so erreicht man irgendwann den eigentlichen Eingang zum Wanderweg, markiert duch ein massiven Stein mit Gravur. Von dort aus geht es dann relativ gut ausgeschildert durch einen Wald, vorbei an einem Abschnitt mit Bambuswld, dann ein wenig mehr Anstieg, und schliesslich zu der Sakura Promenade 桜プロムナード. Im Fruehjahr sieht es dort bestimmt sehr nett aus, im November allerdings ist dort nichts besonderes zu sehen, bis auch den ersten freien Blick auf das Umland inklusive Fuji-san. Von dort aus ist es dann nicht mehr weit bis zum Mikuni-san 三国山.

Den Namen Mikuni-san gibt es sehr oft in Japan. Meist repraesentieren Berge die so genannt sind (mi 三 = 3, kuni 国 = Land) eine Stelle an der sich mehrere Praefekturen treffen, wie auch in diesem Fall: Der Mikuni-san steht fuer das Dreilaender-Eck zwischen Tokyo-to 東京都, Yamanashi-ken 山梨県 sowie Kanagawa-ken 神奈川県. Der Gipfel ist jedoch relativ unspektakulaer, so dass man schnell weitergeht Richtung Shoutou-san, welcher nur 10 Minuten in Richtung Kanagawa Seite liegt. Dort angekommen hat man einen leicht eingeschraenkten Blick auf den Fuji-san, da die Spitze bewachsen ist. Es gibt Baenke zum Ausruhen. Wer jedoch einen besseren Blick auf das Umland erhaschen will, der sollte noch ein wenig weiter laufen bis zum Kaya-maru 茅丸, eine weitere Spitze nur ca. 15 Minuten vom Shoutou-san. Von dort aus hat man eine gute Sicht auf das Umland inklusive des Fuji-san.

Danach fuehrt der Weg eine ganze Weile ueber noch ein paar weitere Spitzen, bis man schliesslich irgendwann am Wada-Toge 和田峠 wieder auf eine Strasse trifft. Hier kann man sich entscheiden ob man direkt wieder zurueck zur Busstation laeuft oder noch einen kleinen Abstecher zum Gipfel des Jinba-san 陣馬山 macht. Da ich sehr frueh dort war und der erste Bus zurueck erst in ein paar Stunden fuhr, entschied ich mich noch diesen Abstecher zu machen. Der Vorteil davon ist, obwohl es auf dem Jinba-san immer sehr voll ist, da es ein beliebter Berg ist, dass es dort oben Huetten gibt, die warme Udon und Soba Nudeln verkaufen. Und so goennte ich mir noch ein warmes Mittagessen bis ich von dort wieder Richtung Kamazawa Busstation abstieg. Alles in allem ein netter Halbtagesausflug.

Note: Aus mir nicht ersichtlichen Gruenden ist der Berg als “Ifuji-san” bei Google Maps bezeichnet (Stand: 11/2021), was nicht korrekt ist. Die einzige offizielle Lesung in allen japanischen Quellen ist Shoutou-san (しょうとうさん・生藤山).

Name: Shoutou-san 生藤山 / Kitto-yama キット山 / Suzunari・スズナリ
Hoehe: 990m
Laenge:15km
Dauer:4-5h
Anfahrt:Bus Station Kamazawa Iriguchi 鎌沢入口 mit dem Bus No 8 (Richtung Wada 和田) von der Station Fujino 藤野駅 auf der JR Chuo Main Line JR中央本線.
GPX:GPX Track
<10km, 100 Blumenberge, 1500m-2000m, 2021, 3-5h, Iwate, Japan 100, Tohoku 100

Hayachine-san / 早池峰山

Nachdem ich im Herbst 2020 sowohl den Iwate-san als auch den Hachimantai besuchte, wollte ich eigentlich auch den dritten 100 Meizan in der Gegend, den Hayachine-san 早池峰山, mitnehmen, mir lief aber leider die Zeit davon. Grund genug dies gut einem Jahr spaeter nachzuholen. An einem Sonntag nach einem Taifun, an dem ein perfektes Herbstwetter vorausgesagt wurde, stieg ich in den erstn Shinkansen in Richtung Morioka. Dort angekommen schnell zum Autoverleih und direkt in die oestliche Bergregion gefahren. Durch die vielen Serpentinenstrassen und nur rudimentaer ausgebauten Bergstrassen muss man von Morioka zum Hayachine mindestend 1.5h Autofahrt einrechnen (das Navi zeigt sogar bis zu 2h an). Will man den Wagen am gleichen Tag wieder zurueck geben dann hat man somit zwischen 5-6h in den Bergen. Fuer den Hayachine-san reicht dies.

Der eigentliche Trailhead faengt an der Odagoshi 小田越 Station an. Dort gibt es eine Huette 小田越山荘 sowie eine Bushaltestelle, jedoch keinen Parkplatz. Reist man mit dem Auto an, dann kann man nur ein wenig weiter unten am Kawaranobo 川原の坊 Camping Ground parken. Wie ueberall in Japan ist dieser Parkplatz jedoch frueh morgens schon sehr dicht. Da ich erst mit dem Shinkansen aus Tokyo ankam, war schon alles voll 満車 als ich dort aufschlug. Ein lokaler Mitarbeiter des dort ebenso ansaessigen Hayachine Besucherzentrums 早池峰総合休憩所 hat mir zum Glueck erlaubt am Strassenrand zu parken. Zu beachten ist, dass es in Kawaranobo sowie in Odagoshi die einzigen richtigen Toiletten gibt. Begibt man sich auf den Weg zum Hayachine-san, dann wird eindruecklich darauf hingewiesen, dass es nicht erlaubt sei, das kleine oder grosse Geschaeft auf dem Berg zu machen. Zu diesem Zweck werden unten sogenannte “portable Toiletten” verkauft, Plastebeutel, in denen man seine Exkremente sammeln soll und dann unten am Ausgang des Trailhead on grosse Tonnen werfen kann. Auf dem Weg gibt es dann einige Toiletten Booths, wo man abgeschirmt von anderen Wanderern sich mit dem Beutel bemuehen kann. Ich verstehe zwar wieso dies geamcht wird, aber es ist natuerlich trotzdem ulkig. Ich entschied mich letztendlich auf Risiko einfach hochzugehen. An diesem sonnigen Tag war es zum Glueck relativ warm und ich habe mehr ausgeschwitzt als was ich an Wasser zu mir nahm, so dass ich in den gut 4h nicht auf Toilette musste.

Zurueck zum Kawaharanobo Camping Ground. Dort parkt man also und muss das Stueck Strasse nach Odagoshi zunaechst laufen, was zwischen 30-40 Minuten dauert. In Odagoshi angekommen geht es dann auch schon in ein Waldstueck was zunaechst mit Holzbrettern am Boden versehen ist, bis es dann ein wenig steiler wird. Nach 20-30 Minuten durchbricht man die Baumgrenze und man had eine tolle Sicht auf den Yakushi-dake 薬師岳, welcher sich gegenueber des Hayachine-san befindet und welcher auch ueber Odagoshi erreichbar ist. Das naechste Stueck ist dann relativ felsig aber nicht allzu schwer. Als ich dort lang ging wehte relativ starker Wind, so dass ich trotz den ueber 25 Grad dann doch zum Pullover griff. Weiter nach oben verdichten sich die Felsen und irgendwann kommt man an ein Stueck, wo man Eisenleitern hochklettern muss. Das ist nicht so schlimm wie es sich anhoert, kann aber fuer nicht Schwindelfreie vielleicht ein wenig Probleme bereiten. Da ich mich selbst auch zu der Gruppe zaehle, habe ich einfach nicht nach unten geschaut, und das Stueck so ueberwinden. Rueckzu ist es dann nochmal in die andere Richtung, was ein wenig mehr mulmig macht, aber auch OK ist. Allerdings kann ich mir vorstellen dass die Klettereinlagen bei schlechtem Wetter schon ein wenig waghalsiger anmuten, und wuerde daher empfehlen den Hayachine-san nur bei gutem Wetter zu besteigen. Danach kommt man relativ schnell auf den Berggrat und dann noch 10 Minuten auf Holzplanken-Boden und man ist schon oben. Der Gipfel ist sehr weit, und es sind auch immer gut viele Leute dort. Die Markierung ist vor einem Schrein, und daneben stehen viele andere Markierungen, wie Eisenschwerter etc. Wenn an Richtung Westen schaut kann man an klaren Tagen den Iwate-san relativ gut sehen.

Den gleichen Weg wieder zurueck gehend, brauch man zwischen 4-5h fuer den Hayachine-san. Der Aufstieg von Odagoshi ist dabei nicht die einzige Moeglichkeit. Es gibt noch eine laengere, wenig populaererer Route von Norden (Odagshi ist im Sueden) und dann noch eine sehr steile Route die direkt am Kawaharanobo Parkplatz beginnt, die aber aufgrund von Beschaedigungen durch Wetter aktuell nciht passierbar ist (Stand: 2021).

Name:Hayachine-san 早池峰山
Hoehe: 1917m
Dauer: 4-5h
Laenge: ~9km
Anfahrt: Mit dem Auto bis zum Kawahara-no-bo Parkplatz 河原の坊駐車場 und von dort bis zu Odagoshi Trailhead 小田越登山口 laufen
GPX:GPX Track

10-15km, 100 Blumenberge, 2000m-2500m, 2021, 5-8h, Hokkaido, Hokkaido 100, Japan 100, Japan Ultra, Vulkane

Daisetsu-zan (Asahi-dake) / 大雪山(旭岳)

<1000m, <10km, 1-3h, 100 Inselberge, 2021, Niigata

Donden-yama / ドンデン山

Neben dem Kinpoku-san 金北山 ist der Donden-yama ドンデン山 bzw. das Donden Hochland ドンデン高原 das beliebteste Hiking Ziel auf Sadogashima 佐渡ヶ島. Beliebt ist ebenso die Traverse vom Donden Hochland hin zum Kinpokus-san, welche bis zu 7h dauern kann. Da wir an diesem Tag mit Auto waren und auch wieder dort zurueck mussten, wo wir gestarted sind, war dies keine gute Option fuer uns. So entschieden wir uns, den Donden-yama direkt nach Besteigen des Kinpoku-san anzufahren.

Die Anfahrt fuehrt ueber eine der wenigen Bergstrassen hoch zur Donden Hochland Lodge 佐渡・高原リゾート ドンデン高原ロッジ, welche nur etwa 100m unter dem Hochland liegt. Von dort aus startet der Hiking trail. Donden-yama ist zwar nicht ausgeschildert, aber dafuer Shiritate-yama尻立山 sowie der Donden Teich ドンデン池. Folgt man dem Pfad, kommt man schon nach 15 Minuten oben auf das Hochland und nach weiteren 20 Minuten schon auf den Shiritate-yama, von dem es sehr schoene Aussichten auf das Hcohland gibt. Danach muss man ein wenig absteigen (Achtung Rutschgefahr durch viele Kieselsteine!) damit man zum Donden Teich kommt. Im Hintergrund kann man auch die Donden Emergency Hut sehen.

Den Namen Donden sieht man fast ueberall nur auf Katakana als ドンデン山. Auf dem Gipfel des eigentlichen Donden-Yamas angekommen sieht man ein Gipfelpfahl, der die Kanji liste 論天山. Der Donden-yama ist dabei nicht die hoechste Spitze in der Region, aber bietet einen schonen Blick ins Tal auf den Ryotsu Hafen.

Name: Donden-yama / ドンデン山 / 論天山
Hoehe: 872m
Laenge:5 km
Dauer:1.5 h
Anfahrt: Mit dem Auto zur Donden Hochland Lodge 佐渡・高原リゾート ドンデン高原ロッジ
GPX:GPX Track
10-15km, 100 Blumenberge, 1500m-2000m, 2021, 3-5h, Fukushima, Japan 100, Tohoku 100, Vulkane

Adatara-yama / 安達太良山

Im Winter ein beliebtes Skigebiet, in allen anderen Jahreszeiten ein Mekka fuer Meizanologen (das Wort gibt es nicht wirklich). Der Adatara-yama ist eine weitere Bergperle mitten in Honshu. Wenn man in der Gegend um Fukushima/Koriyama/Inawashiro/Aizu ist, wuerde ich definitiv ueber einen Abstecher nachdenken. Der Adatara-yama ist ein aktiver Schichtvulkan, it eindrucksvollem grossem Krater.

Es gibt mehrere Routen nach oben. Wir entschieden uns die Route vom Numajiri-tozanguchi 沼尻登山口 zu nehmen. Numajiri ist ein beliebtes Skigebiet und der Wanderweg beginnt ein bisschen weiter ueber der Skipiste. Fuer die Anreise braucht man ein Auto. Man faehrt zunaechst an das Skigebiet, folgt dann einer nicht gut ausgebauten Strasse entlang des Skiliftes und faehrt quasi die ganze Piste nach oben. Am Ende des Liftes (und Ende der Skipiste) geht es noch eine kurze Strecke weiter ueber die holprige Strasse bis man schliesslich den Parkplatz am Eingang erreicht. Von dort aus ist es ein ca. 5h loop Hike hoch zum Adatara-yama Hauptgipfel, ueber den Tetsuzan (dem hoechsten Punkt des Gebirges), vorbei an der Emergency Hut und schliesslich vorbei an einem Schwefelback wieder zurueck zum Parkplatz.

Auf dem Weg Zurueck zum Numajiri Trailhead 沼尻登山口 kommt man an einem Gedenkstein vorbei aus dem 2 Propeller ragen. Der sogenannte Shakunage Turm 石楠花の塔 soll an den Hubschrauberabsturz an der Stelle der japanischen Selbstverteidigungsstreitkraefte aus dem Jahr Showa 33 (1958) erinnern.

Alles in allem ein mittlerer Hike. Besteigt man zunaechst noch durch dichte Waelder, erreicht man nach 1-1.5h den Vulkankrater, an dem sich die Landschaft stark veraendert und man durch die fuer Vulkane typische marsaehnliche Landschaft wandert. An guten Tagen hat man eine wunderbare Aussicht in das Tal sowie in den Adatara-yama Krater.